vergrößernverkleinern
Heinz Müller kämpft gegen seinen Ex-Klub Mainz 05
Heinz Mueller spielte von 2007 bis 2009 für den FC Barnsley © imago

Mainz 05 hat einen beruhigenden Abstand auf die Abstiegsplätze - auch dank Heinz Müller. Der sieht noch Steigerungspotenzial.

Von Matthias Fiedler

München - Heinz Müller ist keiner, der nach einem Fehler eine Woche mit Leichenbittermine durch die Gegend stapft.

Sein Patzer bei der 0:3-Pleite gegen die Bayern - längst abgehakt und Vergangenheit.

Der Mainzer Keeper schaut stattdessen lieber auf die gute Ausgangsposition, die sich der Aufsteiger nach 20 Spieltagen erarbeitet hat.

Mit 27 Punkten stehen die 05er auf Tabellenplatz acht. Der Vorsprung auf einen Relegationsplatz beträgt bereits zehn Punkte.

Und gegen Borussia Mönchengladbach soll sich am Sonntag (ab 15.15 Uhr LIVE) daran nichts ändern.

Mainz "mit breiter Brust"

"Zuhause sind wir noch ungeschlagen und werden gegen Gladbach daher mit breiter Brust zu Werke gehen", kündigt Müller im Gespräch mit Sport1.de an.

Dass der FSV vor heimischer Kulisse bisher noch nicht als Verlierer vom Platz ging, liegt nicht zuletzt auch an ihm.

Vom englischen Zweitligisten FC Barnsley wechselte Müller zu Saisonbeginn nach Mainz und eroberte gleich den Stammplatz von Torwart-Urgestein Dimo Wache.

Und Müller ist mittlerweile sowohl Aushängeschild des Klubs als auch geprüfter Rückhalt.

In Mainz fühlt er sich wohl.

Als Erfolgsgarant macht er die Mannschaftsleistung "besonders in den Heimspielen" aus.

Jetzt müsse das Team genauso engagiert künftig auch auswärts auftreten - die Härtetests unter anderem in Berlin und Hoffenheim warten schon.

"Das Umschalten funktioniert"

"Bei Heimpartien arbeiten wir sehr gut gegen den Ball, erzeugen durch Pressing ordentlich Druck. Auch das Umschalten und der Spielaufbau funktionieren", erklärt Müller.

Und fordert im gleichen Atemzug: "Jetzt müssen wir uns weiterentwickeln und schauen, dass wir auswärts genauso so auftreten, vielleicht das ein oder andere Spiel gewinnen."

Mainz kauft ein

Damit das gelingt, schlugen die Mainzer zur Winterpause noch mal auf dem Transfermarkt zu und verpflichteten den slowakischen Nationalspieler Radoslav Zabavnik und den Ex-Herthaner Malik Fathi (Ausleihe bis zum Saisonende).

Zudem kam für das offensive Mittelfeld Jan Simak vom VfB Stuttgart.

Obwohl der Tscheche bisher noch unter seinen Möglichkeiten blieb, ist Müller optimistisch:

"Jan ist ein Spieler mit sehr vielen Möglichkeiten, ein super Techniker. Er hat bei Stuttgart lange nicht gespielt. Deshalb sollte man ihm noch ein bisschen Zeit geben, bis er auf dem Stand eines Stammspielers ist."

Keine Zeit zu verlieren

Keine Zeit zu verlieren hingegen hat der FSV im Hinblick auf das kommende Heimspiel gegen Gladbach.

Denn während Mittelfeldmann Zsolt Löw wegen einer Sprunggelenksverletzung und Verteidiger Florian Heller (Bruch des Augenhöhlenbodens) bis auf Weiteres ausfallen, hat Trainer Tuchel alle Hände voll zu tun, die Last-Minute-Neuzugänge Malik Fatih und Radoslav Zabavnik zu integrieren.

Heinz Müller sieht seine Mannschaft dennoch in einer komfortablen Situation. "Wir können alles auf uns zukommen lassen. Im Moment stehen wir nicht unter Druck."

Das Los des Torwarts

Und so zerbrach sich der 1,94-Hüne nach der turbulenten Partie in München auch nicht unnötig den Kopf.

"Das ist eben das Los des Torwarts. Zwischen Held und Idiot verläuft oft ein ganz schmaler Grat", stellte Müller ziemlich entspannt fest.

Groß rechtfertigen brauchte sich der Keeper ohnehin nicht. Denn Trainer Thomas Tuchel ist überzeugt: "Normalerweise hält er den mit einem Arm."

Müller trickst Butt aus

Vor allem in der ersten Halbzeit fischte Müller so ziemlich alles weg, was auf seinen Kasten kam. Beim Elfmeter blieb er genauso cool. Er habe gewusst, dass Jörg Butt gerne den Keeper ausguckt, "jetzt habe ich es mal umgekehrt gemacht".

Müller breitet sich nicht lange über seine Glanztaten aus, scherzt lieber, dass er "eben ab und zu angeschossen" werde.

Es mag eine Prise des englischen Humors sein, den Müller von 2007 bis 2009 während seiner Zeit auf der Insel kennengelernt hat.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel