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Michael Preetz (l.) im Gespräch mit Sport1.de-Redakteur Mathias Frohnapfel © getty

Hertha-Geschäfstführer Michael Preetz über die Sturmflaute der Berliner, die Aufholjagd, das Spiel in Bremen und seine Arbeit.

München - Mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz steht Hertha BSC auch nach dem 20. Spieltag auf dem letzten Platz. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Dennoch sind die Berliner optimistisch, den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen zu können.

"Ein Wunder ist nicht nötig. Wir brauchen eine gute Rückrunde und müssen eine gute Punktzahl erreichen", sagt Geschäftsführer Michael Preetz.

Im Sport1.de-Interview spricht er über die Sturmflaute der Berliner, die erhoffte Aufholjagd, das Spiel in Bremen (Fr., ab 20 Uhr LIVE) sowie über Trainer Friedhelm Funkel und seine eigene Arbeit.

Sport1.de: Herr Preetz, Sie tragen bei der Hertha in dieser Saison viel Verantwortung. Wie erleben Sie die aktuelle Krisensituation?

Michael Preetz: Es ist für mich das erste Jahr in der Verantwortung, eine Saison, die für mich alles bereit hält. Es ist sehr intensiv, aber ich bin überzeugt, dass wir die Saison positiv zu Ende bringen.

Sport1.de: Die Hertha hat in den letzten beiden Spielen kein Tor geschossen. Würden Sie nicht jetzt gerne selbst als Torjäger wieder auf dem Platz stehen?

Preetz: Es ist ja immer so bei einem ehemaligen Spieler, dass er mitfiebert. Man kennt all die Situationen und hat sie auch schon miterlebt. Aber wir Ehemaligen gehören höchstens an die Seitenlinie, das ist schon in Ordnung so.

Sport1.de: Wie sehr schmerzt es Sie, dass das Tor im Moment wie vernagelt erscheint?

Preetz: Wir haben zum Auftakt der Rückrunde gegen Hannover drei Tore geschossen und damit gezeigt, dass es geht. Richtig ist, dass wir in den beiden Heimspielen jeweils Probleme hatten, gegen defensiv stehende Gegner das Tor zu machen. Wir müssen in den nächsten Wochen Antworten finden, wie wir gegen solche Gegner effektiver spielen können.

Sport1.de: Aber die Angreifer setzen es bisher nicht um.

Preetz: Theofanis Gekas ist über jeden Zweifel erhaben, er ist der Torschützenkönig der WM-Qualifikation. Ramos hat auch schon fünf Treffer erzielt, obwohl er erst seit Mitte September bei uns ist. Wir werden in den nächsten Spielen beweisen, dass Hertha BSC die Qualität im Sturm hat.

Sport1.de: Kapitän Arne Friedrich hat gesagt, dass die Leistung in der ersten Halbzeit gegen Bochum nicht eines Abstiegskampfes würdig war. Stimmen Sie ihm zu?

Preetz: Es war auch eine Frage der Nervosität in der ersten Halbzeit, die haben wir verschenkt. Alle Spieler sind auf dem Platz gefordert, das umzusetzen, was sie während der Woche mit dem Trainer erarbeitet haben.

Sport1.de: Hertha hat seit dem Rückrundenstart vier Punkte auf den Relegationsplatz aufgeholt. Sind Sie zufrieden oder trauern Sie den vergebenen Zählern hinterher?

Preetz: Es ist erstmal positiv. Am Anfang der Rückrunde haben wir von zehn Punkten Abstand gesprochen und jetzt sind es nur noch sechs. Aber auf der anderen Seite ist es auch ärgerlich. Mit etwas mehr Glück wären es jetzt nur noch zwei Punkte Abstand.

Sport1.de: Braucht es ein Wunder, damit Berlin in der Liga bleibt?

Preetz: Ein Wunder ist nicht nötig. Wir brauchen eine gute Rückrunde und müssen eine gute Punktzahl erreichen.

Sport1.de: Wie konnte es überhaupt zu diesem miserablem Saisonstart kommen?

Preetz: Fakt ist, dass wir mit den sechs Punkten eine katastrophale Hinrunde absolviert haben. Fakt ist aber auch, dass wir nicht zurückblicken wollen, sondern unsere Konzentration auf das Jahr 2010 richten. Wir haben jetzt in drei Spielen fast so viele Punkte wie aus der Hinrunde. Das heißt, dass die Mannschaft wieder funktioniert.

Sport1.de: Der nächste Gegner Bremen steckt in einer Krise. Ist es unangenehm, gegen so einen angeschlagenen Gegner anzutreten?

Preetz: Sicherlich, aber wir können es uns nicht aussuchen. Es wird interessant am Freitag: Beide Mannschaften sind unter Druck und müssen gewinnen. Wir werden unsere Chancen nach vorne suchen.

Sport1.de: Sie haben Theofanis Gekas bereits angesprochen. Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Winterverstärkungen ausgewählt?

Preetz: Wir haben zunächst die Positionen definiert, auf denen wir Bedarf hatten. Das waren ein Außenverteidiger und ein Stürmer. Wir brauchen in so einer Phase Spieler, die Bundesliga-Erfahrung haben und auch wissen, wie man sich im Abstiegskampf zu verhalten hat. Das trifft auf Levan Kobiashvili und Theofanis Gekas zu. Sie haben uns bereits in den ersten drei Spielen erheblich weitergebracht.

Sport1.de: Ist Trainer Friedhelm Funkel für die nächsten schweren Aufgaben im Abstiegskampf der richtige Mann?

Preetz: Ja! Er verkörpert diese Aufgaben gerade zu. Er ist ein Kind der Bundesliga. Er hat als Trainer wie als Spieler solche Situationen oft bewältigt. Er hat eine sehr hohe Glaubwürdigkeit, überträgt die nötige Ruhe auf die Mannschaft, um im Abstiegskampf zu bestehen.

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