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Mit Ruud van Nistelrooy spielt fortan der beste Torjäger des vergangen Jahrzehnts beim HSV © imago

In Hamburg will Goalgetter Ruud van Nistelrooy noch einmal für Furore sorgen. Doch einige Unsicherheiten beim Mega-Deal bleiben.

Von Martin Volkmar

München - Es wird ein emotionaler Abschied werden für Ruud van Nistelrooy. 195995(die Bilder seiner Karriere)

Vor dem Spiel gegen den FC Malaga am Sonntagabend (ab 21 Uhr LIVESCORES) wird sich bei Real Madrid bei seinem Torjäger für dreieinhalb erfolgreiche Jahre bedanken.

Zunächst wird ein Video mit den schönsten Treffern des Niederländers gezeigt, dann wird van Nistelrooy eine Ehrenrunde durchs Estadio Santiago Bernabeu drehen.

"Dieser Verein wird immer in meinem Herzen sein", sagt der 33-Jährige. "Ich habe mein Leben für Real Madrid gegeben."

"Nur ein Dorn bleibt in meinem Herzen"

64 mal traf van Nistelrooy in 97 Ligaspielen, wurde zweimal spanischer Meister und einmal Torschützenkönig der Primera Division. "Nur ein Dorn bleibt in meinem Herzen: Dass ich nicht die Champions League gewonnen habe", sagte der 64-malige Nationalspieler der Sportzeitung "Marca".

In diesem Jahr haben die "Königlichen" zwar gute Aussichten auf den Titel in der Königsklasse, doch für den zuletzt häufig verletzten van Nistelrooy ist kein Platz mehr im Millionen-Ensemble der "Galaktischen".

"Ich muss spielen, das ist der einzige Grund für meinen Wechsel. Das Geld ist mir egal", erklärte "van Gol" seinen spektakulären Transfer zum Hamburger SV.

Alle Seiten sehen sich als Gewinner

Dabei sehen sich alle Seiten als Gewinner: Real spart die Hälfte des Jahresgehalts von rund drei Millionen Euro, der Hamburger SV muss wegen des auslaufenden Vertrags im Sommer keine Ablöse berappen und zahlt seinem neuen Superstar abhängig von den Einsätzen.

Und van Nistelrooy erhält bei den Hanseaten die große Chance, noch einmal für Furore zu sorgen und sich damit noch einen Platz im niederländischen WM-Kader zu erkämpfen: "Das wäre super."

Überzeugt von Hamburg wurde er trotz mehrere Angebote aus der Premier League von seinen Nationalmannschaftskollegen mit HSV-Erfahrung: Rafael van der Vaart, Nigel de Jong, Khalid Boulahrouz und Joris Mathijsen.

"Alle haben geraten, nach Hamburg zu gehen"

"Alle haben wirklich in den höchsten Tönen vom Verein und der Stadt gesprochen. Und alle haben mir geraten, nach Hamburg zu gehen", erklärte van Nistelrooy.

An der Elbe will es der erfolgreichste Stürmer des vergangenen Jahrzehnts noch einmal wissen: "Der HSV ist ein toller Verein, mit einer starken Mannschaft und großen Ambitionen. Und große Ambitionen habe ich auch."

Auch bei den "Rothosen" verspricht man sich sehr viel vom neuen Mann. Mit dem langjährigen Torgaranten von Eindhoven (62 Tore in 67 Spielen), Manchester United (95 Treffer in 150 Partien) und Real soll die Champions League erreicht werden ? mindestens.

Labbadia voll des Lobes

"Er hat sich für uns entschieden, weil er Ziele hat. Über seine Qualität braucht man nicht zu reden. Er wird uns allein mit seiner Erfahrung weiterhelfen", sagt Bruno Labbadia. 195995(DIASHOW: Torfabrik und Trophäensammler)

Und der HSV-Coach ergänzt: "Er hätte es auch einfacher haben können, aber er will diesen Weg bewusst mit uns gehen. In ihm brennt es noch immer, er hat eine unglaubliche Einstellung."

Dennoch vermied es Labbadia auch angesichts 0:1-Pleite am Samstagabend bei Borussia Dortmund, verbal zum Angriff auf die Spitze zu blasen.

Unsicherheiten bleiben

Zumal Unsicherheiten beim Mega-Deal bleiben.

Denn van Nistelrooy, der beim HSV einen Vertrag bis 2011 erhält, wird am 1. Juli 34 Jahre alt und ist nach zwei schweren Knieverletzungen alles andere als topfit. Zuletzt wurde er im November 2008 am Mensikus operiert und musste zehn Monate pausieren.

Auch danach kam er in der Hinrunde nicht wieder voll auf die Beine und spielte lediglich 127 Minuten für Real, davon gerade mal 12 in der Liga. Allerdings gab Hamburgs Vereinsarzt Dr. Nikolaj Linewitsch nach einer intensiven Untersuchung grünes Licht für den Transfer.

Kein Einsatz gegen Wolfsburg

Trotzdem müssen die Fans noch ein wenig auf den neuen Hoffnungsträger warten, denn aktuell plagen ihn muskuläre Probleme.

"Natürlich ist er noch nicht topfit, aber wir werden alles dafür tun, sagte Labbadia, der einen Einsatz van Nistelrooys im nächsten Spiel gegen den VfL Wolfsburg ausschloss.

Frühestens Anfang Februar wird "Van the Man" zur Verfügung stehen, so der Trainer weiter: "Wir müssen bei ihm erst einmal Aufbauarbeit leisten. Aber wir hoffen, dass er uns noch in der Rückrunde entscheidend helfen kann."

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