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Franz, Bunjaku und Jung (v.l.n.r.) kämpfen nach einer Ecke um den Ball © imago

Nürnberg verpasst gegen Frankfurt den Befreiungsschlag und flüchet sich in Durchhalteparolen. Die Eintracht setzt sich im Mittelfeld fest.

Nürnberg - Das erste Tor seit 477 Minuten erzielt, den ersten Punkt nach über zwei Monaten geholt, dennoch fühlte sich das 1:1 (1:1) für den 1. FC Nürnberg gegen Eintracht Frankfurt wie eine weitere Niederlage an.

Der Club verpasste im Abstiegskampf nach zuletzt fünf Pleiten in Folge den erhofften Befreiungsschlag und hat immer noch vier Punkte Rückstand auf Hannover 96 und den Relegationsplatz.

Für das Team von Trainer Dieter Hecking wird die Partie in Hannover am kommenden Samstag deshalb fast schon ein Endspiel um den Klassenerhalt.

Die prekäre Situation beim Tabellenvorletzten ist für Hecking aber noch lange kein Grund, "in Depressionen zu verfallen".

Hecking versucht das Positive zu sehen

Natürlich sei die Partie gegen seinen Ex-Klub Hannover nun "sehr wichtig" und das magere Remis gegen die Eintracht "zu wenig".

Und natürlich habe der Club "noch einen weiten Weg vor sich, aber es geht weiter", sagte Hecking trotzig und war bemüht, das Positive aus einem insgesamt schwachen Auftritt seiner Mannschaft herauszuziehen.

Hecking kritisiert "leichte Ballverluste"

"Bei uns haben der Einsatz und die Motivation gestimmt, meine Mannschaft hat nie aufgesteckt und taktisch diszipliniert gespielt", analysierte Hecking, dem aber auch die zahlreichen Fehler seiner Truppe nicht verborgen geblieben waren:

"Durch leichte Ballverluste müssen wir immer wieder hinterherlaufen."

Oft habe man "den Unterschied gesehen zwischen einer Mannschaft, die fünfmal verloren und dabei kein Tor erzielt hat, und einer Mannschaft, die zuletzt gute Ergebnisse hatte".

Eigler beendet Torflaute

Dabei waren die Nürnberger nach völliger Verunsicherung zu Beginn nach 27 Minuten sogar in Führung gegangen. Christian Eigler beendete aus dem Gewühl heraus die knapp acht Stunden andauernde Torflaute.

Zuletzt hatte der Club am 21. November 2009 beim 3:2 in Wolfsburg durch den inzwischen zu Schalke 04 abgewanderten Peer Kluge getroffen. Dies war auch das letzte Erfolgserlebnis der Franken gewesen.

Den dringend benötigten Dreier gegen Frankfurt verhinderte vor 37.464 Zuschuern in der 40. Minute der kleine Benjamin Köhler mit einem Kopfballtor. Dabei sah Club-Torwart Raphael Schäfer nicht besonders gut aus.

"Ein ganz komisches Tor"

Torschütze Eigler sprach von einem "ganz komischen Tor. So kommen wir da unten nicht raus".

Auch Hecking war verärgert, "dass wir schon zwei Minuten vor dem Gegentor viel zu passiv waren. Das bringt uns um den Lohn, ist aber auch unserer Verunsicherung geschuldet."

Ottl bemüht Durchhalteparolen

Der von Bayern München ausgeliehene Andreas Ottl bemühte angesichts der Lage die üblichen Durchhalteparolen.

Man müsse das Glück "noch mehr erzwingen. Wir müssen weiter hart arbeiten und die Fehler abstellen."

Nach Hannover müsse der Club "mit breiter Brust fahren, um drei Punkte zu holen." Im Kellerduell fehlt allerdings Abwehrspieler Andreas Wolf, der gegen Frankfurt die fünfte Gelbe Karte sah.

Eintracht setzt sich im Mittelfeld fest

Während es für den Club in den kommenden Wochen nur daraum geht, den achten Abstieg zu verhindern, hat sich die Eintracht im Mittelfeld festgesetzt. Seit nunmehr sechs Spielen sind die Hessen unbesiegt.

Entsprechend gut war die Stimmung, obwohl für die Hessen eigentlich mehr als nur ein Punkt möglich gewesen wäre.

"Wir waren dem Sieg etwas näher, hätten mit Pech aber auch verlieren können. Deshalb bin ich mit dem Punkt sehr zufrieden", sagte Trainer Michael Skibbe.

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