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In der Saison 2009/10 läuft es unter Trainer Louis van Gaal schon wieder besser für die Bayern. Wieder gewinnt Ribery mit dem FCB das Double
Louis van Gaal (l.) wurde mit dem FC Barcelona 1997 und 1998 spanischer Meister © getty

In München werden van Gaals Kritiker immer leiser. Superstar Franck Ribery wird gegen Bremen wohl nur Joker sein.

Von Martin Hoffmann

München - In der Stunde der Krise ist Louis van Gaal noch verspottet worden, als er geprahlt haben soll: "Ich bin wie Gott, ich werde nie krank, und ich habe immer Recht."

Der Spott ist verstummt, jetzt wo der Erfolg sichtbar ist. Van Gaals Co-Trainer Hermann Gerland kann der "Welt" nun mit vollem Ernst erzählen: "Was van Gaal sagt, stimmt immer."

Zum Lachen findet das nun keiner mehr. Die vom Coach ausgegebene Devise "Angst verbreiten" ist bei den Bayern vor dem Nord-Süd-Schlager in Bremen (Sa., ab 15 Uhr LIVE) weiter das Gebot der Stunde.

"Unglaubliche Spielfreude"

Und was van Gaals rechte Hand verbreitet, dürfte genau das bewirken. "Derzeit trainieren wir auf einem unglaublichen Niveau", schwärmt Gerland: "Wir haben eine unglaubliche Spielfreude, ein extrem hohes Tempo, spielen saubere Pässe."

Die Angstmacher wollen in Bremen die nächste Schockwelle in die Liga senden, das stellen auch die Spieler klar. "Die Automatismen sind da, das Selbstvertrauen ist da", sagt Arjen Robben.

"Unsere Serie soll weiter Bestand haben", droht Philipp Lahm den Bremern: "Und so wie wir momentan drauf sind, haben wir keinen Grund daran, zu zweifeln." Der Außenverteidiger verkörpert den Aufschwung seines Teams, auf dem Platz wie auch außerhalb.

Nerlinger lobt Lahm

"Philipp gewinnt immer mehr Profil innerhalb des Vereins", lobt ihn Manager Christian Nerlinger. Dazu beigetragen hat die per Zeitungsinterview vorgetragene Generalkritik im November.

Für die hat Lahm zunächst zwar gehörig auf den Deckel bekommen, sie hat aber womöglich zur Wende beigetragen. Direkt danach begann die Erfolgsserie von acht Spielen ohne Niederlagen bei sechs Siegen.110436(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

Lahm kann sich vorstellen, dass seine Denkanstöße die nötigen Impulse gegeben haben.

"Die Spieler haben in dieser Phase sehr viel miteinander geredet und sich mit den Problemen auseinandergesetzt", erklärt er in der "Sport Bild": "Danach stellte sich der Erfolg ein."

Reservespieler bleiben Ersatz

Und wo die Dinge laufen, herrscht kein Zwang etwas an ihnen zu ändern. Den Bank- und Tribünengästen der vergangenen Spiele wird daher auch in Bremen wohl nur die Zuschauerrolle bleiben.

Das gilt unter anderem für Miroslav Klose - trotz seines Tors gegen Hoffenheim und der ungewohnt forschen Eigenwerbung danach ("Wenn ich fit bin, bin ich der Beste").

Und nach Informationen von Sport1.de wird auch Franck Ribery in Bremen zunächst auf der Bank Platz nehmen müssen.

Van Gaal bleibt streng

Auch wenn van Gaal den Franzosen auf Sicht natürlich in die Stammelf integrieren will:

Der Coach pflegt das bei Spielern, die sich von Verletzungen erholen, langsam anzugehen - auch wenn sie große Namen und große Egos mit sich tragen. Luca Toni kann ein Lied davon singen.

Und auch Ribery muss sich wohl noch etwas gedulden, bis er wieder von Beginn an wirbeln darf. Dem spielfreudigen Franzosen wird das nicht unbedingt schmecken. Aber auch für ihn gilt das Dogma: "Was van Gaal sagt, stimmt immer."

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