vergrößernverkleinern
Sejad Salihovic (l.) hat bislang drei Saisontore in sechs Spielen geschossen © imago

Hoffenheims Freistoß-Zauberer Salihovic spricht über das Bremen-Spektakel, das nächste Spiel gegen Frankfurt und Dietmar Hopp.

Von Martin Hoffmann

München - Milliardärs-Spielzeug, Retortenverein ohne Fankultur, der in der Bundesliga nichts zu suchen hat. 1899 Hoffenheim sind viele Vorurteile entgegengeschlagen.

Spätestens nach dem furiosen Offensivspektakel bei Werder Bremen am vergangenen Wochenende wird jedoch kaum noch jemand zu behaupten wagen, dass das Team von Ralf Rangnick im Oberhaus nichts verloren hat.

Dass die Partie teils als "Spiel des Jahrzehnts" gefeiert wurde hat jedoch nichts daran geändert, dass bei den Hoffenheimer Spielern der Frust vorherrschte, dass die Aufholjagd nach dem 1:4-Rückstand am Ende doch fruchtlos blieb.

Sejad Salihovic, Hoffenheims Freistoß-Kunstschütze, gibt im Interview mit Sport1.de seine Empfindungen preis.

Außerdem spricht der bosnische Offensivspieler über den gelungenen Saisonstart seines Teams, das nächste Spiel gegen Frankfurt (ab 15 Uhr LIVE) und die Dauerdiskussion um Klubmäzen Dietmar Hopp.

Sport1.de: Herr Salihovic, ganz Fußball-Deutschland hat sich begeistert an dem Offensiv-Spektakel in Bremen. Wie aber waren Ihre Empfindungen als Verlierer des 4:5?

Sejad Salihovic: Wir waren sehr enttäuscht - jeder einzelne. Für die Zuschauer war es natürlich super, aber wir sind im Endeffekt mit null Punkten nach Hause gefahren, obwohl wir mindestens einen verdient gehabt hätten.

Sport1.de: Was für Lehren muss man aus so einem Spiel ziehen? Mangelt es Ihrem Team noch an Abgeklärtheit?

Salihovic: Ich denke schon, wir haben ja auch eine sehr junge Mannschaft. Aber wir werden daraus lernen - hoffentlich sehr schnell. Jetzt, mit ein paar Tagen Abstand, denken wir auch nur noch an das nächste Spiel gegen Frankfurt.

Sport1.de: Wie lauten Ihre Erwartungen an die Begegnung?

Salihovic: Wir wollen gewinnen - egal wie. Aber es wird schwer, denn die Eintracht steht mit dem Rücken zur Wand. Neun Tore wird es diesmal kaum geben, denn Frankfurt wird sich wohl hinten reinstellen. Aber meinetwegen kann in dem Spiel auch nur ein Tor fallen - so lange wir es schießen.

Sport1.de: Alles in allem hat Hoffenheim dennoch einen furiosen Saisonstart hingelegt. Wurden Ihre Erwartungen da übertroffen?

Salihovic: Wir haben gewusst, dass wir Qualität in der Mannschaft haben. Dass wir das Potenzial bislang auch abrufen konnten, freut uns, ich persönlich bin auch sehr zufrieden. Und wir hoffen auch, dass es so weitergeht, auch wenn wir wissen, dass das nicht von alleine läuft. Hinter dem erfolgreichen Start hat harte Arbeit gesteckt und die müssen wir auch weiter leisten.

Sport1.de: Wird es für Hoffenheim schwerer, wenn die Anfangseuphorie langsam abklingt?

Salihovic: Ich denke nicht. In der jungen Mannschaft will hier jeder Erfolg, jeder haut sich rein im Training, jeder will mehr. Und das wird dauerhaft unser Plus sein.

Sport1.de: Vor dem Dortmund-Spiel hatte Ralf Rangnick bei Ihnen noch die magere Ausbeute bei Standards kritisiert, dann kam gegen Dortmund und in Bremen je ein wunderschönes Freistoßtor von Ihnen. Was hat den Knoten platzen lassen?

Salihovic: Ich habe hart an den Standards gearbeitet und trainiere sie jetzt auch noch härter weiter. Letztendlich gehört aber eben auch Glück dazu. Es musste einfach mal einer reingehen.

Sport1.de: Haben Sie ein Geheimnis, das Ihre Standards so gefährlich macht?

Salihovic: Nein. Ich versuche ganz einfach, den Ball reinzuschießen.

Sport1.de: Überall, wo Hoffenheim ist, ist auch die Diskussion um Dietmar Hopp und die Millionen, die er in den Klub gesteckt hat. Nervt Sie das?

Salihovic: Was andere über Dietmar Hopp sagen, interessiert uns nicht. Jeder von uns hier kann einschätzen, was er für den Verein getan hat. Er ist hier geboren, hier aufgewachsen und will seinen Verein nach oben bringen. Es ist klar, dass ich da nichts dagegen habe. Aber abgesehen davon haben wir bewiesen, dass wir wegen unserer Leistung auf dem Platz in die Bundesliga gehören - und nicht wegen dem Geld von Dietmar Hopp.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel