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Ruud van Nistelrooy traf in 64 Länderspielen 33 Mal für die Niederlande © getty

Die Vorfreude ist groß. Aber der HSV muss sich gedulden. Ein Einsatz von "Van the Man" gegen Köln ist so gut wie ausgeschlossen.

Von Daniel Rathjen

München - Er trainiert mit der Mannschaft.

Ruud van Nistelrooy betrat am Dienstag nach seinem Muskelfaserriss in der Wade erstmals das Gelände an der Nordbank-Arena 195995(DIASHOW: Vorstellung und Karriere).

Der neue Superstar des Hamburger SV strotzte bei Schuss- und Passübungen vor Energie (das Video).

Nach einem Treffer lief er mit ausgebreiteten Armen jubelnd im Zickzack-Slalom, ein anderes Mal nahm er Assistenztrainer Ricardo Moniz nach einer Grätsche in den Schwitzkasten.

"Freue mich, dass das Warten ein Ende hat"

"Ich freue mich, dass das lange Warten ein Ende hat und ich endlich mit der neuen Mannschaft trainieren kann", meinte der Holländer hinterher.

"Auch wenn ich noch nicht bei 100 Prozent bin, ich fühle mich gut."

Es sah tatsächlich schon ziemlich rund aus. Aber: Spielen kann der 33-Jährige gegen am Samstag gegen den 1. FC Köln wohl noch nicht.

Ob er im Kader steht? "Eher nicht, aber das werden wir Ende der Woche entscheiden", sagt HSV-Trainer Bruno Labbadia.

Labbadia: Kein Zeitdruck

Freilich, eine endgültige Absage an das von allen herbeigesehnte Debüt hört sich anders an.

Doch stellt Labbadia auch klar: "Wir werden uns von niemandem unter Zeitdruck setzen lassen. Ruud befindet sich noch im Aufbau und ist erst bei 60 Prozent."

Die von van Nistelrooy angestrebte Jokerrolle in Köln sei "sehr unwahrscheinlich. Das ist meine Einschätzung. Er muss körperlich topfit sein. Sollten wir ihn jetzt reinwerfen, wird uns das auf Dauer nicht weiterhelfen".

Nach Einschätzung des Coaches benötigt van Nistelrooy "noch ein paar Wochen", um seine vollständige Fitness zu erlangen.

"Das Risiko, ihn zu früh zu bringen, wollen wir nicht eingehen", meint Labbadia.

"Wenn man ein Jahr lang nicht gespielt hat, ist es etwas anderes, als wenn ein Spieler mal ein paar Wochen ausgefallen ist."

Debüt gegen Stuttgart?

Nun soll der Holländer zunächst mit täglich zwei Schichten an seiner Form arbeiten.

Der nächste Termin, der für das Debüt in Frage kommt, ist der 13. Februar. Dann muss der HSV zum VfB Stuttgart.

Für Aufruhr in der Bundesliga sorgt van Nistelrooy bis dahin allein schon mit seinem Namen.

Jeder hat eine Meinung zum spektakulärsten Winter-Transfer der Liga. Bayern-Trainer Louis van Gaal hatte ein wenig gegen seinen Landsmann gestichelt.

"Ich hätte ihn nicht verpflichtet, da ich gerade mit Luca Toni einen ähnlichen Fall hatte, den ich gehen ließ. Toni konnte mit der Konkurrenz-Situation nicht umgehen. Ich denke, Ruud hat dasselbe Problem", hatte er gesagt.

Konter gegen van Gaal

Van Nistelrooys lässiger Konter in der "Bild": "Ach, Herr van Gaal ist mein Freund. Ein ganz sympatischer Kerl. Der will mich doch nur ein bisschen reizen", vermutet er.

Für Bayern-Kapitän Mark van Bommel ist die Verpflichtung van Nistelrooys sogar ein Indiz für das wieder wachsende Ansehen der Bundesliga.

"Ruud ist mit Gerd Müller vergleichbar. Die Topstars im Ausland merken, dass die Bundesliga inzwischen interessanter ist als beispielsweise Italien", bemerkte er.

Ze Roberto weiß das schon lange. Sein Comeback beim HSV lässt jedoch ebenfalls auf sich warten. Der 35-Jährige absolviert zurzeit nur Laufeinheiten.

"Er kann frühestens in der kommenden Woche mit dem Mannschaftstraining beginnen", berichtet Labbadia.

Besserung bei Ze Roberto

Eine komplizierte Knöchelverletzung setzt dem Brasilianer bereits seit knapp drei Monaten zu.

"Ich muss noch vorsichtig sein, habe noch immer leichte Schmerzen", sagte der 35-Jährige.

Im besten Fall kann Ze Roberto gegen Stuttgart in den Kader zurückkehren, spätestens zwei Wochen später in die Startelf. Der Gegner heißt dann passenderweise: FC Bayern.

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