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Tim Wiese (r.) wechselte 2005 aus Kaisers- lautern zu Werder Bremen © getty

Nach fünf Niederlagen in Folge reicht es den Bremern. Im Krisengipfel gegen Hertha BSC muss die Wende her. Der Druck ist immens.

Von Daniel Rathjen

München - In der Not helfen klare Ansagen.

Und vor dem Krisengipfel gegen Hertha BSC (ab 20 Uhr LIVE) ist das Elend bei Werder Bremen greifbar (DATENCENTER: Die Tabelle).

Fünf Niederlagen in Folge sprechen für sich. Das 3:4 gegen Borussia Mönchengladbach war peinlich.

Eine Pleite gegen den Tabellenletzten würde einen Negativ-Rekord in 46 Jahren Bundesliga bedeuten.

Aber auch die Berliner sind zum Siegen verdammt - das Duell wird kein fußballerisches Bonmot. So viel ist klar. (Der Sport1.de-Tabellenrechner)

Das beste Rezept für die Bremer wäre es, den Frust in Motivation umzuwandeln.

Vor allem Keeper Tim Wiese will endlich wieder Taten sprechen lassen. Nach acht Gegentoren in den vergangenen drei Spielen ist er stocksauer.

"Jedes einzelne geht mir tierisch auf den Sack. Ich hoffe, dass wir endlich mal wieder zu null spielen", wird der 28-Jährige unter anderem in der "Kreiszeitung Syke" zitiert.

"Mehr Scheiße geht nicht"

Er blickt nach vorne: "Wir haben in den letzten Wochen so viel Scheiße gespielt, mehr geht nicht. Dümmer kann man sich nicht anstellen!" Deshalb könne es nur besser werden.

Um wieder erfolgreich zu sein, appelliert er an den Teamgeist. "Wir müssen wieder als Mannschaft auftreten. Das hat uns in der Hinrunde so stark gemacht. Wir müssen wieder sicher stehen", fordert er.

Frings' Appell an die Ehre

Mit einer Brandrede richtete sich indes Torsten Frings an das Team und packt es bei der Ehre.

"Wir sollten uns mal überlegen, welches Trikot wir hier Woche für Woche anziehen. Wir waren zuletzt unwürdig die Raute zu tragen", wetterte der Mittelfeldspieler.

Gegen Berlin müsse dieses Privileg zurückgeholt werden. "Wir müssen jetzt die Kurve kriegen. Und das mit aller Macht", fordert Frings.

Gelingt das nicht, wäre es ein grün-weißes Desaster. Das Mittelmaß droht, die internationalen Plätze wären zehn Punkte entfernt, die Ausgangslage im Poker um Top-Spieler Mesut Özil würde sich nicht verbessern.

Coach Thomas Schaaf schöpft Hoffnung aus den guten Trainingseindrücken. "Wir sind in dieser Woche eng zusammengerückt. Die Mannschaft ist gewillt, das Beste zu machen. Ob es ihr gelingt, werden wir sehen", sagt er.

Der Trainer setzt auf zwei neue Kämpfer im Team. Petri Pasanen soll statt Aymen Abdennour die linke Seite bekleiden. Und im Mittelfeld wird Peter Niemeyer für Tim Borowski spielen.

Rückhalt für Schaaf

Der Druck ist auch für Schaaf immens. Sein Rückhalt im Verein ist aber weiterhin grenzenlos.

Ungeachtet der sportlichen Durststrecke wurde er am Donnerstag anlässlich des 111. Vereinsjubiläums zum Ehrenmitglied ernannt.

Und erhielt dafür sogar mehr Applaus als Bremens Übertrainer Otto Rehhagel, dem an gleicher Stelle ebenfalls eine Nachbildung der Bremer Stadtmusikanten überreicht wurde.

Ein grün-weißer Treueschwur folgte auf dem Fuß.

"Uns nervt das Geschrei, Thomas könne nur Werder. Wir alle wissen, dass er jede Mannschaft der Welt trainieren könnte. Wir hoffen aber, dass er noch ganz, ganz lange unser Trainer bleibt", beschwor Vereinspräsident Klaus-Dieter Fischer geradezu den 48-Jährigen.

Esprit durch Goldrand-Trikot?

Auch der Aufsichtsratsvorsitzende und langjährige Manager Willi Lemke weist jede Trainerdiskussion in Bremen weit von sich.

"Nicht der Trainer, wir machen die Fehler und müssen uns deshalb steigern", bekennt auch Mesut Özil.

Vielleicht verleiht auch das speziell für den 111. Geburtstag gefertigte Jubiläumstrikot mit Goldrand neuen Esprit.

Hertha wird in jedem Fall einiges dagegensetzen. Sieben Punkte müssen die Hauptstädter derzeit bis zum rettenden 15. Platz aufholen.

Manager Michael Preetz will Punkte. "Wir arbeiten alle zusammen unermüdlich daran, diese Saison am 8. Mai doch noch zu einem versöhnlichen Ende zu führen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Frings - Niemeyer, Hunt - Özil - Pizarro, Marin

Hertha BSC Berlin: Drobny (Burchert) - Piszczek, Friedrich, von Bergen, Kobiaschwili - Lustenberger - Kringe, Cicero - Raffael - Ramos, Gekas

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

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