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Theofanis Gekas kam im Winter aus Leverkusen nach Berlin © getty

Nach der Nullnummer gegen Gladbach bemühen sich die Berliner weiter um Optimismus. Die Offensivschwäche erschwert aber das Wunder.

Berlin - Die große Euphorie um die "Aufholjäger" von Hertha BSC Berlin ist erst einmal verflogen, der Glaube an den Klassenerhalt aber bleibt.

"Auf dem Papier ist das Unentschieden vielleicht zu wenig, aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, macht Hoffnung. Das war ein Punkt für die Moral", sagte Hertha-Kapitän Arne Friedrich nach dem mageren 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach und war um Optimismus bemüht.

Doch dem Tabellenschlusslicht helfen nur Siege, um das "Wunder von Berlin" zu schaffen.

Stattdessen wartet der Hauptstadt-Klub seit fünfeinhalb Monaten nun schon auf einen Bundesligasieg im Olympiastadion.

Funkel kündigt Stürmer-Training an

Dennoch zeigte sich Friedhelm Funkel zufrieden mit seiner Mannschaft.

"Wichtig war, dass wir in der Defensive stabil gestanden und wieder zu Null gespielt haben", sagte der Trainer.

Außerdem deutete er Zusatzschichten für seine in vielen Szenen glücklosen Stürmer an: "Wir werden im Training verstärkt am Torabschluss arbeiten. An Chancen hat es nicht gemangelt."

Retter Drobny

Allerdings konnten sich die Hausherren bei ihrem überragenden Torhüter Jaroslav Drobny bedanken, den Platz trotz Spielüberlegenheit nicht als Verlierer verlassen zu haben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Tscheche vereitelte in der 42. Minute erst einen überheblich geschossenen Foulelfmeter von Juan Arango und dann auch noch dessen Nachschuss.

Zuvor hatte Nationalverteidiger Friedrich den Gladbacher Stürmer Roberto Colautti im Strafraum zu Fall gebracht.

Kritik an Chancenauswertung

Drobny war nach der Partie auch der einzige Berliner, der aus seiner Enttäuschung keinen Hehl machte.

"Ich bin gar nicht glücklich, denn wir hätten gewinnen müssen", sagte der 30-Jährige und kritisierte die mangelnde Chancenauswertung seiner Vorderleute. "Wir hatten so viele Möglichkeiten, da müssen ein paar Tore fallen."

Steigerung im Vergleich zur Hinrunde

In der Tat erarbeiteten sich die Berliner viele Gelegenheiten. Der spielerisch beherzte Auftritt vor 46.090 Zuschauern, von denen viele Hertha-Fans ein T-Shirt mit der Aufschrift "Aufholjäger" trugen, unterschied sich erheblich von den desolaten Hinrundenpartien.

Doch anders als beim umjubelten 3:0 zum Rückrundenauftakt bei Hannover 96 fehlte den Berlinern gegen keinesfalls angsteinflößende Gäste die Durchschlagskraft.

Im nächsten Spiel gegen den VfL Bochum muss sich das ändern. Gelingt der Hertha auch da kein Sieg, ist die Lage wieder genauso aussichtlos wie vor Rückrundenbeginn.

Arne Friedrich setzt vor allem auf ein offenisveres Auftreten des nächsten Gegners: "Ich hoffe, dass Bochum mehr mitspielt."

Frontzeck macht Hertha Mut

Hoffnung auf den Klassenerhalt machte dem Letzten ausgerechnet der Gladbacher Trainer Michael Frontzeck.

"Hertha hat sich komplett neu aufgestellt. Wenn die Saison jetzt beginnen würde, hätte der Klub nichts mit dem Abstieg zu tun", sagte Frontzeck nach seinem 100. Bundesligaspiel als Trainer.

Deshalb zeigte sich der ehemalige Profi auch zufrieden mit dem torlosen Remis.

Selbst Mittelfeldspieler Arango, der den möglichen Sieg beim verschossenen Elfmeter kläglich vergab, bekam keinen Rüffel vom Coach: "Da gibt es von mir keine Schuldzuweisungen."

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