Magath hatte dem zuvor drögen Konzern-Klub einen frischen Anstrich verpasst. Unter Veh fiel Wolfsburg zurück ins Mittelmaß.

Die Beziehung zwischen Trainer Veh und dem Konzern-Verein wirkte vom ersten Tag an allzu hölzern.

Veh war im Sommer mehr oder weniger zufällig zu den "Wölfen" gekommen, weil Meister-Macher und General-Herrscher Felix Magath sich überraschend gen Schalke verabschiedet hatte.

Zu einem Zeitpunkt, als der vorher als dröger Konzern-Klub geltende VfL erstmals so etwas wie eine frischen Anstrich bekommen hatte.

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Titelgewinner, Champions-League-Teilnehmer, ja vielleicht sogar Sympathieträger mit erfrischendem Offensiv-Fußball: Dank Magath galt Wolfsburg plötzlich als bunt und eben nicht mehr als graue Pappe.

Das fortzuführen, genau dazu sollte der doch so weltmännisch wirkende Veh imstande sein.

Den Anforderungen und dem Erwartungsdruck wurde Magaths Nachfolger trotzdem nie gerecht.

Veh muss sich vor allem vorwerfen lassen, den Absturz zurück ins verhasste Mittelmaß zugelassen zu haben, obwohl er bis zum Schluss beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten vorfand.

Denn Magaths Meister-Elf hatte sich schließlich keineswegs zu anderen Klubs verabschiedet: Mit Grafite und Edin Dzeko hielt der VfL das beste Sturmduo der Vorsaison. Auch dank des mächtigen Geldgebers VW im Rücken.

Und mit Obafemi Martins kam sogar noch ein überdurchschnittlicher Offensivmann dazu.

Doch unter Veh verschand die zuvoer erwachte Euphorie, dafür trat plötzlich eine eklatante Abwehrschwäche zutage.

Am Ende kickte der VfL unter Vehs Leitung nicht nur bieder, sondern in der Defensive desolat und - was das Schlimmste war - erfolglos.

Zu schnell haben die Klub-Bosse und VW-Strippenzieher im Aufsichtsrat die Reißleine nun keineswegs gezogen.

Als sie Veh unlängst die Managerfunktion abnahmen und Dieter Hoeneß übertrugen, war das weniger eine bewusste Kompetenz-Demontage des ehemaligen Stuttgarter Meistertrainers als vielmehr ein Versuch, den überforderten Coach zu entlasten.

Allein, er machte nichts daraus.

Eine wirkliche Bindung zu Region und Menschen blieb Veh dem Vernehmen nach ebenso versagt.

Anders als Malocher Magath. Für Wolfsburg war Veh war wohl schlichtweg zu grau.

Auch U-23-Coach Lorenz-Günther Köstner ist deshalb nicht mehr als eine Übergangslösung für den Verein, der die längst verdrängten Zeiten des Mittelmaßes nie mehr erleben möchte.

Es sollte eine große Lösung mit einem namhaften Nachfolger wie Marco van Basten oder Bernd Schuster sein.

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