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Stolz lässt sich HSV-Präsident Bernd Hoffmann mit seinem bisher prominentesten Spieler ablichten
HSV-Boss Bernd Hoffmann (l.) ist sichtlich stolz auf seinen großen Coup © getty

Ruud van Nistelrooy löst beim HSV einen Medienauflauf von bisher nicht gekanntem Ausmaß aus. Der Stürmer will gegen Köln debütieren.

Hamburg - 25 Kamerateams, rund 150 Journalisten und eine ganze Stadt in Aufruhr: Schon vor seiner ersten Trainingseinheit beim Hamburger SV ist Stürmerstar Ruud van Nistelrooy die neue Attraktion der Bundesliga.

"Die Mannschaft des HSV ist sehr jung und wird noch besser werden. Es wäre schön, wenn wir in den kommenden Jahren einen Titel gewinnen könnten", sagte der Niederländer, nachdem er bei seiner offiziellen Vorstellung am Montag das erste Blitzlichtgewitter überstanden hatte. 195995(DIASHOW: Ein Superstar zum Anfassen)

Rummel um Ruud

Einen ähnlichen Medienauflauf hatten die Hanseaten wohl noch nie erlebt. Nicht bei der Präsentation von Rafael van der Vaart, dessen sportlicher Ruf dem von van Nistelrooy vielleicht noch am nächsten kam.

Nicht beim Japaner Naohiro Takahara, der zwar kein überragender Kicker war, aber immer eine stattliche Gefolgschaft von Landsleuten im Schlepptau hatte. Mit der spektakulären Verpflichtung van Nistelrooys stößt der HSV in neue Dimensionen vor.

Klubchef Hoffmann voller Stolz

"Wir sind sehr stolz, dass es uns gelungen ist, einen solchen Spieler in die Bundesliga zu holen", sagte Klubchef Bernd Hoffmann, während van Nistelrooys vergangene Heldentaten über die Monitore flimmerten:

"Wir haben in den vergangenen Wochen versucht, besondere Qualität zu bekommen. Jetzt sind wir glücklich, dass die beste Option funktioniert hat", sagte Hoffmann.

HSV-Stürmerlegende Uwe Seeler war voll des Lobes für den Zugang: "Er hat die richtige Nase für Tore. Er ist ein Vollstrecker, ein Weltkasse-Stürmer."

Abschied von Madrid am Sonntag

Am Sonntagabend war van Nistelrooy von Real Madrid verabschiedet worden. 70.000 Zuschauer im Estadio Santiago Bernabeu spendeten Europas bestem Torjäger des vergangenen Jahrzehnts Standing Ovations.

"Es war eine tolle Zeit bei Real Madrid. Aber das ist jetzt abgeschlossen. Ich bin bereit für einen neuen Start", meinte van Nistelrooy. 195995(die Bilder seiner Karriere)

Am Montagmorgen ging es für Hamburgs Heilsbringer per Privatjet Richtung Hansestadt. Ehefrau Leontine sowie die Kinder Moa Annette und Lian bleiben vorerst in Spanien, bis eine passende Behausung an der Elbe gefunden ist. Schließlich läuft der Vertrag bis 2011.

Immer wieder verletzt

Dennoch soll van Nistelrooy naturgemäß möglichst bald für die Hanseaten auflaufen. An der nötigen Fitness scheint es derzeit aber noch zu hapern.

Im November 2008 musste sich der Niederländer bei einer Operation einen Teil des rechten Außenmeniskus entfernen lassen und kam seitdem nicht mehr richtig auf die Beine.

Zuletzt stoppten ihn immer wieder Muskelverletzungen. In der laufenden Saison kam van Nistelrooy für Madrid in Liga, Pokal und Champions League bei insgesamt vier Einsätzen nur auf 131 Minuten Spielzeit.

Auch im Moment laboriert er an einem Muskelfaserriss.

"Hoffe auf Debüt gegen Köln"

"Ich brauche noch eine Woche individuelles Training. Daher passt das Spiel am Freitag gegen Wolfsburg noch nicht. Danach kann ich aber mit der Mannschaft trainieren und hoffe, dass ich gegen Köln mein Debüt geben kann", sagte van Nistelrooy:

"Ich habe ein gutes Gefühl, dass die Zeit der Verletzungen jetzt vorbei ist. Das operierte Knie ist in einem perfekten Zustand."

Entscheidung für die Qualität der Bundesliga

Sport1.de-Kolumnist Huub Stevens glaubt "nicht, dass Hamburg ein großes Risiko eingeht. Van Nistelrooy ist nach wie vor ein sehr guter Stürmer", meint der ehemalige HSV-Trainer.

Van Nistelrooys Entscheidung zugunsten des HSV spräche vor allem für die Qualität der Bundesliga. "Gerade in Hamburg leistet man seit Jahren hervorragende Arbeit. Es wundert mich gar nicht, dass so ein Topspieler zum HSV wechselt."

Ruud van Nistelrooy über...

die Entscheidung für den HSV:

"Ich hatte sehr gute Gespräche mit Trainer Bruno Labbadia und Präsident Bernd Hoffmann. Meine Ambitionen und die des HSV passen sehr gut zusammen. Auch Rafael van der Vaart und Joris Mathijsen haben mir viele positive Dinge über Verein, Fans und Stadt erzählt. Ich will zeigen, dass ich noch einige Jahre auf sehr hohem Niveau spielen kann."

seine Ziele mit dem HSV:

"Es war eine tolle Zeit bei Real Madrid. Aber das ist jetzt abgeschlossen. Ich bin bereit für einen neuen Start. Ich freue mich auf meine neuen Kollegen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Mannschaft des HSV ist sehr jung und wird noch besser werden. Es wäre schön, wenn wir in den kommenden Jahren einen Titel gewinnen könnten."

seinen ersten Einsatz über 90 Minuten:

"Ich werde das Beste aus mir herausholen. Es ist jetzt wichtig, dass ich fit werde und Schritt für Schritt meine Top-Form erreiche. Ein bisschen Zeit brauche ich aber noch. Ich hoffe, dass ich in drei bis vier Wochen fit für 90 Minuten bin. Der Trainer und ich werden gemeinsam überlegen, wann es Zeit für Vollgas ist."

die Stärke der Bundesliga:

"Die Bundesliga ist eine der stärksten Ligen in Europa. Ich habe sie immer verfolgt. Sehr viele Jahre lang wurde samstags um sechs im Hause van Nistelrooy die Sportschau geguckt."

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