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Michael Preetz erzielte in 227 Spielen 93 Tore für die Hertha © imago

Im DSF-Doppelpass spricht Michael Preetz über Herthas Chancen im Kampf um den Klassenerhalt sowie die Transfer-Politik der Berliner.

München - Das 0:0 gegen den VfL Bochum war für Hertha BSC ein Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Im DSF-Doppelpass spricht Geschäftsführer Michael Preetz über die aktuelle Situation der Berliner, seine Hoffnungen im Kampf um den Klassenerhalt, Herthas Transfer-Politik und die mögliche Kaderzusammenstellung im Abstiegsfall.

Michael Preetz über...

das 0:0 gegen Bochum:

"Natürlich wollten wir das Spiel gewinnen. Wir wissen, dass wir Siege brauchen, um den Abstand zu verkürzen und unserem Ziel näher zu kommen. Wir werden in den nächsten Wochen daran arbeiten, die entscheidenden Tore zu machen, um solche Spiele zu gewinnen."

Herthas Chancen auf den Klassenerhalt:

"Wir haben noch 14 Spiele und es ist klar, dass wir das nicht in zwei, drei Wochen schaffen können, diesen Rückstand aufzuholen. Aber wir können es in einigen Monaten schaffen. Unsere Fans stehen hinter uns und die Unterstützung in Berlin ist vor dem Hintergrund der bisherigen Leistungen grandios. Wir haben in der Hinrunde eindeutig zu viele Gegentore kassiert. Wir haben kurzfristig über die Winterpause geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren. Wir wissen aber, dass dies allein am Ende nicht reichen wird. Wir müssen eben auch vorne zulegen, Tore schießen und Spiele für uns entscheiden. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das in Zukunft auch hinbekommen."

das Ziel Relegationsplatz:

"Das ist ohne Frage realistisch. Wir wussten, dass der Januar 2010 für uns die Basis legen wird, um überhaupt noch im Geschäft zu sein. Wir sind mit zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz in die Winterpause gegangen, heute sind es nur noch sechs. Wir wollen diesen Abstand aufholen und dazu ist die Mannschaft auch in der Lage."

die Verstärkungen in der Winter-Transferphase:

"Wir wollten die Verstärkung für unsere Mannschaft noch im abgelaufenen Jahr tätigen, damit unser Trainer Friedhelm Funkel die Möglichkeit hat, die Mannschaft ab Beginn der Rückrunde zusammen zu haben. Wir haben mit Levan Kobiashvili einen Spieler verpflichtet, der unsere Defensive stabilisiert und auch das Potenzial hat, Angriffe zu initialisieren. Wir haben mit Theofanis Gekas einen Stürmer geholt, der weiß, wo das Tor steht und auch in Hannover gleich getroffen hat. Auch Adrian Ramos ist relativ schnell in der Bundesliga angekommen. Er ist ein guter, junger, beweglicher Stürmer, der fünf Tore geschossen hat."

nicht getätigte Verstärkungen im Sommer:

"Wir hatten im Sommer eine wirtschaftliche Situation, in der es nötig war, einen Transfer-Überschuss zu erzielen. Natürlich hatten wir bis kurz vor Schluss der letzten Saison gehofft, dass vielleicht mit dem Erreichen der Champions League doch noch der große Wurf gelingt. Dies hätte finanziell einige Probleme lösen können, ist aber nicht passiert. Insofern mussten wir auch aufgrund einer Ausstiegsklausel Josip Simunic ziehen lassen. Einen Spieler dieser Qualität konnten wir nicht so ohne Weiteres ersetzen. Bei Andrej Voronin wussten wir von Anfang an, dass wir ihn nur in Berlin halten können, wenn wir die Champions League erreichen. Und wir hatten natürlich die Personalie Marko Pantelic, mit dem wir über mehrere Wochen und Monate in Verhandlungen gestanden haben, um den auslaufenden Vertrag zu verlängern. Die Vorstellungen des Vereins und des Spielers gingen dabei allerdings so weit auseinander, dass es nicht mal ansatzweise denkbar war, diesen Spieler zu halten."

Herthas Absturz nach der guten letzten Saison:

"Ein Hauptgrund war in der Tat ein Kopf-Problem bei den Spielern, die mit dem Umschalten von der guten letzten Saison auf diese schlechte Hinrunde nicht klargekommen sind. Vor diesem Hintergrund wollten wir auch, dass die Spieler mal die Chance haben, diese Dinge zu verarbeiten und haben den Spielern in der Winterpause drei Tage mehr Zeit gegeben, um den Kopf frei zu bekommen."

die erneute Verpflichtung von "Chancentod" Artur Wichniarek:

"Wir wussten bei der Verpflichtung, dass es für beide Seiten ein Risiko sein wird. Artur ist ohne Frage ein guter Bundesliga-Stürmer, er hat das in den letzten Jahren stets eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vor dem Hintergrund unseres Budgets haben wir angefangen, über Artur nachzudenken. Wir haben uns intensiv mit dieser Personalie befasst und für diesen Transfer entschieden."

die Kaderzusammensetzung im Falle des Abstiegs:

"Wir haben die Möglichkeit, alle Spieler zu behalten, wenn wir sie behalten wollen. Das ist ganz wichtig. Ich möchte aber über das Szenario Zweite Liga keine großen Worte verlieren. Wir sind fokussiert und konzentrieren uns auf den Klassenerhalt. Aber Hertha BSC würde auch in der Zweiten Liga mit einer Mannschaft spielen können, die in der Lage wäre, sofort wieder zurückzukommen."

das kommende Spiel gegen Bremen:

"Wenn wir am Freitag nach Bremen fahren, werden wir ganz sicher unsere Chance suchen. Wir haben uns 2010 stabilisiert. Wir haben in Hannover ein sehr gutes Spiel gemacht und auch zu Hause jetzt die Stabilität in der Defensive gehabt, die wir brauchen. Dennoch müssen wir gegen Bremen zulegen - keine Frage. Ich glaube, das wird ein ganz interessantes Duell, da beide Mannschaften in der jetzigen Situation natürlich auch besonders unter Druck stehen."

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