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Christian Genter erzielte in dieser Saison drei Tore für Wolfsburg © getty

Nationalspieler Christian Gentner macht Wolfsburg Mut vorm Duell mit Bayern. Doch er warnt bei Sport1.de vorm Abstiegskampf.

Von Mathias Frohnapfel

München - Plötzlich ist es wieder wie früher.

Die Bayern reisen nach Wolfsburg - als Titelanwärter. Die Meisterschale steht zwar seit dem Triumphlauf im Frühjahr 2009 noch in Niedersachsen, doch die "Wölfe" sind längst wieder im düsteren Mittelfeld angelangt.

"Wir sind gegen Bayern Außenseiter, das ist klar", gibt Christian Gentner im Gespräch mit Sport1.de die Linie vor.

"Die Bayern spielen momentan einen sehr guten Ball, sie sind momentan das spielstärkste Team der Liga."

Acht Partien ohne Sieg

Der Nationalspieler bemüht sich vorm Schlagerspiel (Sa., ab 15 Uhr LIVE) erst gar nicht, die VfL-Misere schönzureden.

Der Tabellenelfte hat seit acht Partien nicht mehr gewonnen, so dass aktuell sogar der Relegationsplatz (acht Punkte) näher ist als ein internationaler Startplatz (zehn Punkte).

(DATENCENTER: Die Bundesliga).

"Wir stecken nicht wirklich im Abstiegskampf", meint der Mittelfeldmann, um zugleich zu mahnen: "Wir müssen zusehen, dass wir da nicht reinrutschen. Das ist Warnung genug."

Jubelfeiern gab es seit der Meisterschaft der "Wölfe" genug.

Ehrung im Wolfsburger Schloss

Noch vor wenigen Tagen zeichnete die Stadt das Team im Wolfsburger Schloss als Mannschaft des Jahres aus. Eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten.

Gentner, der im Sommer zum VfB Stuttgart wechselt, erklärt die Talfahrt auch mit einer psychologischen Komponente:

"Ein Phänomen ist, dass die Gegner jetzt anders gegen uns auftreten. Und vielleicht schleicht sich auch ein wenig das Gefühl ein, dass man von seiner Qualität überzeugt ist und etwas leichtfertig wird."

Kleinigkeiten und große Auswirkungen

Die Folge: "Das rächt sich in der Bundesliga sofort, weil Spiele oft durch Kleinigkeiten und Unkonzentriertheiten entschieden werden."

Um so mehr hoffen sie in Wolfsburg nun, dass mit Interimscoach Lorenz-Günther Köstner die Wende gelingt. Der 58-Jährige hat den delikaten Job vom glücklosen Armin Veh übernommen und im ersten Spiel immerhin ein Remis in Hamburg erreicht.

Bringt Köstner das Glück zurück?

Und dem gebürtigen Oberfranken scheinen die Münchner zu liegen. Zweimal gewann Köstner bereits gegen den Rekordmeister - 1998 als Coach von Köln und 2001 mit Unterhaching.

Beide Erfolge gelangen ihm im Februar. Wenn der Monat ihm Glück bringen sollte, Köstner wäre es recht.

Ansonsten bereitet er das Team akribisch auf die Münchner vor. Hilfestellung könnte eventuell der sensationelle 5:1-Erfolg aus der Vorsaison geben.

Ab diesem Zeitpunkt sausten die Niedersachsen wie Skiläufer im Zieleinlauf dem Titel entgegen.

Köstner sagt dazu kurz: "Eigentlich glaube ich nicht daran, dass das noch in den Köpfen ist, aber vielleicht kann ich es trotzdem nutzen."

Gentner fürchtet keine Revanche

Christian Gentner spricht im Rückblick von einem "außergewöhnlichen guten Spiel". Mutig gibt der 24-Jährige jetzt vor: "Wir haben jetzt keine Angst vor dem FC Bayern oder einer Revanche."

Dabei hat der VfL gemeinsam mit Schlusslicht Hertha BSC die schlechteste Abwehr der Liga und bereits 39 Gegentreffer geschluckt.

Doch bereits gegen Hamburg stand der VfL defensiv etwas besser. Die Sicherheit des eigenen Tores war anders als in vielen Spielen zuvor erste Priorität.

"Die Qualität ist vorhanden"

Gentner appelliert an das Team und erinnert an eine Tatsache, die inmitten der vielen schlechten Nachrichten fast untergegangen ist: "Die Qualität im Kader ist ja weiterhin vorhanden."

Mit gemeinsamer Arbeit streben die Wolfsburger nun aus der Krise.

"Wir müssen", fordert Gentner "uns gemeinsam aus der schwierigen Situation herausziehen - am besten mit einem Erfolgserlebnis."

Vielleicht gelingt ja gegen Bayern zumindest für ein Spiel wieder der Rollentausch.

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