vergrößernverkleinern
Hamburgs Piotr Trochowski erzielt in letzter Minute den Ausgleich gegen Wolfsburg © getty

Dramatik pur im Nordderby zwischen dem HSV und dem VfL Wolfsburg. Wolfsburg hat den Sieg vor Augen, dann zieht Trochowski ab.

Hamburg - Ein spätes Tor von Piotr Trochowski hat Lorenz-Günther Köstner am Tag vor seinem 58. Geburtstag einen Traumeinstand auf der Trainerbank des VfL Wolfsburg verdorben.

Der Nationalspieler erzielte in der Nachspielzeit per Freistoß den Ausgleichstreffer zum 1:1 (0:1) des Hamburger SV gegen den Deutschen Meister. Dem Freistoß war ein Foul von Andrea Barzagli an Eljero Elia vorausgegangen.

Damit sind die Wolfsburger trotz einer deutlichen Leistungssteigerung im ersten Spiel unter Köstner seit nunmehr zehn Pflichtspielen ohne Sieg und liegen in der Tabelle weiter auf Platz zehn.

"Wenn man in der letzten Minute den Ausgleich kassiert, aus einem Freistoß, den man so nicht pfeifen darf, ist das sehr bitter", ärgerte sich Köstner nach dem Spiel.

Mit seinem neunten Saisontor hatte Edin Dzeko die Wolfsburger zunächst in Führung gebracht.

Der bosnische Nationalspieler setzte sich in der 34. Minute im Zweikampf gegen HSV-Abwehrchef Joris Mathijsen durch und überwand den Hamburger Torhüter Frank Rost mit einem unhaltbaren Flachschuss, der vom linken Innenpfosten ins Tor prallte.

Doch Trochowski per Freistoß bescherte den Hanseaten, die mit 35 Punkten Fünfter bleiben, wenigstens noch einen Punkt.

"Wenn man sieht, wann das Tor gefallen, muss man glücklich sein mit dem Punkt. Aber wenn man den Spielverlauf sieht, hätten wir klar als Sieger vom Platz gehen müssen", ärgerte sich HSV-Trainer Bruno Labbadia.

Petric unzufrieden

"Wir hätten drei Punkte verdient gehabt. Wir haben eine tolle Moral bewiesen. Es war tragisch, dass wir in der letzten Sekunde doch noch das Tor kassieren. Wir haben aber sehr gut gespielt, kompakt gestanden und Leidenschaft gezeigt", sagte Wolfsburgs Torhüter Andre Lenz.

Unzufrieden war auch HSV-Stürmer Mladen Petric: "Wir spielen auf ein Tor und hätten das Spiel klar gewinnen müssen. Es wird nun immer schwieriger, nach oben zu kommen, wenn wir so die Punkte liegenlassen."

Die Platzherren waren zwar durchweg überlegen, ließen jedoch mehr als ein halbes Dutzend Torgelegenheiten fast schon fahrlässig aus. Superstar Ruud van Nistelrooy musste hilflos von der Tribüne aus mit ansehen, wie seinen neuen Kollegen im Abschluss mehrfach das Glück fehlte.

Rozehnal trifft die Latte

Besonderes Pech hatte David Rozehnal, der in der 53. Minute per Kopfball die Querlatte traf.

Zudem hatte VfL-Torhüter Andre Lenz einen Glanztag erwischt und schien an diesem Abend nahezu unbezwingbar zu sein.

Van Nistelrooy kann wegen der Nachwirkungen eines Muskelfaserrisses in der Wade erst in der kommenden Woche mit dem Mannschaftstraining beginnen und wird frühestens beim Auswärtsspiel am 6. Februar in Köln im HSV-Kader stehen.

Vorsichtiger Start der Wolfsburger

Bei Schneegestöber und Temperaturen um den Gefrierpunkt waren die Gäste vorsichtig gestartet, hätten jedoch schon bei ihrer ersten nennenswerten Offensivaktion in Führung gehen können.

Grafite setzte sich im Zweikampf gegen Tomas Rincon durch, die Hereingabe des Brasilianers verpasste Dzeko in der vierten Minute nur knapp. Acht Minuten später stoppte Mathijsen den einschussbereiten Grafite, der Südamerikaner stand bei dieser Szene allerdings in Abseitsposition.

Petric trifft den Pfosten

Das Tor des Deutschen Meisters geriet vor 51.845 Zuschauern erstmals in der 17. Minute in Gefahr. Marcus Berg drang in den Wolfsburger Strafraum ein, kam jedoch gegen Lenz nicht mehr zum Schuss.

Die Überlegenheit der Hanseaten nahm zu und die Niedersachsen hatten mehrfach Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Mladen Petric traf mit einem Freistoß in der 23. Minute nur den Außenpfosten, 60 Sekunden später konnte Lenz einen Kopfball gerade noch abwehren.

Nach dem anschließenden Eckball war Nationalspieler Marcell Jansen mit dem Kopf zur Stelle, Wolfsburgs Kapitän Josue klärte auf der Torlinie.

Zwischenzeitlich hatte Jansen den Ball über die Linie gedrückt, aber das Schiedsrichtergespann verweigerte dem Treffer wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung.

"Das hat der Linienrichter gut gesehen", räumte Jansen nach dem Spiel ein.

HSV mit Powerplay in der Schlussphase

In der Schlussphase warf der HSV alles nach vorne und erspielte sich eine Vielzahl an Chancen.

Dabei schlug Josue schlug einen Ball von Guy Demel noch von der Linie (83.).

"Mit so vielen Chancen musst du normalerweise drei oder vier Tore machen", ärgerte sich Joris Mathijsen nach dem Spiel.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel