vergrößernverkleinern
Mesut Özil wechselte Anfang 2008 von Schalke 04 zu Werder Bremen © imago

Das Theater um seine Zukunft hemmt den Bremer Hoffnungsträger. Nun soll er wieder Leistung zeigen - ausgerechnet gegen Bayern.

Von Daniel Rathjen und Martin Hoffmann

München - Am Samstag kann er es allen zeigen.

Und er muss es auch. Mesut Özil steht unter besonderer Beobachtung im Schlager gegen den FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr LIVE).

Denn dem Mittelfeld-Star von Werder Bremen wird einiges angelastet.

Der 21-Jährige denke mehr an seine persönliche Zukunft als an seinen Klub, wird ihm vorgeworfen.

Die Vertragsgespräche mit dem Deutsch-Türken stocken 110436(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse).

Schaaf zieht schützende Hand weg

Und Thomas Schaaf zieht seine schützende Hand weg. Das macht er nur, wenn es richtig ernst ist.

"Jeder muss wissen, dass er erst einmal auf dem Platz etwas zu erledigen hat, bevor er sich mit anderen Dingen beschäftigt", hatte der Coach gepoltert.

"Mesut muss sich selbst helfen, indem er sich voll auf seine Leistung konzentriert", forderte Schaaf.

Auch Allofs haut auf den Tisch

Seit Monaten ziert sich der Hoffnungsträger, seinen bis 2011 laufenden Kontrakt zu verlängern. (VIDEO: Mesut Özil im Interview)

Juventus Turin, der FC Arsenal und Manchester United sollen unter anderem ihre Fühler ausgestreckt haben.

Verdreht das Özil den Kopf? Manager Klaus Allofs haute nach der Niederlage bei Eintracht Frankfurt jedenfalls auf den Tisch.

"Es ist viel über Vertragsverhandlungen geredet worden. Aber auf dem Platz muss jetzt Leistung gezeigt werden", wetterte Allofs.

Klarheit bis April erwünscht

Zuletzt fanden Gespräche zwischen ihm und Özils Berater im Trainingslager in Dubai statt. Ergebnis: offen. Bis April will der Verein nun unbedingt Klarheit haben.

So viel ist klar: Verlängert Özil nicht, müsste Werder ihn im Sommer verkaufen, um noch eine Ablösesumme zu bekommen.

Özil selbst beflügelt die unbehagliche Situation nicht. Seit mehreren Spieltagen steckt der Ex-Schalker in einem Formtief.

Özil bestreitet Einfluss

Der Mittelfeldspieler bestreitet zwar, dass der lähmende Poker ihn belastet: "Das hat keinen Einfluss auf mein Spiel."

Gleichzeitig wird dem Nationalspieler aber bewusst sein, dass von ihm im WM-Jahr deutlich mehr erwartet wird.

Die Bremer brauchen einen starken Özil, nach fünf sieglosen Spielen ist das Klima an der Weser extrem rau.

Unter der Woche scheuchte Schaaf seine Spieler ordentlich über den Trainingsplatz.

"Wir trainieren im Moment richtig hart", sagte Torjäger Claudio Pizarro.

Und dass Bundestrainer Joachim Löw Frings mitteilte, dass der Mittelfeldspieler keine Rolle mehr beim DFB spiele, wird nicht unbedingt zur Besserung der Stimmungslage beitragen.

Auch Bayern interessiert

Und ausgerechnet jetzt warten auf die kriselnden Bremer die wiedererstarkten Bayern - mit dem wiedergenesenen Franck Ribery.

Der Rekordmeister wird Özil aufmerksam verfolgen - wird er doch auch zum Interessentenkreis gezählt.

"Keine große Überraschung" wäre das jedenfalls für Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, wie er in der "Sport Bild" erklärt.

Verknüpfte Personalien

Wie ernst es mit dem noch unverbindlichen Interesse aus München wird, wird von anderen Entwicklungen abhängen.

An der Zukunft von Franck Ribery und der von Toni Kroos. Alle zusammen bei den Bayern ergäben ein ziemliches Überangebot an Offensivkräften im Mittelfeld.

Wobei Bayerns Manager Christian Nerlinger anmerkt: "Grundsätzlich können gute Fußballer immer zusammenspielen."

Worte, die in Bremen nicht direkt für Beruhigung sorgen werden.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel