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Gute Laune beim Training: Mark van Bommel (l.) und Franck Ribery © imago

Eine Entscheidung fällt wohl in knapp zwei Monaten. Bis dahin bleibt Bayern gelassen. Van Bommel redet die Bundesliga stark.

Von Daniel Rathjen

München - Beide Parteien wollen Planungssicherheit.

Die werden der FC Bayern und Franck Ribery vermutlich in spätestens zwei Monaten haben.

"Wir haben vereinbart, uns im März zu treffen, um zu einer Entscheidung zu gelangen", bestätigte Riberys Agent Alain Migliaccio der "Bild".

Nur im Sommer könnten die Münchner angesichts des 2011 auslaufenden Vertrags noch eine Millionen-Ablöse bekommen.

Am Franzosen sind seit geraumer Zeit verschiedene internationale Topklubs interessiert, als Favorit gilt der spanische Rekordchampion Real Madrid.

"Haben einen ganz engen Draht zu Franck"

"Wir lassen das ganz in Ruhe auf uns zukommen. Wir haben einen ganz engen Draht zu Franck und ich glaube, beide Seiten wissen, was sie aneinander haben", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger auf Nachfrage von Sport1.de.

Nach außen gibt er sich gelassen. Warum auch nicht? Die Münchner haben das Heft in der Hand.

"Bevor wir uns nicht mit (Vorstandschef Karl-Heinz) Rummenigge, (Präsident Uli) Hoeneß und (Sportdirektor Christian) Nerlinger getroffen haben, passiert nichts", weiß Migliaccio.

Kein Ultimatum

Zudem ließ er durchblicken, dass die Entscheidung für oder gegen den FC Bayern auch davon abhinge, ob der Verein in Zukunft ein europäische Spitzenteam aufbaue. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wie Nerlinger bereits am Dienstag wies auch Migliaccio Spekulationen zurück, dass die Bayern Ribery ein Ultimatum zur Vertragsverlängerung bis Ende März gestellt hätten.

"Die Geschichte mit dem Ultimatum ist absoluter Blödsinn. Niemand hat Ribery ein Ultimatum gestellt. Ich warte darauf, dass sich der Verein bei mir meldet", sagte der Agent.

Nerlinger versucht derweil, den Handlungsdruck aus der Endlos-Debatte zu nehmen.

"Diese Personalie wird unglaublich hoch gekocht. Wir werden uns zu gegebener Zeit hinsetzen, hören was der Spieler will, sagen, was wir wollen. Damit gehen wir gelassen um", sagte er beim Pressetalk an der Säbener Straße am Mittwoch.

In dieser Sache gehe es "nicht um Einzelpersonen. Es geht darum, den FC Bayern an der Spitze zu halten. Nur darum".

Weil Spötter meinen, die Bayern seien angesichts der jüngsten Gala-Auftritte bei ihrem Angriff auf Tabellenführer Bayer Leverkusen gar nicht mehr auf Ribery angewiesen, brach Nerlinger aber auch eine Lanze für den Star.

"Wenn wir Arjen Robben und Franck Ribery haben, dann gibt es nichts Besseres in der Welt", sagte er. Berichte über Riberys Entbehrlichkeit "regen mich auf", ergänzte Nerlinger.

Sechs Verträge laufen aus

Schließlich werde Ribery bald wieder "ein wertvoller Spieler für den FC Bayern" sein, spätestens, wenn wir `in Bälde wieder die Dreifachbelastung haben, die Leverkusen nicht hat".

Genug zu tun hat Nerlinger in diesen Tagen ohnehin. Sechs Verträge laufen am Saisonende aus.

Mit mindestens drei Spielern (Jörg Butt, Daniel van Buyten und Mark Bommel) soll unbedingt verlängert werden.

Demnächst laufen erste Gespräche an. "Wir werden uns noch etwas Zeit lassen", bemerkte der Sportdirektor noch.

Fakt ist: Nerlinger will bei den Spielern über 30 bei der Verlängerung der Kontrakte insgesamt Geld sparen.

Keine "Ü-30-Klausel"

Der Grundsatz maximal ein Jahr für Ü-30-Spieler soll nicht mehr gelten.

"Das war eine Geschichte bei Mark van Bommel im letzten Jahr, die Jürgen Klinsmann ausdrücklich so gewünscht hat. Das ist keine in Stein gemeißelte Gesetzmäßigkeit. Das muss man von Fall zu Fall entscheiden", stellt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in der "tz" klar.

Gute Aussichten also für den Kapitän. Der fühlt sich in seiner Rolle momentan ohnehin pudelwohl.

Er identifiziert sich mit dem Verein und möchte noch einiges erreichen. Die Bundesliga an sich sieht der 32-Jährige generell auf einem Weg zurück zu alter Stärke.

Van Bommel: Bundesliga besser als Serie A

"Sie hat in Europa aufgeholt", erklärte der Niederländer in der "Sport Bild".

"Unser Ziel muss es sein, jetzt den vierten Champions-League-Platz den Italienern abzunehmen. Ich halte die Bundesliga nicht nur für attraktiver, sondern inzwischen auch für sportlich stärker als die Serie A", behauptete er.

"Wir als FC Bayern können gegen Florenz in der Champions League vorangehen."

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