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Ralf Rangnick ist seit Juni 2006 Trainer bei 1899 Hoffenheim © imago

In Sinsheim ist die Euphorie der erfolgreichen letzten Saison verflogen, nach sechs sieglosen Spielen herrscht Katerstimmung.

Hoffenheim - Da helfen auch nicht die Millionen von Mäzen Dietmar Hopp:

Der so hoch ambitionierte Retortenklub 1899 Hoffenheim steckt im Mittelmaß der Bundesliga fest.

Beim anvisierten Sprung auf das internationale Parkett drohen die Kraichgauer böse auszurutschen und selbst der Kredit der eigenen Fans ist ein Jahr nach der prunkvollen Eröffnung der Rhein-Neckar-Arena verspielt.

"Wir brauchen im Moment nicht auf die vorderen Plätze und die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb schauen, sondern müssen uns Schritt für Schritt wieder Selbstvertrauen holen", sagt Trainer Ralf Rangnick. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Jobgarantie für Rangnick

Immerhin muss der Chefcoach, der in der Vorbereitung auf die Rückrunde wegen einer schweren Erkrankung seines Vaters eine Woche lang gefehlt hatte, noch nicht um seinen Job fürchten.

Das Vertrauen zum Trainer sei uneingeschränkt, ließ der mächtige Hopp aus seiner Winterresidenz in Naples im US-Bundesstaat Florida verlauten - auch wenn die Mannschaft keinen Lauf habe.

Sechs Spiele ohne Sieg

Nun, einen "Lauf" hat das Team, nur in die falsche Richtung. Seit sechs Spielen ist Hoffenheim ohne Sieg.

Vedad Ibisevic, der die Mannschaft in der Hinrunde der Vorsaison zur Herbstmeisterschaft geschossen hatte, wartet seit 457 Minuten auf einen Treffer.

Und gegen keinen Top-Klub konnte das Team, das am Samstag bei Schalke 04 antritt, bislang gewinnen - alarmierende Zahlen, die Nationalspieler Andreas Beck nach dem 0:3 am vergangenen Sonntag gegen Spitzenreiter Bayer Leverkusen sogar zu der Aussage veranlasst haben, "den Blick nach unten zu richten".

Viele junge Spieler

Als Entschuldigung können die Hoffenheimer anführen, dass sie nach wie vor auf junge Spieler setzen, die Leistungsschwankungen unterliegen.

Rangnick verweist auch auf die personell angeschlagene Situation und die vielen Ausfälle vor allem in der Offensive.

Demba Ba und Maicosuel sind verletzt, Chinedu Obasi weilt mit Nigeria beim Afrika-Cup.

Zudem waren die Neuzugänge noch keine große Hilfe. Der Argentinier Franco Zuculini hat sein Potenzial nur selten andeuten können.

Tagoe bald dabei

Der zunächst als herzkrank eingestufte Ghanaer Prince Tagoe hat noch kein Pflichtspiel für Hoffenheim bestritten.

Zumindest wurde dem 23-Jährigen bei einer Kontroll-Untersuchung am Dienstag volle Belastbarkeit attestiert.

Laut Rangnick kann Tagoe "in ein paar Wochen" beim Weg aus der Krise helfen.

Egoismus zurückstellen

Allerdings ist die Mannschaft nicht mehr ein so verschworenes Team wie in der Debüt-Saison in der ersten Liga.

Ersatzkapitän Sejad Salihovic hat mehrmals angemahnt, egoistische Sichtweisen zurück zu stellen.

Dagegen hat der brasilianische Nationalspieler Carlos Eduardo das Erreichen eines Europapokal-Wettbewerbs zur Bedingung für seinen Verbleib im Kraichgau gemacht und "einen Kader mit mehr Qualität in der Breite" gefordert. Zumindest das sollte dank der Hopp-Millionen kein Problem sein.

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