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Franck Ribery (M.) wechselte 2007 zum FC Bayern © imago

Während Robben gefeiert wird, ist Ribery bei Bayern nur Ersatz. Angebliche Probleme mit dem Trainer werden aber heftig dementiert.

Von Thorsten Mesch

München - Arjen Robben wirbelt die Liga in seiner langen grauen Unterhose durcheinander, der FC Bayern feiert einen Sieg und hat die lang ersehnte Rückkehr an die Tabellenspitze fest im Visier. (Ergebnisse und Tabelle)

Trainer Louis van Gaal führt mit seinem Landsmann Freudentänze auf und hat sich vom grimmigen "Tulpen-General" zum fröhlichen "Kuschel-General" gewandelt. (Zur Meldung: Der "Kuschel-General" und sein "Held in Strumpfhosen")

Der Kader wurde ausgedünnt, Störenfriede wie Luca Toni wurden abgeschoben. Beim Rekordmeister herrscht Harmonie.

Doch womöglich nur scheinbar. Denn während Robben momentan als "Everybody's Darling" die Spiele entscheidet, steht Franck Ribery im Schatten des Niederländers.

Nur zweite Wahl bei van Gaal

Ribery, der in den vergangenen Wochen und Monaten zumeist nur mit Verletzungen und Wechselgedanken zu Real Madrid für Schlagzeilen gesorgt hat, ist bei van Gaal immer noch nur zweite Wahl.

Schon mehrfach hatte der Franzose in der Vergangenheit seine Probleme mit dem Chefcoach geäußert. Auch ist die Aussage von FCB-Präsident Uli Hoeneß aus dem Dezember über Riberys Zukunft verbürgt:

"Wenn Ribéry im Frühjahr seinen Vertrag nicht verlängert, wäre es wirtschaftlich unverantwortlich, ihn noch zu behalten, denn dann ist er 2011 ablösefrei. Dann würden wir 50 bis 60 Millionen Euro verschenken."

Von daher überraschten Ivica Olics angebliche Aussagen über ein solches "Ultimatum bis März" und die "Probleme zwischen van Gaal und Ribery" in der kroatischen Tageszeitung "Vecernji" nicht wirklich.

Olic dementiert alles

Doch Olic sah sich trotzdem genötigt, per offizieller Pressemitteilung des FC Bayern zu dementieren.

"Diese Äußerungen, die ich da angeblich gemacht hätte, sind frei erfunden. Ich hatte mit dieser Zeitung kein Interview, sie haben mich lediglich nach dem Bundesligaspiel am Samstag gegen Mainz kurz in der Mixed-Zone der Allianz Arena angesprochen", erklärte er da.

"Ich sagte Ihnen, dass ich Franck Ribéry zu den besten Fußballern der Welt zähle, dass er aber drei Monate lang verletzt war und deshalb derzeit noch nicht spielt. Nicht mehr, nicht weniger."

Van Gaal: "Ich würde bleiben"

Wenn Ribery aber wieder topfit ist, soll er eine wichtige Stütze des Teams werden.

"Ich würde an seiner Stelle bei Bayern bleiben, weil sie einen guten Trainer haben und immer besser werden", meinte van Gaal daher in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport".

Bei Real Madrid würden die Stars zudem "nicht immer spielen. Das wissen auch ein van der Vaart, ein van Nistelrooy oder ein Raul".

In Wolfsburg wohl wieder nur Ersatz

Nach seiner Knieverletzung Ende vergangenen Jahres und seiner Zehnagelbett-Entzündung im Trainingslager in Dubai muss sich aber auch Ribery in München weiter in Geduld üben.

"Er trainiert sei zwei Wochen sehr gut. Gegen Mainz war er schon besser als in Bremen, aber er fühlt selbst, dass er noch nicht hundertprozentig fit ist", erklärte van Gaal.

Gegen Mainz hatte er Ribery in der 58. Minute, in Bremen in der 68. Minute eingewechselt - jeweils für Olic.

Auch am Samstag in Wolfsburg wird der Franzose wohl wieder nur Ersatz hinter dem Kroaten sein. "Wenn ich denke, dass er mehr beitragen kann als die anderen Spieler, wird er spielen", meinte van Gaal.

"Er treibt keinen Keil in die Mannschaft"

Ribery hatte nach seinem Einsatz gegen Mainz die Hoffnung geäußert, in Wolfsburg von Beginn an spielen zu dürfen.

"Natürlich will er spielen, sonst liefe ja irgendetwas falsch", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, der dadurch aber keine Probleme auf die Bayern zukommen sieht.

Ribery treibe keinen Keil in die Mannschaft, er verhalte sich "absolut professionell."

Es sei ja nur eine Frage der Zeit, "dass er wieder fester Bestandteil unserer Mannschaft sein wird, meinte Nerlinger im "Münchner Merkur" und verkündete, mit der Flügelzange Robben/Ribery könne man "Europa das Fürchten lehren".

"Froh und stolz" sollte man sein, "dass so ein Weltklassespieler wie Ribery in München beim FC Bayern spielt".

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