Thomas Schaaf hat keine Antworten, wie er Bremens Talfahrt aufhalten kann. Doch in der Trainerfrage herrscht bei Werder Denkverbot.

Noch vor zwei Monaten dachte man in Bremen, die letzte Saison sei lediglich ein Ausrutscher gewesen.

Zehnter wurde Werder da, was gleichbedeutend war mit der schlechtesten Platzierung seit Thomas Schaafs Amtsübernahme 1999.

Erstmals ging es unter dem "ewigen" Coach deutlich abwärts, nur DFB-Pokalsieg und UEFA-Cup-Finalteilnahme schönten die desaströse Spielzeit.

Ende November dann schoss Werder Freiburg 6:0 vom Platz und war wieder da, wo man sonst seit der Meisterschaft 2004 eigentlich immer war: An der Spitze.

Doch seitdem haben die Hanseaten kein Bundesligaspiel mehr gewonnen und am Samstag beim 3:4 in Mönchengladbach sogar die fünfte Niederlage in Folge kassiert.

Von Meisterschaft redet nun keiner mehr an der Weser, auch die Teilnahme am Europacup ist in weite Ferne gerückt.

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Ein Hauptgrund dafür ist die katastrophale Defensive, die in Gladbach ihre Unfähigkeit gleich mehrfach zur Schau stellte.

Trotzdem wird nichts besser, sondern von Woche zu Woche noch schlechter. Weil in Bremen keiner weiß, wie man die Talfahrt stoppen kann.

Schließlich hat man rein von den Namen her neben dem FC Bayern und vielleicht noch dem Hamburger SV die am besten besetzte Mannschaft der Liga.

Doch auf dem Platz ist davon nichts mehr zu erkennen, stattdessen werden Führungsspieler wie Torsten Frings und Tim Borowski ihrem Anspruch nicht gerecht. Andere Leistungsträger wie per Mertesacker oder Naldo laufen ebenfalls ihrer Form hinterher.

Hinzu kommen die immer häufigeren Fehlgriffe auf dem Transfermarkt: Ein zweiter gefährlicher Stürmer neben Pizarro fehlt schon seit einer kleinen Ewigkeit und der im Winter geholte Abdennour etwa ist bislang ein totaler Flop.

Das jahrelange Erfolgsduo Klaus Allofs und Thomas Schaaf aber reagiert nur mit Durchhalteparolen und Ratlosigkeit. Wobei dem Coach auch immer häufiger taktische Fehler unterlaufen, was derzeit speziell in der Rückwärtsbewegung überdeutlich wird.

Irgendwann nutzt sich eben im Profi-Geschäft fast jeder Coach ab, die wenigen Ausnahmen bestätigen eher diese Regel.

Von daher wäre es in einem "normalen" Verein an der Zeit, über neuen Schwung durch einen neuen Trainer nachzudenken.

Aber in Bremen herrscht in der Trainerfrage offenkundig Denkverbot.

Denn es wird schon wieder aufwärts gehen, viel tiefer geht es ja kaum noch.

Ob man mit dieser Nibelungentreue aber auf Dauer zur Liga-Spitze gehört, daran muss man nach den Entwicklungen der letzten zwei Monate Zweifel haben.

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