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Torhüter Jörg Butt nahm bereits 2002 als dritter DFB-Torhüter an der WM teil © getty

Jörg Butt hat sich fest im Bayern-Tor etabliert. Auch in der kommenden Saison könnte der 35-Jährige sich seinen Job bewahren.

Von Mathias Frohnapfel

München - Auf dem Rücken trägt er die Nummer 22, doch im Bayern-Tor ist Hans-Jörg Butt schon längst die Nummer eins.

Konkurrent Michael Rensing stand zum letzten Mal in der Bundesliga-Hinrunde gegen den FSV Mainz in der Startformation.

Am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) im Rückspiel gegen den Aufsteiger wird Butt nach überstandenen Magen-Darm-Problemen wieder routinemäßig die wichtige Aufgabe wahrnehmen.

17 Bundesliga-Pflichtspiele liegen zwischen diesen beiden Partien. In der Welt des Fußballs eine gefühlte Ewigkeit.

Eine Vertragsverlängerung zwischen Butt und dem FC Bayern erscheint aktuell selbstverständlich und auch in der nächsten Saison stehen die Chancen gut, dass der Routinier seinen Stammplatz verteidigt.

Ruhiges Torwartspiel als Pluspunkt

Mit ebenso starken wie abgeklärten Leistungen hat sich der 35-Jährige in München das Vertrauen erworben.

FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger hat zunehmend Gefallen an Butts unaufgeregtem Torhüterspiel gefunden. Dass der Norddeutsche die Abwehr mit präzisen Angaben dirigiert, ist unübersehbar.

"Wenn wir in die nächste Saison mit dem Torwart Jörg Butt gehen, habe ich überhaupt kein Problem damit. Im Gegenteil: Dann kann ich mich ganz gemütlich und gelassen auf die Bank setzen", sagte Nerlinger kürzlich im DSF.

Diese Meinung scheint sich immer weiter zu verfestigen.

"Einer der drei besten Torhüter in Deutschland"

Und es ist mehr als ein nettes Kompliment, wenn Nerlinger Butt zu einem "der drei besten Keeper in Deutschland" rechnet.

Der 1,91-Meter-Mann macht selbst am liebsten kein großes Aufheben um seine Leistung. Abgeklärtes Auftreten statt spektakulärer Glanzparaden - so lässt sich seine Spielweise am besten charakterisieren.

"Ich bin kein Träumer. Ich weiß, dass es etwas Besonderes ist, beim FC Bayern Stammspieler zu sein", sagte Butt dem "kicker".

WM-Teilnahme noch möglich?

Sogar höhere Weihen hält Butt auf Nachfrage nicht für gänzlich unausgeschlossen.

"Ich weiß, dass ich mich vor keinem verstecken muss. Gegen eine WM-Teilnahme würde ich mich nicht wehren."

Im Moment erscheint es eher unwahrscheinlich, dass Butt noch an den Kandidaten Rene Adler, Manuel Neuer und Tim Wiese vorbeizieht.

Allerdings dürfte der Bayern-Keeper - konstante Leistungen in Liga und Champions League vorausgesetzt - zum ersten Anwärterkreis gehören, falls einer der drei Stammkräfte ausfalllen sollte.

Der Vorteil für Bundestrainer Jogi Löw: Butt wäre keiner, der als Mann auf der Bank Stress machen würde. Und er würde eine enorme Erfahrung mitbringen - inklusive WM-Teilnahme 2002 als dritter Mann hinter Oliver Kahn und Jens Lehmann.

Elfmeterschütze bei van Gaal

Beim FC Bayern stellt sich die Frage, ob man Butt wie allen anderen Spielern über 30 nur eine Vertragsverlängerung um ein Jahr anbieten soll.

Das wäre eine eher unbefriedigende Aussicht für einen Torwart in diesem Alter.

Doch Butt erklärte bereits, auch eine Laufzeit für nur eine Spielzeit sei "kein Problem".

Und fügte gelassen zu dem Thema hinzu: "Ich will die Saison gut und erfolgreich spielen, alles andere ergibt sich von selbst."

Sein Trainer Louis van Gaal hätte wohl wenig dagegen einzuwenden, schließlich schätzt er Butts Qualitäten als mitspielender Torhüter.

Und nicht ohne Grund hat er vor einer Weile dem nervenstarken Oldenburger die Aufgabe übertragen, die Elfmeter zu schießen.

Verlässt Buffon Juventus?

Auch in der Champions League traf Butt schon per Elfer - ausgerechnet gegen Italiens Nationalkeeper Gigi Buffon im Duell gegen Juventus.

Eben jener Buffon, den Kahn als neue Nummer 1 beim FCB empfohlen hat.

Gerüchte, dass der Keeper Juve verlassen könnte, tauchen immer wieder auf. Die "Gazzetta dello Sport" widmete dem Thema zu Wochenbeginn eine große Geschichte.

Klar ist, dass Buffon auf jeden Fall Champions League spielen will.

So wie die Saison für die Bianconeri läuft, ist das bei Juve, aktuell Sechster der Serie A, nicht garantiert.

Rensing mit guten Leistungen

Michael Rensing wird indes wohl den FC Bayern wohl nach der Rückrunde verlassen.

Mit einer guten Leistung in der zweiten Hälfte gegen Bremen, als Butt wegen seiner Magen-Darm-Probleme raus musste, und beim 2:0-Testspielsieg gegen Ingolstadt machte er jedenfalls schon gekonnt Eigenwerbung.

Das Rennen um den Stammplatz im Tor der Roten hat Rensing aber definitiv verloren - auch wenn auf seinem Trikot weiter die Nummer 1 steht.

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