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Dieter Hoeneß (r.) spielte als Aktiver von 1979 bis 1987 beim FC Bayern © getty

Dieter Hoeneß erklärt im Sport1.de-Interview, wie der VfL Wolfsburg die Bayern stoppen will und spricht über die Trainersuche.

Von Martin Volkmar

München - Nach einem bisher enttäuschenden Saisonverlauf will der VfL Wolfsburg endlich die Wende schaffen.

Dafür tauschte der neue starke Mann beim amtierenden Deutschen Meister die Trainer aus.

Mit Lorenz-Günther Köstner erhofft sich Dieter Hoeneß nun ausgerechnet im Heimspiel (Sa., ab 15 Uhr LIVE) gegen "seine Bayern" den Befreiungsschlag.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Sport1.de-Interview spricht der jüngere der beiden Hoeneß-Brüder über seine Bayern-Vergangenheit, das Spiel gegen die Münchner sowie über die Trainersuche 115493(DIASHOW: Dieter Hoeneß' Karriere).

Sport1.de: Sie haben als Profi Ihre erfolgreichste Zeit beim FC Bayern gehabt und zuletzt in München gelebt, Ist es ein besonderes Spiel für Sie?

Hoeneß: Spiele gegen Bayern haben immer eine besondere Atmosphäre, egal bei welchem Verein. Für mich hat das weniger damit zu tun, dass ich dort vor langer Zeit mal gespielt habe. Sondern man spürt natürlich, dass gerade die Fans dieser Begegnung entgegenfiebern. Schließlich ist das zumindest in der Bundesliga immer auch das Spiel David gegen Goliath - wobei die Bayern natürlich aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte und ihrer Wirtschaftskraft der Riese sind. Aber gerne würde man diesem natürlich ein Schnippchen schlagen. Von dieser Erwartungshaltung leben die Spiele gegen Bayern.

Sport1.de: Welche Bedeutung hat das Wiedersehen mit Ihrem Bruder - zumal Sie beide in anderer Funktion als in den letzten Jahren sind?

Hoeneß: Ich glaube, wir sind schon über 30 Mal in Spielen aufeinander getroffen. Da hat das einzelne Mal keine große Bedeutung mehr. Ganz klar: Es ist das Spiel Wolfsburg gegen Bayern und nicht Dieter gegen Uli. Aber natürlich freue ich mich immer, meinen Bruder zu sehen.

Sport1.de: Trennung von Armin Veh, Transfers in der Winterpause, jetzt die Trainersuche - wie hart waren die ersten Wochen beim VfL?

Hoeneß: Das war natürlich ein Einstieg, wie man ihn sich nicht erhofft. Es war wenig Zeit bis zum Ende der Wechselperiode, dazu die sportlichen Enttäuschungen mit den Niederlagen gegen Stuttgart und Köln, schließlich die Trennung von Armin Veh. Dabei sind wir bis zum Köln-Spiel davon ausgegangen, dass wir gemeinsam den Bock umstoßen werden. Es gab also viel zu tun und dementsprechend lange Arbeitstage. Aber so etwas gehört natürlich dazu zu diesem Job.

Sport1.de: Im Vorjahr gab es einen 5:1-Triumph - ist so eine Gala wieder möglich?

Hoeneß: ich weiß gar nicht, ob es überhaupt schon mal passiert ist, dass Bayern zwei Jahre lang hintereinander so hoch bei einem Gegner verloren hat? Natürlich könnte man jetzt sagen, dass im Fußball immer alles möglich ist. Und das würde sogar stimmen. Aber realistisch ist das nicht. Wir werden natürlich hart dafür arbeiten, den FC Bayern zu schlagen. Mit welchem Ergebnis, das wäre dann zweitrangig.

Sport1.de: Wie kann man den Bayern-Express der vergangenen Woche stoppen?

Hoeneß: Die Bayern haben natürlich jetzt einen Lauf, gehen nach der Erfolgsserie in der Bundesliga und dem Weiterkommen in der Champions League mit breiter Brust auf den Platz. Aber auch wir haben eine große Qualität in der Mannschaft. Wenn wir uns in der Defensive weiter stabilisieren, wenn wir uns gegen die individuell starken Spieler der Bayern clever im Zweikampf verhalten, dann könnte es klappen. Denn für ein Törchen sind wir immer gut.

Sport1.de: Zur Trainerfrage: Bleibt Lorenz-Günther Köstner bis zum Sommer und vielleicht sogar darüber hinaus?

Hoeneß: Wir haben mit Lorenz-Günther Köstner ganz klar vereinbart, dass er uns jetzt als Interimstrainer zur Verfügung steht, und zwar am liebsten bis zum Saisonende. Je schneller und nachhaltiger wir uns sportlich stabilisieren, desto mehr Zeit und Ruhe haben wir bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer. Denn eine solche Wahl muss perspektivisch getroffen werden ? und zum Saisonende ist die Auswahl sicher größer.

Sport1.de: Was ist dran an der Meldung der "Wolfsburger Nachrichten", dass Hans Meyer als "Retter" sofort parat steht?

Hoeneß: Da ist nichts dran. Wir sind sicher, das Köstner mit seiner der besonnenen, aber auch bestimmten Art und seiner großen Erfahrung der richtige Mann ist. So wie die Mannschaft in der ersten Hälfte in Hamburg aufgetreten ist, das hat mir schon gut gefallen. Darauf lässt sich aufbauen ? auch wenn uns die nächsten drei Spiele mit Bayern, Leverkusen und Schalke drei schwere Gegner bescheren. Wichtig ist, dass die Spieler schnell wieder das nötige Selbstvertrauen bekommen, das man für gute Leistungen braucht.

Sport1.de: Ist es richtig, dass Sie keinen der genannten Hochkaräter wie Hiddink, van Basten oder Eriksson bei der Trainersuche ausschließen?

Hoeneß: Die Frage ist gut formuliert, aber ich halte es wie immer: An allen Spekulationen, die es derzeit zwangsläufig gibt, beteilige ich mich nicht. Ich kann verstehen, dass jetzt zig Namen genannt werden. Das wird solange gehen, bis wir eine Entscheidung getroffen haben. Aber es wäre weder seriös noch richtig von mir, irgendeinen Namen zu kommentieren.

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