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Mark van Bommel wechselte 2006 vom FC Barcelona zum FC Bayern © getty

Der Bayern-Kapitän fühlt sich in München pudelwohl. Der Vertrag endet aber im Sommer. Noch äußert sich van Bommel zurückhaltend.

Von Mathias Frohnapfel

München - Inzwischen kennt Mark van Bommel die Spielregeln: Der FC Bayern gibt Profis über 30 nur Einjahresverträge.

Den 32-Jährigen scheint das im Moment kaum zu stören, zumal der Bayern-Kapitän in dieser Saison unumstritten die Führungspersönlichkeit bei den Roten ist.

"Bei uns laufen insgesamt sechs Verträge aus - auch meiner. Aber damit darf jetzt keiner beschäftigt sein", sagte van Bommel der "Bild" zum Thema.

Tatsächlich hat van Bommel allen Grund, entspannt seine Zukunft in München zu planen.

"Mein Kapitän spielt immer", bestätigte Trainer Louis van Gaal mehr als einmal.

Tymoshchuk als teurer Ergänzungsspieler

Der Leidtragende ist Anatolyi Tymoshchuk. Der Rekordmeister kaufte ihn für elf Millionen Euro von Zenit St. Petersburg, doch zuletzt war der Ukrainer nicht mehr als ein Ergänzungsspieler.

Die Sechser-Position teilen sich stattdessen Bastian Schweinsteiger und van Bommel. Selbst im Testspiel gegen Ingolstadt , das für die zweite Reihe und den wiedergenenesen Franck Ribery bestimmt war, durfte Tymoshchuk nicht auf seiner Lieblingsposition ran.

Als er vom Benefizspiel für die Haiti-Hilfe aus Lissabon kam, musste er als Innenverteidiger aushelfen. Und angeblich soll nun der HSV an Tymoshchuk interessiert sein. 110436(DIASHOW: Wechselbörse)

Van Bommel bleibt "Aggressiv-Leader"

Interne Konkurrenz muss van Bommel also kaum fürchten.

Seinem Beinamen "Aggressiv-Leader", dem ihm einst Ottmar Hitzfeld gab, wird er in dieser Spielzeit ebenfalls gerecht - ohne sich bisher einen Platzverweis eingehandelt zu haben.

Allerdings kassierte er sechs Gelbe Karten in seinen bisherigen elf Saisonspielen.

Van Bommel fühlt sich in München wohl, mit den Kindern war er am Mittwoch Schlittenfahren. Die bayerische Lebensart gefällt dem Niederländer sowieso.

Jetzt könnte die Aussicht auf Erfolge und Titel die Zeit weiter versüßen.

Lob für "die spielstärkste Mannschaft"

"Wir haben die spielstärkste Mannschaft, seitdem ich bei Bayern bin", verkündet van Bommel selbstbewusst. "So dominant sind wir gerade offensiv noch nie aufgetreten."

Das liegt auch an van Bommels Landsmann Arjen Robben.

"Er ist ein Spieler, der ein Spiel allein entscheiden kann. An ihm wird Bayern in Zukunft noch viel Freude haben", meint van Bommel.

Das Bayern-Spiel rollt - auch dank der niederländischen Achse. Mit dem Stil von Trainer Louis van Gaal versteht sich van Bommel ebenfalls bestens, lobt ihn als "menschlich, warmherzig, keineswegs diktatorisch".

Mit der jüngsten Erfolgsserie - acht Pflichtspielsiege in Serie - wird das Arbeitsklima in München fast automatisch immer besser.

Beckenbauer: "Bayern wird Meister"

Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, bisher eher vorsichtig mit Prognosen, ließ nun seinen Meistertipp verlauten: "Am Ende werden es meine Bayern sein."

Doch es gibt auch warnende Stimmen.

"Bei allem Lob muss man auch sagen: Unsere Mannschaft ist noch Zweiter. Wir dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben", sagte FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger der "tz" vor der Partie gegen Mainz (Sa., 15 Uhr LIVE).

Im Heimspiel gegen den Aufsteiger werden die Fotografen und Kameraleute ihren Fokus besonders auf Franck Ribery richten. Noch ist nicht klar, ob der Franzose von Anfang an auflaufen wird oder eher ein Einsatz über 45 Minuten wahrscheinlich ist.

Behinderten Watte-Reste Riberys Heilung?

Laut "Sport-Bild" könnte zumindest eine Ursache für seine lange Verletzungsserie gefunden sein.

Ein Zahnarzt hat im Mund des Franzosen Tamponaden-Fetzen entdeckt. Die Watte-Reste könnte bei einen der zahlreichen Zahn-Ops Riberys vergessen worden sein und später Infektionen beeinflusst haben.

Mit einem gesunden Ribery wollen die Bayern nun der Liga weiter das Fürchten lehren.

Noch kein Termin für Vertragsgespräche

Die Vertragsverlängerung mit ihrem Superstar haben die Münchner als Priorität 1 auf dem Zettel.

Einen "festen Zeitpunkt" für Gespräche gibt es laut Nerlinger zwar noch nicht. Aber "innerhalb der nächsten zwei Wochen" werde sicher noch nicht verhandelt, verriet der Sportdirektor.

Mit van Bommel einigten sich die Bayern übrigens in der Vorsaison im März auf eine Verlängerung seines Vertrags. Diesmal dürfte es sogar noch etwas schneller gehen.

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