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Jörg Schmadtke ist seit dem 1. Juli 2009 Sportdirektor in Hannover © getty

Im DSF-Doppelpass spricht der Sportdirektor von Hannover 96 über die Gründe für den Trainerwechsel und die Wahl von Mirko Slomka.

München - Das 0:1 beim FSV Mainz 05 war für Hannover 96 die siebte Niederlage in Serie. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Auch der neue Trainer Mirko Slomka hat es in seiner ersten Partie als Verantwortlicher bei den Niedersachsen also nicht geschafft, eine Trendwende herbeizuführen.

Hannover trudelt seit der Tragödie um Robert Enke weiter der Zweiten Liga entgegen.

"Ich habe leichte Fortschritte gesehen", widerspricht Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Im DSF-Doppelpass nimmt er zur aktuellen Lage Stellung, erläutert die Beweggründe für die Trennung von Andreas Bergmann und sagt, warum die Entscheidung für Mirko Slomka als Nachfolger ausgefallen ist.

Jörg Schmadtke über...

die Entscheidung für Mirko Slomka als neuen Trainer:

"Es ist richtig, dass wir zwei Szenarien durchdacht haben: Entweder den Feuerwehrmann, die Lösung für ein halbes Jahr, oder aber eine Lösung, die über die Saison hinaus halten kann. Natürlich mussten wir auch andere Alternativen klären.

Ich setze beim Roulette ja auch nicht alles auf die 16. Das muss man schon ein bisschen streuen. Wir haben das eingehend geprüft, auch wenn es schnell gegangen ist.

Mirko Slomka war unsere Wahl und ist unser Trainer. Er hat jegliche Unterstützung, auch mit dem Herzen."

die Premiere Slomkas bei Mainz 05:

"Ich habe leichte Fortschritte gesehen. Es ist schwierig für den Trainer, schon jetzt all seine Ideen komplett einzubringen. Aber wir haben uns deutlich besser präsentiert als in den drei Spielen zuvor.

Wir hatten mehr Ballbesitz und haben mehr Zweikämpfe gewonnen als in den Wochen zuvor. Unter dem Strich zählt das alles nicht, denn das Ergebnis ist 0:1 gegen uns. Dennoch macht das Auftreten Hoffnung."

die Arbeit von Ex-Coach Andreas Bergmann:

"Wir haben am Ende den Glauben verloren. Aber ich bleibe dabei: Andreas Bergmann hat einen richtig tollen Job gemacht, als er gekommen ist.

Er hat einen Stimmungsumschwung hinbekommen, hat Punkte eingefahren, alles hat funktioniert. Doch dann kam das tragische Ereignis des Todes von Robert Enke.

die Gründe für seine Beurlaubung:

"Drei Spiele haben wir nach Robert Enkes Tod noch einigermaßen stabil hinbekommen - gegen Schalke, Bayern und zu Hause gegen Leverkusen, was ein sehr gutes Spiel war.

Trotzdem ist die Situation dann gekippt. Es kamen die drei Eigentore in Gladbach, gegen Bochum haben wir zur Halbzeit 2:0 geführt und 2:3 verloren.

In Berlin hatten wir keine Chance, das war ein desaströser Auftritt. Diese Mannschaft hat einen neuen Input und auch einen neuen Impuls gebraucht.

Deswegen haben wir reagiert. Aber ich sage immer noch, dass die Entscheidung im Sommer die richtige war, Andreas Bergmann zu verpflichten."

die "Betriebssportrede" beim Test gegen Union Berlin:

"Als sportlich Verantwortlicher habe ich die Pflicht, mich einzubringen. Ich muss reagieren, wenn die Mannschaft einen leblosen Auftritt hinlegt wie gegen Union Berlin.

Zu glauben, zehn Tage später auf einen Knopf drücken zu können und dann wird schon alles laufen, ist nicht realistisch.

Die Ansprache war für sich genommen angebracht, aber in der Form ein Fehler, weil die Räumlichkeiten in Berlin nicht dazu geeignet waren und alles nach außen gedrungen ist.

Sie war etwas massiver, aber sie war nicht cholerisch."

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