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Bernd Schuster trainierte Real Madrid von 2007 bis 2008 © imago

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Bernd Schuster über das Titelrennen in Spanien und seine Zukunftspläne.

Von Mathias Frohnapfel

Sport1.de: Wie geht es Ihnen persönlich, da Sie nun nicht mehr unter diesem immensen Druck stehen wie bei Real Madrid?

Schuster: Mir ging es damals genauso gut wie jetzt. Ich habe mich bei Real wohlgefühlt. Ich nütze die Zeit jetzt für andere Dinge, bis wieder was anderes kommt.

Sport1.de: Für andere Dinge - heißt das außerhalb des Fußballs?

Schuster: Ja, aber auch im Fußball bin gut dabei, weil ich auch journalistisch arbeite - hier und in Spanien. Da ist am Wochenende genug zu tun. Langweilig ist mir nicht.

Sport1.de: Wie spannend ist die Meisterschaft in Spanien aus Ihrer Sicht?

Schuster: Barcelona ist nach Reals Niederlage gegen Bilbao am Wochenende auf fünf Punkte weggelaufen, das ist schon etwas viel und gefährlich. Es ist aber ein Titelrennen zwischen den Beiden, das ist klar.

Sport1.de: Was wird den Ausschlag im Duell dieser Giganten geben?

Schuster: Wenn die Champions League hinzukommt, wird alles noch mal anders. Jeder will ja die Champions League gewinnen, setzt Prioritäten. Dann entscheidet sich die Meisterschaft, wenn es den ein oder anderen Ausrutscher gibt.

Sport1.de: Wie wird es bei Ihnen persönlich weitergehen? Suchen Sie eher ein Betätigungsfeld in Spanien oder Deutschland?

Schuster: Man muss als Trainer offen sein. Ich bin niemand, der als Trainer ewig in einem Land bleiben möchte. Das habe ich auch schon als Spieler gezeigt. Es kann immer etwas kommen, was gut passt oder sehr interessant ist.

Sport1.de: Wovon wird Ihre Entscheidung abhängen? Eher von menschlichen Faktoren oder vom Reiz der Liga?

Schuster: Da spielt von allem etwas die Rolle. Wo will der Verein hin? Was hat er für Vorstellungen? Da müssen alle Punkte stimmen. Man will ja auch Erfolg haben und oben mitspielen, das ist wichtig.

Sport1.de: Sie haben in München Ihrem früheren Barca-Trainer Udo Lattek persönlich zum 75. Geburtstag gratuliert. Was hat aus Ihrer Sicht den Fußballlehrer Udo Lattek ausgemacht?

Schuster: Ich habe ihn in Spanien erlebt. Er hat ein unglaubliches Geschick, sich der Situation und den Begebenheiten in einem anderen Land gut anzupassen. Das waren sehr gute Erfahrungen. Ich habe es ja auch erlebt, wie es ist, als Trainer in ein anderes Land zu kommen, die Sprache dort nicht perfekt zu können.

Sport1.de: Konnten Sie sich für Ihre spätere Trainer-Laufbahn etwas von Udo Lattek abschauen?

Schuster: Absolut, wie bei allen Trainern. Wenn man interessiert ist, nimmt man immer etwas mit. Wenn man mit dem Trainergeschäft anfängt, den Trainerschein macht, erinnert man sich schnell daran und denkt: Wie war das damals? Wie ist es da gelaufen?

Zum ersten Teil des Interviews

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