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Armin Veh (l.) übernahm im Sommer 2009 das VfL-Traineramt von Felix Magath © getty

Der VfL verliert nach der Pleite gegen Köln den Kontakt zu den Europapokalplätzen. Veh scheint kaum zu halten. Die VfL-Bosse tagen.

Von Nikolai Kube und Christian Ortlepp

München/Wolfsburg - Armin Vehs Zeit beim VfL Wolfsburg scheint abgelaufen.

Die nun schon seit neun Spielen sieglosen Niedersachsen mussten gegen den 1. FC Köln eine 2:3-Heimniederlage hinnehmen und haben in der Tabelle schon zehn Punkte Rückstand auf den angestrebten Europapokalplatz (DATENCENTER: Die Tabelle).

Veh war nach der erneuten Niederlage sichlich enttäuscht:

"Ich muss die Verantwortung für unsere Misere übernehmen. Wenn man so viele Gegentore kassiert, ist es ganz normal, dass der Trainer in die Kritik gerät."

VfL-Bosse tagen

Manager Dieter Hoeneß ließ eine Entscheidung über eine mögliche Trennung offen.

"Wir sind alle fassungslos", sagte der neue Sportchef:

"Wir müssen in Ruhe darüber sprechen, wie man die Situation verbessern kann. Wir lassen uns von außen nichts aufdrängen, aber wir müssen nachdenken, das ist völlig normal. Aktionismus bringt überhaupt nichts."

Die Entscheidung kann Hoeneß nach nur neun Tagen im Amt ohnehin nicht alleine treffen, maßgeblich dürften die Bosse von Geldgeber VW sein.

Am Sonntagabend saß die VfL-Führung zusammen, eine eventuelle Trainerentlassung soll allerdings erst am Montag verkündet werden.

Köstner als Interimscoach?

Nach Sport1.de-Informationen wird im Wolfsburger Umfeld bereits über einen Veh-Nachfolger spekuliert.

Demnach sollen Lorenz-Günther Köstner, aktueller Coach der zweiten Mannschaft des VfL, und sein Assistent Alexander Strehmel vorerst das Ruder beim Deutschen Meister übernehmen.

Der VfL-Manager und Köstner kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Stuttgart.

Unter dem damaligen VfB-Coach Christoph Daum arbeitete der 58-Jährige drei Jahre lang (1990-1993) als Co-Trainer und holte 1992 die Deutsche Meisterschaft ins Schwabenland.

Allerdings soll das Duo "Köstner/Strehmel" nur übergangsweise das Team betreuen, um in Ruhe einen neuen Chefcoach zu finden.

Kandidaten Schuster und Sammer - Stevens sagt ab

Nach Informationen des "kicker" sollen Bernd Schuster und Matthias Sammer die Top-Kandidaten sein, während der ebenfalls gehandelte Huub Stevens absagte.

"Diese Saison stehe ich nicht zur Verfügung, so einfach ist das", sagte der Niederländer Sport1.de.

"Ich habe einen Vertrag unterschrieben und dazu stehe ich, was danach geschieht muss man sehen. Ich habe von Wolfsburg nichts gehört und kann mir auch nicht vorstellen, dass die jemanden einstellen."

Köln auch ohne Sturmstars erfolgreich

Schwerpunkt für einen neuen Trainer dürfte die miserable Abwehr der "Wölfe" sein, die die zweitmeisten Gegentreffer der Liga kassiert hat.

"Wir kassieren unglaublich viele Gegentore. Das kann nicht sein", schimpfte Hoeneß.

Vor 27.471 Zuschauern gingen die Gäste aus Köln durch Kevin Pezzoni (7.) und Sebsatian Freis (57.) zweimal nach groben Patzern in Führung.

Nationalspieler Christian Gentner (22.) und Ricardo Costa (59.) glichen für die Wolfsburger jeweils aus 195964(die Bilder).

Adil Chihi gelang 17 Minuten vor dem Ende aber noch das 3:2 für die Rheinländer, die ohne ihre verletzten Stürmer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic antreten mussten und dennoch auswärts zum siebten Mal nacheinander ungeschlagen blieben.

"Im Moment ist der Wurm drin", stellte VfL-Torwart Andre Lenz fest: "Wir machen zu viele individuelle Fehler, und jeder Fehler wird sofort bestraft."

Torschütze Freis freute sich: "Poldi und Nova sind ausgefallen. Jetzt waren wir Jungs aus der zweiten Reihe am Zug und haben bewiesen, dass wir auch Tore schießen können."

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