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Andreas Ivanschitz spielte bereits 49 Mal für die österreichische Nationalmannschaft © getty

Im Sport1.de-Interview schwärmt Andreas Ivanschitz vom Coach Tuchel und freut sich auf die Herausforderung gegen den FC Bayern.

Von Christian Stüwe

München - Zweimal in einer Saison gegen den FC Bayern gewinnen? Die Mainzer würden nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel dazu gewiss nicht Nein sagen.

Doch Trainer Thomas Tuchel gibt vor dem großen Spiel in München (Sa., 15 Uhr LIVE) zu, dass sich sein Team in der klaren Außenseiterrolle befindet.

Der 36-Jährige flüchtet sich daher in Galgenhumor: "Helfen würden uns ein schnelles Tor und ein schneller Abpfiff", und fügte verschmitzt hinzu:

"Wir können ja vielleicht den Mannschaftsbus vor unserem Tor parken. Mit zwei Torhütern können wir ja leider nicht antreten."

Der Österreicher Andreas Ivanschitz könnte dagegen die Trumpfkarte der Mainzer werden.

In dieser Saison hat der Mittelfeldstratege bereits sechs Tore geschossen und sieben Treffer vorbereitet.

Im Sport1.de-Interview erklärt die Leihgabe von Panathinaikos Athen, warum Spiele gegen die Bayern so besonders sind, warum es in Mainz so gut läuft und wie es in der österreichischen Nationalmannschaft weitergeht.

Sport1.de: Herr Ivanschitz, im Hinspiel gegen Bayern haben Sie ihr erstes Tor gemacht, Mainz hat gewonnen. Nun ist Bayern deutlich besser in Form. Ist trotzdem wieder eine Überraschung möglich?

Andreas Ivanschitz: Das Hinspiel liegt jetzt schon ziemlich lange zurück. Das war eine tolle Mannschafts-Leistung im Hinspiel, aber mittlerweile sind die Bayern natürlich besser in Form und um einiges stärker. Die Bayern haben die letzten acht Spiele gewonnen und sind jetzt zwölf Spiele ungeschlagen, deshalb werden wir mit dem nötigen Respekt in das Spiel gehen.

Sport1.de: Mit 27 Punkten hat Mainz bereits einen großen Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Können Sie jetzt in München befreit aufspielen?

Ivanschitz: Für uns war es enorm wichtig, dass wir gegen Hannover gewonnen haben und gut ins neue Jahr gestartet sind. Die Niederlage in Leverkusen können wir verkraften. Das Spiel in München ist jetzt eine große Herausforderung - es ist attraktiv sich mit den großen Stars zu messen. Ich hoffe, dass wir über 90 Minuten konkurrenzfähig sein werden und Paroli bieten können.

Sport1.de: Auch in ihrer Heimat Österreich ist der FC Bayern sehr populär. Ist das Spiel auch deshalb etwas Besonderes für Sie?

Ivanschitz: Bayern München ist einer der größten Vereine weltweit und somit natürlich auch in Österreich bekannt. Gerade durch die Nähe zu Österreich ist es für mich schon etwas Besonderes gegen Bayern zu spielen.

Sport1.de: War oder wäre ein Engagement bei Bayern München auch ein Traum für Sie?

Ivanschitz: Ich bin jemand, der ziemlich realistisch denkt. Sicherlich ist es ein Traum mal bei einem Top-Verein zu spielen. Aber zurzeit ist es wichtig, dass ich in Mainz meine Leistung bringe. Darum hoffe ich auch, dass ich mit den Mainzern die Bayern jetzt mal ärgern kann.

Sport1.de: Sie sind vor der Saison zu einem Aufsteiger gewechselt. Hätten Sie gedacht, dass es so gut laufen könnte?

Ivanschitz: Wenn man zu einem neuen Verein wechselt, in eine neue Liga, kann man nie wissen, wie es läuft. Ich wusste nur, dass es ein bodenständiger, gut geführter Verein mit tollen Fans und einem tollen Umfeld ist. Dass es bei mir und bei der Mannschaft gleich so gut klappt, freut mich natürlich. Sowohl für mich, wie auch für die Mannschaft. Vor allem weil wir nicht nur erfolgreich spielen, sondern auch guten Fußball zeigen. Dass wir am 19. Spieltag in der oberen Tabellen-Hälfte stehen, spricht für sich und für unsere gute Arbeit.

Sport1.de: Für Sie verlief die Hinrunde sehr gut, Sie haben lange die Scorerliste angeführt. Wieso haben Sie sich auf Anhieb in der Bundesliga so gut zu Recht gefunden?

Ivanschitz: Ich habe mich von Anfang an in Mainz wohl gefühlt. Schon bei der Vertragsunterschrift hatte ich ein positives Gefühl. Ich denke, der Verein und ich passen ganz gut zusammen. Mit so einem tollen Umfeld und der tollen Mannschaft fällt es dann leicht - wir stecken uns gegenseitig an. Das Team ist zwar noch ein wenig unerfahren, aber gleicht das durch Begeisterung, Leidenschaft und Siegeswillen aus. Das war auch unserer großer Vorteil gegenüber anderen Mannschaften. Der Trainer führt uns an und jeder einzelne Mitspieler zieht voll mit.

Sport1.de: Wie ist die Zusammenarbeit mit Thomas Tuchel?

Ivanschitz: Die Stimmung ist sehr gut zwischen Trainer und Mannschaft. Wir arbeiten jetzt seit mehreren Monaten erfolgreich zusammen. Es ist wichtig Erfolgserlebnisse zu haben, dann kann man in Ruhe arbeiten. Aber auch bei Niederlagen sind wir ruhig geblieben. Das hat uns sehr gut getan. Der Trainer ist sehr fokussiert, er pusht uns vor jedem Spiel. Er ist ein sehr positiver Trainer.

Sport1.de: Nun wurde mit Jan Simak ein Spieler verpflichtet, der eine ähnliche Position wie Sie spielt. Sehen Sie ihn als Konkurrenz?

Ivanschitz: Nicht als Konkurrenten. Wir können beide in der Offensive spielen. Grundsätzlich geht es um die Leistung, die jeder von uns erstmal bringen muss. Man wird sehen, wie wir spielen werden. Mit seiner Erfahrung und seinen spielerischen Fähigkeiten kann er uns sicher weiterhelfen und ein wichtiger Teil des Teams werden.

Sport1.de: Wie ist Ihre Situation im Nationalteam? Greifen Sie 2010 wieder an?

Ivanschitz: Ich habe es vor. In erster Linie konzentriere ich mich aber auf den Verein und versuche dort gute Leistungen zu bringen. Natürlich wäre es schön, wieder im Nationalteam zu spielen. Eine Einberufung kann ich aber nur über Leistung im Verein beeinflussen. Einberufen kann mich dann nur der Bundestrainer.

Sport1.de: Die Mainzer Fastnacht steht an. Haben Sie sich damit schon auseinandergesetzt?

Ivanschitz: Nein, noch nicht. Ich lasse das mal auf mich zukommen und bin gespannt. Wenn es der Terminplan zulässt, werde ich mir das auch mal live vor Ort geben.

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