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Bald Meister? Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler (l.) und Reiner Calmund © imago

Leverkusens Sportdirektor spricht nach dem Sieg gegen Hoffenheim vom Titel. Allein Trainer Jupp Heynckes hält den Ball flach.

Sinsheim - Nach dem imposanten Konter im Fernduell mit Bayern München und dem Sturm zurück an die Tabellenspitze gab Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler sein erstes Meisterversprechen ab.

"Wenn wir die Schale holen, darfst du sie auch anfassen", sagte Völler in "Sky" zum ehemaligen Bayer-Manager Reiner Calmund. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Das Thema Meisterschaft ist beim "ewigen Vize" nach dem 3:0 (1:0) bei 1899 Hoffenheim längst kein Tabu mehr

Schließlich hatte die Werkself erneut dem Druck standgehalten, sich nun das zweite Mal von den vortags vorlegenden Münchnern nicht in Bockshorn jagen lassen dank der Tore von Sami Hyypiä (11.), Toni Kroos (51.) und Tranquillo Barnetta (72.).

"Das ist eine Auszeichnung"

Allein Jupp Heynckes wollte beim ungeschlagenen Tabellenführer nicht so ganz in den Lobgesang einstimmen.

"In der ersten Halbzeit waren wir nicht so dominant und haben uns das Leben mit leichtsinnigen Fehlern selbst schwer gemacht. Das habe ich in der Pause auch deutlich zum Ausdruck gebracht. Danach haben wir gezeigt, dass wir zu Recht oben stehen", sagte der Coach.

Heynckes schränkte aber zugleich ein: "Bis zum Ende werden vier bis fünf Mannschaften um den Titel kämpfen."

Heynckes vor Rekord

Dabei könnte der Trainer bald seinen persönlichen Rekord brechen. Saisonübergreifend ist der 64-Jährige seit 25 Spielen ungeschlagen.

Seine persönliche Bestmarke liegt bei 27 Partien in den Spielzeiten 1987/88 und 1988/89 - mit Rekordmeister Bayern München.

Seine guten Kontakte zu Bayern-Präsident Uli Hoeneß liegen im Titelkampf zur Zeit auf Eis. "Wir telefonieren sonst ab und zu, aber im Moment ruft mich der Uli nicht an", meinte Heynckes trocken.

Riesen Frust in Hoffenheim

Bei Herbstmeister-Vorgänger Hoffenheim herrscht nach der sechsten Partie in Folge ohne Sieg und dem Absturz ins Mittelmaß unterdessen Frust.

"Es macht im Moment keinen Sinn, noch auf die Plätze für das internationale Geschäft zu schielen. Wir müssen uns Stück für Stück wieder Selbstvertrauen holen", erklärte 1899-Coach Ralf Rangnick.

Kurzfristige Aktivitäten auf dem Transfermarkt in dieser Woche aufgrund der Verletztenmisere schloss Rangnick aus: "Das macht keinen Sinn. Das Potenzial ist da, und die Verletzten werden nach und nach zurückkommen."

Bänderriss bei Maicosuel

Beim Abschlusstraining hatte sich auch noch Stürmer Maicosuel einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen.

Zudem sorgte dessen brasilianischer Landsmann Carlos Eduardo für Unruhe, indem er seinen Verbleib an die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb geknüpft hat.

Selbst bei den Fans verspürt Hoffenheim erstmals Gegenwind. Für die lautstarken Unmutsbekundungen der Anhänger zeigte Rangnick Verständnis: "Das kann man nachvollziehen, wir haben uns alle die Saison anders vorgestellt.

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