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Köstner (l.) ist vorerst Nachfolger von Veh (r.), Schuster könnte die Dauerlösung sein © getty

Wolfsburgs Trainer wird entlassen. Interimscoach Köstner will mit dem VfL "Erfolgserlebnisse feiern". Für Vehs Nacholge gibt es mehrere Kandidaten.

Von Christian Stüwe, Martin Volkmar und Christian Ortlepp

München - Armin Veh ist nicht mehr Trainer des VfL Wolfsburg.

Den erwarteten Rauswurf gab der Deutsche Meister am Tag nach der 2:3-Heimniederlage gegen Köln und dem siebten sieglosen Spiel in Folge bekannt.

(DATENCENTER: Die Tabelle)

Diese Entscheidung traf der VfL-Aufsichtsrat am Montagnachmittag, nachdem es seit Sonntagabend mehrere Krisensitzungen von Klubeigentümer VW und der Vereinsführung gegeben hatte.

Aufsichtsratsboss Sanz: "Neuanfang starten"

"Diese Entscheidung ist uns im Präsidium nicht leicht gefallen. Wir sind jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nach den vielen negativen Erlebnissen der letzten Wochen handeln mussten - auch um einen Neuanfang zu starten", sagte Aufsichtsratchef Francisco Javier Garcia Sanz.

Ähnlich äußerte sich Haupt-Geschäftsführer Dieter Hoeneß. "Die Zusammenarbeit mit Armin Veh war gut, auch sein Verhältnis zur Mannschaft war intakt. Leider blieben die sportlichen Ergebnisse aus", erklärte er.

"Dies ist Grund für die tiefe Verunsicherung der Mannschaft. Wir waren nicht mehr der Überzeugung, dass wir die Situation gemeinsam mit Armin Veh in absehbarer Zeit hätten ändern können."

Übergangslösung mit Köstner

Bis zum nächsten Spiel am Freitag beim Hamburger SV übernimmt Lorenz-Günther Köstner das Team, bisher Trainer der zweiten Mannschaft des VfL.

Diese Interimslösung mit dem ehemaligen Bundesligacoach von Köln und Unterhaching hatte Sport1.de bereits am Sonntag vermeldet.

"Müssen zurück zur Normalität"

"Wir haben sieben Spiele nicht gewonnen. Das Wichtigste ist jetzt, dass wir wieder zur Normalität zurückkehren. Damit meine ich, dass wir wieder Erfolgserlebnisse feiern", sagte Köstner am Montag zu Sport1.de.

Der U-23-Trainer des VfL reiste am Montag vom Trainingslager der Reserve in Peschiara (Italien) zurück nach Deutschland. Gespräche über eine eventuelle längere Tätigkeit bei den Profis gab es noch nicht.

"Dazu hat die Zeit noch nicht gereicht. Ab morgen werde ich die Mannschaft auf das Spiel gegen den HSV vorbereiten", sagte der 57-Jährige.

Schuster Wunschkandidat

Wunschkandidat auf die dauerhafte Nachfolge soll Bernd Schuster sein, vor allem bei Aufsichtsratchef Sanz.

Der 50-Jährige war 2008 bei Real Madrid entlassen worden und schon mehrfach bei den "Wölfen" gehandelt worden.

Erste Gespräche mit Schuster haben angeblich bereits stattgefunden.

Schuster wollte in der vergangenen Woche im Gespräch mit Sport1.de ein Engagement in der Bundesliga nicht ausschließen.

"Man muss als Trainer offen sein", sagte der Ex-Coach von Real Madrid: "Es kann immer etwas kommen, was gut passt oder sehr interessant ist."

Auch Sammer, van Basten und Babbel im Gespräch

Gut möglich, dass ein Engagement beim Meister nach Schusters Geschmack wäre. Allerdings werden auch noch weitere prominente Namen gehandelt.

Etwa DFB-Sportdirektor Matthias Sammer oder Marco van Basten. Der niederländische Europameister von 1988 saß zuletzt bei Ajax Amsterdam auf der Bank und ist derzeit ohne Beschäftigung.

Der kürzlich in Stuttgart entlassene Markus Babbel würde ebenfalls ins Profil passen. Er könnte zum zweiten Mal die Nachfolge Vehs antreten, nachdem er ihn bereits in Stuttgart zunächst erfolgreich beerbt hatte.

Stevens dementiert

Ein weiterer möglicher Kandidat dürfte Lucien Favre sein, den Hoeneß bereits nach Berlin zur Hertha lotste. Auch Huub Stevens, derzeit Trainer bei Red Bull Salzburg, wurde mehrfach genannt.

Doch Stevens erteilte den Gerüchten bei Sport1.de eine klare Absage: "Ich selbst habe einen Vertrag in Salzburg. Diese Saison stehe ich nicht zur Verfügung, so einfach ist das."

Aus Wolfsburg habe er "nichts gehört", sagte der Niederländer.

VfL mit Rafinha einig?

Schneller als in der Trainerfrage dürfte es bei der Verpflichtung des Schalker Außenverteidigers Rafinha gehen.

Nach Informationen des "kicker" hat sich der VfL mit Rafinha auf einen Vertrag bis 2014 geeinigt, Schalke soll dafür eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro bekommen.

Nun muss nur noch S04-Trainer und Manager Felix Magath dem Vertrag zustimmen. Rafinha könnte der zuletzt arg wackligen Abwehr der Niedersachsen mehr Stabilität verleihen.

Abwehr lässt Veh verzweifeln

An der Abwehrleistung war zuletzt auch Veh verzweifelt.

"Ich bin seit 19 Jahren Trainer", hatte Veh nach der Niederlage in Köln gesagt:

"Und ich habe schon deutlich schwächere Teams trainiert, aber solche Gegentore habe ich nie zuvor kassiert."

So sieht es auch Hoeneß: "Neun Pflichtspiele ohne Sieg und die hohe Anzahl von 38 Gegentoren in der Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache."

Rafinha soll nun Abhilfe leisten. Veh wird davon aber nicht mehr profitieren.

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