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Sport1-Redakteur Mathias Frohnapfel (r.) traf Bernd Schuster zum Gespräch in München © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Bernd Schuster über das Team der Hinrunde und wagt eine Prognose zum Ausgang des Titelkampfes.

Von Mathias Frohnapfel

München - Ein Satz ist ein Satz. Von wegen.

Bernd Schuster kennt seit seiner Zeit als Trainer von Real Madrid das Gefühl, wie es ist, wenn jede Aussage mindestens zweimal interpretiert wird.

Nachdem er zuvor schon mit dem FC Getafe erfolgreich arbeitete, holte Schuster mit Real 2008 den Meistertitel.

Auf welche psychologischen Kniffe es im Titelrennen ankommt, muss ihm daher keiner erklären.

Und der einstige Weltklassefußballer sieht auch Jupp Heynckes gut gerüstet für den Titelkampf in Deutschland.

Die Spitzen aus München, glaubt Schuster, könnten dem Leverkusener Coach wenig anhaben.

Im Sport1.de-Interview spricht Schuster unter anderem über die neue Stärke der Werkself, den ewigen Zweikampf zwischen Real und Barca in Spanien und seine eigene Zukunft.

Sport1.de: Herr Schuster, Ihr Ex-Klub Leverkusen steht seit dem achten Spieltag an der Spitze der Bundesliga. Sind Sie überrascht vom Leverkusener Lauf und von der Kontinuität, die Bayer zeigt?

Schuster: Über den Lauf bin ich nicht überrascht. Die Konstanz ist ganz wichtig, wenn man oben dabei ist und bis zum Schluss um den Titel spielen möchte. Es ist vielleicht schon überraschend, dass sich die Mannschaft dort halten kann und auch während der kleinen Schwächephase, die ja jedes Team hat, nicht so brutal absackt. Das ist ein gutes Zeichen. Jupp Heynckes ist ja auch erfahren genug.

Sport1.de: Louis van Gaal kündigte jetzt an, der FC Bayern wolle Angst verbreiten. Reagiert Heynckes aus Ihrer Sicht richtig auf die erste Kampfansage aus München?

Schuster: Na gut, Jupp kennt das ja selbst aus seiner Bayern-Zeit. Das ist natürlich ein Spiel, bei dem man mitspielen und ein bisschen clever sein muss. Die Bayern versuchen das ja immer - bei Bremen, Leverkusen oder wem auch immer. Da muss man wissen, wie man dagegen angeht und seine Mannschaft kennen.

Sport1.de: Freut es Sie für Ihren ehemaligen Weggenossen Rudi Völler, dass Leverkusen jetzt so stark ist, nachdem Bayer zweimal hintereinander nicht international spielen konnte?

Schuster: Das ist aber für Leverkusener Verhältnisse normal. Sie hatten ja eine Riesenzeit mit Christoph Daum, dann ist man etwas in Mittelmaß gekommen und jetzt geht es wieder aufwärts. Das ist ein normaler Lauf.

Sport1.de: Liegt der Erfolg auch an Rudi Völlers Geschick, die richtigen Spieler und den richtigen Trainer ausgewählt zu haben - Leute also, die gut harmonieren?

Schuster: Ich mache es mehr am Trainer fest als an den Spielern. Ich war selbst in Leverkusen, da geht es dir als Spieler schon sehr gut. Das ist ein Klub, der keinen sehr großen Druck auf die Spieler ausübt, das ist sehr angenehm. Aber es steht und fällt letztlich mit dem Trainer.

Sport1.de: Und der macht seine Sache bestens...

Schuster: Jupp Heynckes' Verpflichtung war ein Schritt, der nicht ohne Risiko war. Aber im Endeffekt war man überzeugt, dass ein erfahrener Trainer wie Jupp das hinkriegt und auch etwas mehr Druck macht. Denn ich denke, dass Jupp nicht nach Leverkusen gegangen ist, um irgendwo im Mittelfeld rumzuspielen, sondern um dort zu stehen, wo er jetzt ist.

Sport1.de: Wer wird sich im Meisterrennen durchsetzen: Bayern oder Bayer?

Schuster: Das ist sehr schwer zu sagen. Ich würde es Leverkusen zutrauen, aber die Saison ist sehr lang. Ich hoffe, dass es spannend bleibt. Die Bayern müssen noch in der Champions League spielen. Das ist eine Belastung, die hinzukommt. Die Münchner kommen jedoch damit zurecht, sie kennen das ja. Aber vielleicht kann Leverkusen den ein oder anderen Ausrutscher, der mal kommen kann, nutzen.

Zum zweiten Teil des Interviews

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