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Arjen Robben (l.) und Franck Ribery spielten erst fünf Mal in der Liga zusammen für Bayern © imago

Im DSF-Interview spricht Bayern Münchens Dribbelkünstler Arjen Robben über seine Jugend, Franck Ribery und graue Unterhosen.

Von Martin van de Flierdt und Christian Ortlepp

München - Seine Art Fußball zu spielen ist ohne Frage sehenswert.

Was seine lange graue Unterhose angeht, die Arjen Robben im Winter beim kicken zu tragen pflegt, gehen die Meinungen dagegen auseinander.

"Sie macht die Muskeln warm", erklärt der Münchner Wirbelwind im DSF (das gesamte Interview um 18.30 Uhr in Bundesliga aktuell).

"Dass das nicht gut aussieht, hat meine Frau auch schon gesagt. Aber der Verein hat nur dieses Modell, ich hatte also keine Wahl."

Er grinst. Denn im Moment fühlt sich Arjen Robben wohl. Der Körper macht mit, sein FC Bayern ist auf einem hervorragenden sportlichen Weg.

"Ich will hier gerne lange, lange bleiben", hatte der 26-Jährige bereits dem "Münchner Merkur" gesagt. "Denn jetzt ist alles gut, aber das muss auch so bleiben."

Als er aus Madrid zum FC Bayern kam, hatte beim deutschen Rekordmeister dagegen noch einiges im Argen gelegen:

"Da habe ich bei einigen Spielern Angst gespürt. Angst Fehler zu machen. Es war eine schwierige Situation mit viel Druck."

Bayern kommt langsam, aber gewaltig

Doch mit den Automatismen seien erst das Selbstvertrauen und dann die Erfolge gekommen.

"Louis van Gaal ist ein Profi mit einem eigenen Stil, an den wir uns erst gewöhnen mussten", erklärt Robben den Umstand, dass die Münchner nur langsam ins Rollen kamen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Jetzt spielen wir so, wie der Trainer das will. Auch bei Ajax, Barcelona und der niederländischen Nationalmannschaft hat es eine Zeit gedauert, bis die Erfolge kamen."

"Van Gaal einer der fünf Besten der Welt"

Von seinem Landsmann auf der Bank ist Robben ohne Wenn und Aber überzeugt:

"Er ist ein Coach, von dem man als Spieler noch etwas lernen kann, und immer für seine Spieler da. Für mich gehört er zu den fünf besten Trainern der Welt."

Zu den herausragenden Spielern darf - wenn denn in Höchstform - auch Franck Ribery gezählt werden. Dessen Gedankenspielen, im Sommer womöglich zu Robbens Ex-Klub Real Madrid zu wechseln, begegnet der Niederländer mit Flachs.

"Ich sage ihm immer: Du bleibst hier, es gibt keine Chance wegzugehen", erzählt Robben. "Dann lacht er. Der Klub versucht alles, um ihn zu halten. Ich glaube, dass er bleibt."

Ein echter Straßenkicker

Mit Ribery verbindet Robben nicht nur ein ähnlicher Humor, sondern auch die Vorliebe für Tempoläufe mit dem Ball am Fuß.

"Auf der Straße habe ich immer eins gegen eins gespielt, stundenlang", erinnert er sich.

"Mit vier Jahren habe ich im Klub angefangen. Mein Vater war damals Trainer bei einem Amateurverein. Ich habe auf dem einen Platz gespielt und er auf einem anderen sein Team trainiert."

Hans Robben hat damals bei VV Bedum in der Nähe von Groningen seinen Ehrgeiz nicht auf den Sohn projiziert. Dafür ist dieser ihm heute noch dankbar.

"Wenn ich jetzt sehe, dass Eltern an der Linie stehen und reinschreien - das ist das Schlechteste, was man machen kann", sagt er.

"Kinder sollten Spaß haben und ohne Druck dem Ball nachlaufen können. Die muss man nur lassen."

Kleine Menschen in grauen Beinkleidern

Seine Toleranz gegenüber dem Nachwuchs ist schier grenzenlos.

"Wenn bald kleine Jungs mit einer grauen langen Unterhose auf dem Fußballplatz rumlaufen, wäre das doch lustig", meint er, und das Grinsen kehrt in sein Gesicht zurück.

"Ich hätte damit jedenfalls kein Problem."

Bei seiner Frau hat bislang noch niemand nachgefragt.

(Das gesamte Interview um 18.30 Uhr in Bundesliga aktuell)

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