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Kevin Kuranyi spielte von 1997 bis 2001 für den VfB Stuttgart © imago

Kevin Kuranyi macht seine Tore und könnte Schalke in die Champions League schießen. Doch die Zukunft des Stürmers ist ungewiss.

Von Thorsten Mesch

München - Elf Tore in 20 Spielen - die Zahlen sprechen für Kevin Kuranyi:

Fünf Tore hat Kuranyi in den letzten sechs Spielen erzielt, vier Mal davon das 1:0.

Acht Mal in Folge hat Kevin Kuranyi nun schon mindestens zehn Tore in einer Saison erzielt - das schafften vor ihm nur Gerd Müller und Manfred Burgsmüller.

13 Punkte Vorsprung hat der FC Schalke 04 auf Platz sechs, fünf auf den Erzrivalen aus Dortmund.

Mit jedem Tor bringt Kuranyi, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, den finanziell angeschlagenen Verein näher an den Europapokal und die damit verbundenen Millionen-Einnahmen. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

Marktwert steigt

Mit jedem erzielten Treffer steigert er aber zugleich seinen Marktwert.

Annähernd vier Millionen Euro soll der 27-Jährige pro Jahr verdienen. Sein Vertrag wird wohl nur verlängert, wenn Schalke das internationale Geschäft erreicht.

"Er kann sich mit Toren selber zu einem neuen Vertrag schießen", sagt Trainer Felix Magath.

Bei den Fans wieder beliebt

In die Herzen der Fans hat er sich bereits geschossen, nachdem die Anhänger ihn in der Vergangenheit mehrfach gnadenlos ausgepfiffen hatten.

Kuranyi sagt, wenn es nach seinem Herzen ginge, "dann würde ich gern bleiben. Ich fühle mich hier wirklich richtig wohl. Alles Weitere werden wir im Frühjahr entscheiden."

Dabei war er schon beinahe weg. In der Winterpause waren sich die Schalker "mit einem Klub einig", wie Magath bestätigte.

Sunderland hatte Interesse

Der englische Erstligist FC Sunderland hatte den 27-Jährigen ganz oben auf seiner Wunschliste, doch Kuranyi wollte nicht.

"Wir sind alle froh", sagt Torwart Manuel Neuer über den Verbleib des Stürmers. "Er macht seinen Job gut und die Tore besser denn je."

Elf Tore nach 20 Spielen hat Kuranyi bisher noch nie auf dem Konto gehabt. Fünf Treffer fehlen ihm noch zu einer neuen persönlichen Saison-Bestmarke.

Kuranyi zurückhaltend

"Ich bin sicher, dass Kevin seinen Rekord brechen wird", sagt sein Sturmpartner Jefferson Farfan: "20 bis 25 Tore traue ich ihm zu."

Doch Kuranyi gibt sich zurückhaltend, will sich "nicht zu früh freuen" und "nicht zu viel darüber reden". Er lässt Tore sprechen - allerdings nicht immer genug.

"Ich hatte mit ihm verabredet, dass er zwei Tore macht", sagte Magath nach dem 2:0-Sieg gegen Hoffenheim.

"Er muss aufpassen, dass das nicht bald Konsequenzen hat", flachste sein Coach.

Vorgabe für Freiburg

Das zweite Tor habe er sich "fürs nächste Spiel aufgehoben", konterte Kuranyi lässig.

Der SC Freiburg, Schalkes Gegner am Samstag, kann sich also schon mal warm anziehen.

Nach dem 1:0 gegen Nürnberg, natürlich hatte Kuranyi den Siegtreffer erzielt, meinte Magath: "Wenn Kevin ab jetzt in jedem Spiel ein Tor schießt, dann hat es sich gelohnt, dass er nicht verkauft wurde."

Ablösefrei im Sommer

Sollte Kuranyi im Sommer gehen, würden die Schalker allerdings kein Geld für ihren treffsicheren Angreifer bekommen.

Laut "Sport Bild" sollen ab Anfang März die Verhandlungen mit etwaigen Interessenten beginnen.

Für den Fall, dass Schalke Kuranyi nicht halten kann, hat Magath in Edu, Bogdan Müller, Besart Ibraimi und zuletzt Mario Gavranovic bereits vier Stürmer verpflichtet.

Schalker Mehrkosten

Die insgesamt acht Winter-Einkäufe sollen bis zum Sommer laut "kicker" Mehrkosten von insgesamt 8,6 Millionen Euro (3,6 Millionen Ablöse plus 5,0 Millionen für Gehälter) verursachen.

Dem stünden aber rund 9,2 Millionen Euro durch außerplanmäßige Mehreinnahmen und Einsparungen (Abgänge/Gehälter der Langzeitverletzten) in verschiedenen Bereichen gegenüber.

"Wir sind, was die laufende Saison angeht, sogar im Plus", sagt Magath. Dazu könnten weitere Millionen für das Erreichen eines Europapokalplatzes und der nächsten Runde im DFB-Pokal kommen.

"Gesamtpaket muss stimmen"

Kuranyi hat es selbst in der Hand - oder auf dem Fuß: Wenn er weiter so trifft wie bisher, hat Schalke am Saisonende vielleicht das Geld, um ihn halten zu können.

Schießt er Schalke in die Champions League, wechselt aber dennoch zu einem Verein, der seine finanziellen Wünsche erfüllen kann, nimmt Schalke etliche Millionen ein und spart Kuranyis Gehalt. "Es ist nicht nur eine Geldfrage", hält sich Kuranyi alle Türen offen, "das Gesamtpaket muss stimmen."

Derzeit stimmt bei Kuranyi vor allem die Leistung - und die Torquote.

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