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Für Edson Braafheid (l.) wechselte im vergangenen Sommer von Twente Enschede zum FC Bayern © imago

Weil Louis van Gaal seine Stammelf gefunden hat, sieht der Verteidiger keine Chance mehr. Auch für Ribery ist momentan kein Platz.

Von Christian Stüwe

München - Am Montag, kurz vor Ende der winterlichen Transferperiode, hat dann auch noch Edson Braafheid den FC Bayern München verlassen.

Der 26-jährige Außenverteidiger kam nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus, er brachte es nur auf neun Einsätze in der Hinrunde und wird an Celtic Glasgow ausgeliehen.

Die Bayern haben den aufgeblähten Kader im Winter ausgemistet und insgesamt fünf Spieler abgegeben.

Und der Erfolg gibt dem Rekordmeister Recht. (Zur Meldung: Der Kuschelgeneral und sein Held in Strumpfhosen)

Neun Siege in Serie

Louis van Gaal hat seine Stammformation gefunden, die Münchner haben neun Spiele in Serie gewonnen, die Stimmung ist Bestens.

Nun sollen Titel her, auch ohne Braafheid. (Ergebnisse und Tabelle).

"Er hat Pech gehabt", sagte Bayern-Kapitän Mark van Bommel über seinen niederländischen Landsmann Braafheid:

"Als er gespielt hat, hat die Mannschaft nicht gut gespielt. Dann kann man seine Leistung nicht bringen."

Braafheid fürchtet um WM-Teilnahme

Nun fürchtete Braafheid um seine WM-Chance im Oranje-Team und trat die Flucht in Richtung Glasgow an.

Die Chance der Ergänzungsspieler, sich derzeit ins Teams zu spielen, geht nämlich gegen Null.

Jede Position in van Gaals 4-4-2 ist derzeit fest vergeben. Selbst ein Ausnahmekönner wie Franck Ribery ist nach überstandener Verletzung nicht gesetzt.

"Auch Franck kann sehen, dass wir ohne ihn sehr gut spielen. Ich muss ihn integrieren, das ist nicht so einfach", sagte van Gaal nach dem 3:0 gegen Mainz.

"Er hat drei Monate nicht gespielt und soll nun in einer hervorragenden Mannschaft in hohem Tempo spielen. Das ist auch für Franck nicht möglich."

Ribery fügt sich in Jokerrolle

Doch der oft eher unbequeme Franzose fügt sich vorerst in die Rolle als Joker.

"Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten Wochen beim FC Bayern immer mehr zum Einsatz kommen werde und so auch wieder meine alte Form finde", sagte Ribery der "tz".

Schon bald will Ribery aber wieder in die Startformation, "am liebsten schon am kommenden Wochenende gegen Wolfsburg".

Sein direkter Konkurrent im Mittelfeld ist Shootingstar Thomas Müller.

Ein Indiz dafür, dass die Bayern derzeit gerade in der Offensive auch nach den Abgängen von Luca Toni und Alexander Baumjohann auf jeder Position doppelt gut besetzt sind.

Dünne Personaldecke in der Defensive

Etwas anders sieht es da schon in der Defensive aus.

Mit Breno und Braafheid sind zwei Verteidiger gegangen, zudem in Andreas Ottl ein defensiver Mittelfeldspieler.

Daniel van Buyten und Martin Demichelis sind in der Zentrale gesetzt. Sollte sich einer der beiden verletzt, würde Holger Badstuber in die Mitte rücken.

Dann würde aber einer der beiden Außenverteidiger fehlen.

Lell und Görlitz bleiben für die Deutschland-Quote

Andreas Görlitz und Christian Lell sind wohl keine echten Alternativen.

Sie dürfen in erster Linie beim FC Bayern bleiben, um die von der DFL geforderte Quote von deutschen Spielern im Kader zu erfüllen.

Aus dem gleich Grund erhielten auch die beiden 19-jährigen Mehmet Ekici und Diego Contento aus der zweiten Mannschaft der Bayern einen Profivertrag.

Eine echte Alternative zu den gesetzten Spielern dürften sie im Falle einer Verletzung aber nicht sein.

Überangebot auch bei den Elfernschützen

Doch so lange der FC Bayern so erfolgreich spielt, dürfte solche Überlegungen van Gaal und den Bayern-Vorstand wenig interessieren.

Denn derzeit hat Bayern überall ein Überangebot. Sogar bei den Elfmeterschützen.

Torwart Jörg Butt scheiterte gegen Mainz an seinem Gegenüber Heinz Müller, auch Arjen Robben wäre gerne angetreten.

Doch Butt will das Feld nicht räumen. "Wenn ich mich sicher fühle , trete ich wieder an", erklärte der Torwart.

Doch auch diese kleine Unstimmigkeit dürfte die gute Laune bei den Bayern derzeit nicht stören.

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