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Erzielte für Bayer Leverkusen 182 Tore in 350 Ligaspielen: Ulf Kirsten © imago

Ulf Kirsten verrät im Interview mit Sport1.de das Erfolgsgeheimnis von Helmes und erklärt, warum Bayer weiter oben bleiben kann.

Von Mathias Frohnapfel

München/Leverkusen - Er selbst hat früher aus allen Lagen aufs Tor geballert.

Stehend, im Fallen und zur Not auch mal liegend. Drei Mal schnappte sich Ulf Kirsten so die Torjägerkanone in der Bundesliga.

Der 42-Jährige ist also ausgewiesener Experte fürs Toreschießen. Mittlerweile trainiert er Bayers zweite Mannschaft in der Regionalliga West.

Mit Sport1.de hat er über Patrick Helmes gesprochen, der das Zeug dazu hat, im Bayer-Team sein legitimer Erbe zu werden. Derzeit führt Helmes mit sieben Treffern die Bundesliga-Torjägerliste an.

Sport1: Herr Kirsten, wo sehen Sie die Stärken von Patrick Helmes?

Ulf Kirsten: In seiner Schusstechnik natürlich. Und er ist unheimlich schnell, torgefährlich und technisch gut. Heutzutage ist es ja nicht alltäglich, dass diese Komponenten bei einem Spieler zusammenfließen.

Er ist antrittsschnell und auch auf der Strecke schnell. Und er ist vorm Tor eiskalt.

Sport1: Wie sehr profitiert Helmes davon, dass bei Bayer mit Trainer Bruno Labbadia und Sportdirektor Rudi Völler zwei ehemalige Stürmer das Sagen haben?

Kirsten: Ach, ich glaube, das liegt an der offensiven Ausrichtung von Bayer. Er kommt so in sehr viele Torsituationen herein und wird sehr gut eingesetzt. Davon profitiert jeder Stürmer. Vor allem wenn er die Klasse von Patrick hat.

Sport1: Besteht denn die Gefahr, dass dem 24-Jährigen der Erfolg zu Kopf steigt?

Kirsten: Er wird nicht abheben, weil er da auch nicht der Typ dafür ist. Klar wird er auch mal schwächere Spiele haben. Aber nachdem er so eingeschlagen hat, wird man ihm auch das verzeihen. Helmes hat außerdem ein Ziel. Er gehört in der Nationalelf noch nicht zum Stamm, also wird er weiter daran arbeiten, um diesen Sprung zu schaffen.

Sport1: Funktioniert es für den Newcomer auch deshalb so gut, weil Kollege Stefan Kießling nicht nur auf seinen eigenen Abschluss schaut?

Kirsten: Ich denke, schon dass der "Ki" (Stefan Kießling, d. Red.) auch auf seinen eigenen Abschluss schaut. Stürmer sind so. Aber natürlich harmonieren die beiden gut miteinander. Und Patrick legt auch Bälle ab, 'Ki' ist nicht der reine Strafraumstürmer. Vor allem ist er kein Neider, der dem anderen das Tor nicht gönnt.

Sport1: Bayer ist hervorragend in Bundesliga und Pokal gestartet. Wie hoch ist die Gefahr, dass der jungen Mannschaft wieder die Puste ausgeht wie in der Vorsaison?

Kirsten: Es ist klar, dass eine junge Mannschaft auch Schwankungen unterliegt. Aber die Mannschaft macht einen sehr fitten und physisch starken Eindruck. Deshalb glaube ich nicht, dass das passieren wird.

Sport1: Leverkusen ist in diesem Jahr gezwungenermaßen nicht der Doppel-Belastung durch das internationale Geschäft ausgesetzt. Klappt nun auch mehr im Pokal als in den Jahren vorher?

Kirsten: Der Pokal ist ein sehr lohnenswertes Ziel. Man kommt so schnell in den UEFA-Cup, aber man braucht auch bisschen Glück mit der Auslosung. Irgendwann sind wir auch wieder dran, ins Endspiel zu kommen.

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