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Franck Ribery wechselte 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern © imago

Franck Ribery feiert gegen Ingolstadt sein Comeback in der Startelf der Münchner. Gegenüber Sport1.de zeigt er sich zufrieden.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Ein Blick auf den Ball, ein Blick nach vorn und Franck Ribery düste los, als würde gleich der Sprintwert auf 10 Metern ermittelt.

Zwei Minuten waren bis zu seinem ersten Ballkontakt im Test gegen den FC Ingolstadt gespielt.

Und die Mitspieler suchten den Franzosen von Anfang an, schließlich hatte der Rekordmeister das Freundschaftsspiel gegen den Spitzenreiter der Dritten Liga genau aus jenem Grund aufs Programm genommen: dem Mittelfeldvirtuosen Spielpraxis zu geben.

61 Minuten Spielpraxis

Der genoß die Partie, nachdem er ja in der Bundesliga zuletzt gegen Bremen bereits 20 Minuten spielen durfte.

"Es war für mich sehr wichtig, in diesem Test zu spielen und wieder mehr Wettkampfpraxis zu sammeln", erklärte Ribery anschließend den Reportern.

Natürlich sei er "sehr froh", seine Verletzungen überstanden zu haben. 61 Minuten durfte Ribery gegen Ingolstadt ran.

"Die Stimmung im Team ist gut"

Für den Franzosen war diese Stunde auf dem FCB-Trainingsgelände so etwas wie eine TÜV-Prüfung seines zuletzt arg gebeutelten Körpers.

Dass der trotz bitterkalten Temperaturen und eines recht harten Untergrunds stand hielt, befeuerte gleich Riberys Selbstvertrauen.

"Die Stimmung im Team ist gut und wenn alle fit bleiben, dann können wir Großes erreichen, Deutscher Meister werden, den Pokal gewinnen und auch in der Champions League weit kommmen", sagte er zu Sport1.de.

Test vor den Augen des Präsidenten

20 Minuten hatte Ribery in der Bundesliga beim 3:2-Erfolg in Bremen mitwirken dürfen. Wirkliche Aufschlüsse über seinen Leistungsstand ergaben sich daraus aber nicht.

Wie sehr wirkt die Verletzung an der Patellasehne nach? Welche Probleme macht noch die Nagelbettentzündung an beiden großen Zehen? Das waren die Fragen, die sich die Bayern-Verantwortlichen stellten.

Entsprechend interessiert schauten Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Christian Nerlinger zu.

Van Gaal kommt direkt vom Benefiz-Spiel

Trainer Louis van Gaal kam gegen Mitte der ersten Hälfte direkt vom Flughafen an die Säbener Straße, er hatte am Abend zuvor in Lissabon eine Weltauswahl in einem Benefizspiel zugunsten der Haiti-Hilfe betreut.

Die Eindrücke des Coachs dürften gut gewesen sein.

Ribery scheute die Zweikämpfe nicht, wagte in der ersten Halbzeit drei, vier Dribblings und bescherte Stürmer Sene eine tolle Torvolage (33. Minute), die der aber vergab.

Ribery hofft auf Einsatz von Beginn

Ribery war trotzdem zufrieden - und das lag nicht nur am 2:0-Sieg seiner Mannschaft.

"Es war ein gelungener Test, wir hatten auch einen sehr guten Gegner aus der Dritten Liga", berichtete er und scheute bewusst jede konkrete Aussagen, ob er am Wochenende gegen Mainz von Anfang an spielen werden.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das, so Ribery ganz im Fußballer-Jargon, entscheide nun mal der Trainer. Aber: "Ich arbeite hart dafür, wieder von Beginn an dabei zu sein."

"Ich brauche den Wettkampf"

Allerdings gestand der von zig europäischen Topclubs umschwärmte Ribery auch ein:

"Ich bin noch nicht bei 100 Prozent und weiß daher nicht, ob es für einen Einsatz in der Startelf reicht. Ich hoffe, zumindest 45 Minuten zu spielen. Ich brauche den Wettkampf, um wieder zu meiner vollen Stärke zu kommen."

Seine Mitspieler waren indes äußerst zufrieden, den Mittelfeldtrickser wieder als Spezialwaffe in der Hinterhand zu wissen.("Ich glaube, dass Ribery bleibt")

"Es ist schön, dass Franck wieder da ist, das Spiel war ja auch für ihn und damit er fit wird", sagte Abwehrspieler Diego Contento zu Sport1.de.

Rummenigge: "Van Gaal von Kroos begeistert"

Sollte Ribery bleiben, wird der Franzose in der kommenden Saison gemeinsam mit Toni Kroos die gegnerischen Reihen verzaubern. Denn dem Noch-Leverkusener, der nach seiner Ausleihe im Sommer zu den Münchnern zurückkehrt, winkt ein Platz im Mittelfeld neben dem Superstar.

"Louis van Gaal ist von Toni Kroos begeistert, und er kann sich gut vorstellen, dass wir nächstes Jahr im Mittelfeld mit Kroos und Ribery spielen werden", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der "Abendzeitung".

Ribery war nicht im Kofferraum

Bleibt also die Frage, ob Ribery nach der Saison weiterhin für die Münchner auflaufen wird. Er selbst hatte noch etwas anderes zu klären.

Nein, er habe sich am Vortag in Frankreich nicht im Kofferraum eines Autos versteckt, um unerkannt nach einem Gerichtstermin mit seinem ehemaligen Spielerberater Bruno Heiderscheid an den Journalisten vorbeizukommen.

Und auch in der Liga wird sich der Dribbelstar bei ansteigender Fitness nicht verstecken müssen.

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