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Bald wollen sie wieder zusammen wirbeln: Arjen Robben (r.) und Franck Ribery © imago

Der Flügelflitzer ist nach vielen Verletzungungen wieder in Form. Seine neue Rolle gefällt ihm. Für Ribery ist es "ein großer Tag".

Von Martin van de Flierdt

München - Seine Mannschaftskollegen hatten sich gönnerhaft gezeigt.

"Wir haben die vielen Tormöglichkeiten absichtlich vergeben", plauderte Bayern Münchens Abwehrchef Daniel van Buyten aus dem Nähkästchen nach dem Chancenwucher beim 3:2 bei Werder Bremen.

"Und zwar als Geburtstagsgeschenk für Arjen, damit er das entscheidende Tor machen konnte."

Besagter Arjen, Robben mit Nachnamen, ließ sich bekanntlich nicht lumpen, versetzte Werder mit seinem spektakulären Freistoßtor den Knockout und holte mit seinem anschließenden Jubellauf sogar seinen Trainer Louis van Gaal von den Beinen.

"Die besten Geschenke habe ich mir selbst gemacht"

"Die besten Geschenke habe ich mir selbst gemacht", sagte Robben nachher über seinen rundum gelungenen 26. Geburtstag.

Der niederländische Dribbelkünstler hat nun auch in der Bundesliga zu einer eindrucksvollen Bestform gefunden, nachdem ihm zuvor immer wieder kleinere Verletzungen den Weg dorthin verbaut hatten.

"Bei mir ist es wie bei einem Rennwagen", hatte Robben schon zur Jahreswende erklärt. "Wenn da das kleinste Schräubchen nicht richtig festgezogen ist, zerreißt es den ganzen Motor."

Ribery will es Robben gleichtun

Nun passt alles, der Motor schnurrt, und die Bayern profitieren von den schier unaufhaltsamen Tempoläufen des 45-maligen Nationalspielers.

Ähnlich eindrucksvoll will sich auch Franck Ribery bald wieder präsentieren, der nach 112 Tagen sein Liga-Comeback feierte und den Rennwagenvergleich ebenfalls für sich in Anspruch nehmen darf.

"Das ist ein großer Tag für mich", sagte Ribery nach seinem lang ersehnten ersten Kurzeinsatz an der Weser. "Ich hoffe, dass mein Körper mich jetzt in Ruhe lassen wird."

Am Dienstag wird Bayern ein Testspiel gegen den Drittligisten Ingolstadt absolvieren. Hält Ribery da durch, könnte er gegen Mainz in die Startelf rücken.

Wiese räumt Überlegenheit des FCB ein

Ribery möchte verstärkt an der Entwicklung der Mannschaft teilhaben, die sich anschickt, der Konkurrenz - bislang mit der Ausnahme Leverkusen - die Rücklichter zu zeigen.

"Wenn wir so weiterspielen, werden wir uns an der Tabellenspitze festsetzen", behauptet der Franzose daher im Brustton der Überzeugung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schließlich hat selbst Bremens ansonsten eher zum Sprücheklopfen neigender Torhüter Tim Wiese nach der eindrucksvollen Vorstellung der Münchner im Weserstadion kleinlaut eingeräumt, dass "die Bayern derzeit in einer anderen Liga spielen als wir".

"Können uns nur selbst stoppen"

Torschütze Thomas Müller brachte das Selbstbewusstsein des Rekordmeisters nach dem sechsten Ligasieg in Serie in der "tz" in einem plakativen Satz unter: "Im Moment können wir uns nur selbst stoppen."

Darauf wäre es in Bremen beinahe schon herausgelaufen, als wegen der Fahrlässigkeit in der Offensive ein 2:2-Remis im Bereich des Möglichen war. "Dann wäre ich stinksauer gewesen", bekannte Bastian Schweinsteiger.

Doch zum Glück für die Münchner besitzen sie ihren fahrtüchtigen niederländischen Rennwagen. Der hat mittlerweile das Gefühl, mit seinem Wechsel von Madrid zu den Bayern vieles richtig gemacht zu haben.

Robben will die Hauptrolle spielen

"Ich wollte zu einem Klub, der mich als Top-Einkauf betrachten würde. Einem Verein, bei dem ich wichtig sein kann", erzählt der Flügelstürmer. "Mit einer Nebenrolle begnüge ich mich nicht."

Die hat spätestens seit Samstag auch niemand mehr für ihn vorgesehen.

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