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Viele Worte, wenig Einsatzeit: Klinsmann schenkt Kroos auf dem Platz bisher wenig Vertrauen © imago

Auch sein Aufstieg zum U21-Nationalspieler nutzt Toni Kroos bei Bayern nichts. Ebenso wenig Ex-Trainer Hitzfeld als Fürsprecher.

Von Christian Paschwitz

München - Bemerkenswert: Kroos kann zentral als auch auf den Seiten agieren. Kürzlich feierte er beim 3:0 in der EM-Qualifikation gegen Nordirland ein starkes Debüt im Trikot der U21. Kroos versenkte dabei einen Freistoß, bereitete zudem einen Treffer vor.

Keinen Platz gibt's für den Mann, den Klinsmann kürzlich "ein großes Talent mit großer Perspektive" nannte, dafür im offensiven Bayern-Mittelfeld.

Ironie des Schicksals: Im August hatte Kroos via "Bild" Klinsmann noch gelobt.

20 Einsätze und Hitzfeld

Der Nachfolger von Ottmar Hitzfeld sei "motivierender, frischer und voll dabei, was bei Hitzfeld zuletzt nicht mehr so der Fall war. Bei Klinsmann hat man das Gefühl, dass er auf die jungen Spieler setzt."

Das scheint fürs Erste Geschichte - unter Reformer Klinsmann steht Kroos still. Während Kroos bei Hitzfeld ("Er wird irgendwann auch Stammspieler in der Nationalelf") zu zwölf Bundesliga-Einsätzen kam, sechsmal im Europacup und zweimal im Pokal ran durfte.

Parallele zu Jansen

Deutschlands größtes Spielmacher-Talent, der die U17 bei der WM 2007 in Südkorea zu Bronze, drittbester Torschütze war (fünf Treffer) und von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer mit dem "Goldenen Ball" als bester Turnier-Spieler ausgezeichnet wurde, hängt in der Luft.

Kroos' Motto ("Immer an die eigenen Stärken glauben") wird für ihn selbst immer schwieriger aufrechtzuerhalten sein mit Blick auf Gleichaltrige wie zum Beispiel Marko Marin, der in Gladbach und in der Nationalmannschaft seine Einsatzzeiten bekommt.

Zu einem etwaigen Wechsel schweigt sich Kroos freilich aus. "Ich kann hier so viel lernen", lautet das Argument, dessen sich lange auch Marcell Jansen bedient hatte. Ehe der dann im August überraschend zum HSV ging.

Wechsel wegen Klinsmann

"Einer der Gründe für den Wechsel war ein Gespräch mit Jürgen Klinsmann, in dem wir uns über meine Perspektiven und meinen Stellenwert beim FC Bayern nicht einigen konnten", sagte Jansen im Nachhinein gegenüber "dfb.de".

Kroos verklausuliert eigene Ansprüche allenfalls dezent, meint: "Je mehr Spiele (er bestreitet, Anm. d. Red.), umso besser. Die Qualität ist jedenfalls da."

In München liegt sie brach. Woanders würde man sie wohl gern einsetzen.

"Jeden Spieler jeden Tag verbessern"

Bei seinem Amtsantritt hatte Klinsmann angekündigt, "jeden einzelnen Spieler jeden Tag zu verbessern". Mehr noch: "Ein deutscher Verein muss einfach den Anspruch haben, dass wir unsere Jugend, unsere Kinder fördern."

Warum das ausgerechnet mit Kroos und den Bayern nicht klappt, bleibt ungeklärt.

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