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96-Coach Mirko Slomka (l.) und Club-Trainer Dieter Hecking sind gute Freunde © imago

Für die Trainer von Nürnberg und Hannover gibt es ein emotionales Wiedersehen. Doch eine Niederlage kann sich keiner leisten.

München/Nürnberg - Für Dieter Hecking ist es ein ganz besonderes Spiel - doch vor seiner Rückkehr nach Hannover ist der Trainer des 1. FC Nürnberg bemüht, erst gar keine Emotionen aufkommen zu lassen.

Stattdessen will er die ganze Aufmerksamkeit auf seine Mannschaft lenken.

Über seine Zeit bei "96", wo er im August 2009 zurückgetreten war, redet der 45-Jährige vor dem brisanten Abstiegs-"Endspiel" am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) deshalb ebenso ungern wie über seine Freundschaft zu Hannovers neuem Coach Mirko Slomka.

"Ich bin jetzt in Nürnberg und möchte sonst zu Hannover nichts sagen", beschied er in den vergangenen Tagen allen Fragestellern.

"Zum Glück spielt nicht Hecking, sondern der 1. FC Nürnberg gegen Hannover", fügte Hecking im "kicker" an.

"Ich habe meine Aufgabe hier in Nürnberg, Hannover ist nicht mehr mein Thema. Meine Spieler erwarten schließlich, dass ich mich mit ihnen und nicht mit meiner Vergangenheit beschäftige."

"Für Dieter ist es etwas Außergewöhnliches"

Dennoch versucht Slomka, seinen Kumpel vor dem Kellerduell in den Fokus zu rücken.

"Diesmal ist es eher für Dieter ein außergewöhnliches Spiel, weil er lange in Hannover gearbeitet hat und hier noch viele Leute kennt", sagte der 42-Jährige. Für ihn selbst sei es nur deshalb etwas "Besonderes, weil es mein erstes Heimspiel ist".

Zur Zeit ruht der Kontakt der beiden Fußballlehrer, die beide am 12. September Geburtstag haben und deren Familien ein freundschaftliches Verhältnis pflegen.

Slomka-Einstand verpatzt

"Natürlich haben wir jetzt keinen Kontakt. Da will ja keiner irgendwelche Hinweise geben", sagte Slomka dazu. Zuletzt habe man sich aber immerhin gegenseitig zu den neuen Jobs gratuliert.

Hecking trat kurz vor Weihnachten in Nürnberg die Nachfolge des entlassenen Michael Oenning an. Der Ex-Schalker Slomka beerbte in Hannover vor gut einer Woche Andreas Bergmann.

Sein Einstand beim 0:1 in Mainz ging jedoch gründlich daneben. Auch Hecking konnte die Talfahrt des Club noch nicht stoppen, auch wenn es nach zuletzt fünf Niederlagen in Folgen ohne Torerfolg wenigstens ein 1:1 gegen Eintracht Frankfurt gegeben hatte.

Club braucht Sieg

Entsprechend groß ist die sportliche Brisanz bei Heckings Rückkehr nach Hannover, wo er dreieinhalb Jahre erfolgreich gearbeitet hat.

Mit vier Punkten Rückstand auf die Niedersachsen, die derzeit den Relegationsplatz belegen und schon seit acht Spielen auf einen Dreier warten, ist der Vorletzte aus Nürnberg unbedingt auf einen "Dreier" angewiesen.

Von einem Endspiel will Hecking aber trotz der prekären Lage nichts wissen: "Natürlich ist die Partie sehr wichtig. Aber wir haben auch danach noch einige Spiele."

Mit Tavarez gegen den Abstieg

Dennoch würde bei einer Niederlage der achte Abstieg für die Franken, bei denen erstmals die Hamburger Leihgabe Mickael Tavares im defensiven Mittelfeld auflaufen wird, immer näher rücken.

Doch Hecking sieht auch Hannover stark unter Druck: "Sie wollten den Abstand auf die Abstiegsplätze halten, haben aber nach der Winterpause zweimal verloren."

Um eine weitere Pleite zu verhindern, greift Slomka voraussichtlich auf ein 4-2-3-1-System zurück: Jene Taktik, für die Hecking in Hannover einst Kritik einstecken musste...

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