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Lorenz-Günther Köstner arbeitet seit 2009 für den VfL Wolfsburg © getty

Trotz des späten Ausgleichs werten die Wolfsburger das Remis in Hamburg als erfolgreichen Start in die Zeitrechnung nach Veh.

Von Martin Hoffmann

München - Ein Erfolgserlebnis sieht auf den ersten Blick anders aus.

In der Nachspielzeit des Nord-Derbys beim Hamburger SV verlor der VfL Wolfsburg noch zwei schon sicher geglaubte Punkte.

Doch so sehr der späte Ausgleich zum 1:1 durch Piotr Trochowski auch schmerzte:

Es hielt die "Wölfe" hinterher nicht davon ab, einen erfolgreichen Start in die Zeitrechnung nach Armin Veh auszurufen. 198232(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Mehr als eine Beschwörungsfloskel

"Immerhin haben wir den HSV an den Rand einer Niederlage gebracht", meinte Interims-Coach Lorenz-Günther Köstner: "Das darf man letztlich auch als Erfolgserlebnis bezeichnen."

Es war mehr als eine Beschwörungsfloskel: Dem Meister war tatsächlich schon ein "Köstner-Effekt" anzumerken.

Auch wenn die Wolfsburger vom Glanz der vergangenen Saison noch weit weg waren - ebenso weit weg schienen sie schon von den Problemen der Endphase unter Veh.

Im Geiste von Magath

Köstners hatte es als seine Hauptaufgabe gesehen, dem Team im Geiste von Felix Magath mit mehr Fokus auf Disziplin wieder Kampfgeist und defensive Ordnung einzuhauchen.

Und gerade dort zeigten sich bei den "Wölfen" deutliche Fortschritte.

Eine "ordentliche Leistung und große Leidenschaft" sah der starke Keeper Andre Lenz.

Marcel Schäfer befand, sein Team habe "couragiert" gespielt und sich "uns in alle Lagen reingeschmissen".

"Wieder Boden unter die Füße"

Köstner freute vor allem die Sicherheit im defensiven Mittelfeld, die er vor der Partie als Problemzone ausgemacht hatte.

Hinterher lobte er das Trio Christian Gentner, Makoto Hasebe und Josue für das erfolgreiche Abdichten des Zentrums gegen spielerisch überlegene Hamburger.

"Wir haben wieder Boden unter die Füße bekommen", lautete Köstners Fazit.

"Keine andere Planung" als Köstner

Der Interims-Coach konnte die Debütvorstellung am Tag vor seinem 58. Geburtstag als erfolgreiche Eigenwerbung für sich betrachten.

Denn auch wenn Medien unter der Woche vom Gedankenspiel berichteten, Hans Meyer bis zum Saisonende als Coach zu holen:

Manager Dieter Hoeneß bekräftigte am Freitag, es gebe "keine andere Planung", als Köstner bis zum Sommer als Coach zu belassen.

Wobei er sich die Hintertür offenhielt und hinzufügte: "Im Fußball Garantien abzugeben, wäre dumm."

Ineffizienz beim HSV

Während die Wolfsburger sich trotz des späten Ausgleichs an ihrer Leistung aufrichteten, haderten die Hamburger mit dem Punktverlust.

"Eigentlich hätten wir das Spiel heute ganz klar gewinnen müssen", ärgerte sich Mladen Petric: "Wir waren die bessere, die spielbestimmende Mannschaft."

Sie waren nur eben auch bei 21:7 Torschüssen die weniger effiziente - eine Bilanz, die noch einmal die Sehnsucht nach dem Debüt des neuen Hamburger Superstars beflügeln wird.

Van Nistelrooys Kribbeln

Goalgetter Ruud van Nistelrooy war am Freitag wegen der Folgen eines Muskelfaserrisses nur Tribünengast 195995(DIASHOW: Van Nistelrooys Karriere).

Trotzdem war "Van the Man" in der Hamburger Arena omnipräsent. Kein Reporter, der nicht jeden Spieler, jeden Funktionär, den er vors Mikrofon bekam, sinngemäß befragte: "Wie ist er denn so?"

Der Niederländer selbst gab zu Protokoll: "Es kribbelt schon sehr in den Füßen, wenn man nur von der Tribüne aus zuschauen muss. Ich bin lieber auf als neben dem Platz."

Mit etwas Glück ist beim nächsten Spiel in Köln ein Kurzeinsatz drin. Bis dahin kribbelt es nicht nur in van Nistelrooys Füßen.

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