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Bastian Schweinsteiger hat mittlerweile 204 Bundesligapartien angehäuft © imago

Grafite war gestern. An der Säbener Straße tropft das Testosteron vor dem Spiel in Wolfsburg von den Wänden. Bleibt Ribery?

Von Daniel Rathjen

München - Er tanzte, jubelte, lachte.

Der 4. April 2009 war sein Tag.

Grafite krönte mit seinem überragenden Hackentor die Leistung des VfL Wolfsburg beim 5:1 in der vergangenen Saison 88688(die Bilder).

Der FC Bayern war gedemütigt, Jürgen Klinsmann wurde wenige Wochen später gefeuert, die "Wölfe" wurden Meister.

Jetzt kehren die Münchner an den Ort der Schmach zurück (Sa., ab 15 Uhr LIVE) - und es ist alles anders. Niemand beim Tabellenzweiten hat mehr Angst vor Grafites Hacke.

"An dem Tag lief es einfach nicht für uns", erinnert sich Bayern-Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger im DSF.

"Ich glaube aber nicht, dass uns so was noch mal passieren wird. Man zieht daraus natürlich auch wieder ein Stück mehr Motivation für das Spiel am Samstag."

"Schweini" ergänzt: "Es war eine bittere Niederlage für uns, aber wir haben nun die Chance, uns zu revanchieren."

"Diesmal ein anders Ergebnis"

Aufgrund der neuen Vorzeichen gehe er davon aus, dass "diesmal am Ende ein anderes Ergebnis stehen wird".

Eines ist klar: Die Münchner wollen im Fernduell mit Tabellenführer Bayer Leverkusen (spielt zeitgleich beim VfL Bochum) keinesfalls nachgeben und endlich zurück an die Spitze.

"Wir sind immer noch der Jäger und nicht der Gejagte. Aber das soll sich so schnell wie möglich ändern", stellt Christian Nerlinger klar.

"Ausrutschen dürfen wir nicht", fügt der Sportdirektor an.

Auch Nerlinger optimistisch

Dass es bei der Neuauflage des denkwürdigen 1:5 der Vorsaison zu einer erneuten Pleite kommt, glaubt er nicht.

"Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg. Man spürt den Zug im Team und, dass sie Großes erreichen will - und auch kann."

Auch Schweinsteiger präsentiert sich nach neun Pflichtspielsiegen in Serie enorm selbstbewusst: "Wenn wir unsere Qualitäten fortan jeden Samstag und auch Mittwoch auf dem Platz unter Beweis stellen, dann wird es schwer uns zu schlagen."

Respekt vor dem Gegner ist auf Münchner Seite aber auch da, obwohl die "Wölfe" seit acht Ligaspielen nicht mehr gewonnen haben.

Bayern-Trainer Louis van Gaal warnt vor einer "starken Mannschaft mit sehr guten Spielern".

Sein Wolfsburger Pendant Lorenz-Günther Köstner erwartet "giftige und bissige Bayern".

Köstner plant "Einbruch"

Er fordert: "Wir müssen kompakt dagegenhalten und dürfen keine Angst haben. Für jede Tür gibt es einen Schlüssel. Wenn man will, kommt man in jedes Haus rein."

Auch Nationalspieler Christian Gentner kündigt gegenüber Sport1.de an: "Wir haben jetzt keine Angst vor dem FC Bayern oder einer Revanche."

Wolfsburg muss allerdings auf Neuzugang Rever (Handbruch) und Torwart Diego Benaglio (Knie-OP) verzichten.

Bayern-Trainer van Gaal lässt dagegen einmal mehr Franck Ribery zunächst auf der Bank. Für Schlagzeilen sorgt der Franzose sowieso weiterhin.

Jüngst macht er den Bayern wieder Hoffnung auf eine Vertragsverlängerung.

Ribery macht Bayern Hoffnung

"Die Möglichkeit einer Verlängerung bei den Bayern besteht", sagte der 26-Jährige "France Football".

Allerdings knüpfte er sein mögliches Bleiben erneut an den sportlichen Erfolg der Münchner.

"Ich möchte für ein konkurrenzfähiges Team spielen, das mir die besten Möglichkeiten bietet, Titel zu gewinnen - bei Bayern oder anderswo."

Er könne sich in seiner Karriereplanung keine Fehler leisten, sagte der insbesondere von Real Madrid umworbene Ribery weiter, "im April werde ich 27 und stehe am Scheidepunkt".

Ob Riberys Entscheidung zugunsten seines aktuellen Arbeitgebers ausfallen wird, bleibt vorerst das Geheimnis des Franzosen.

Immerhin erklärte er, sich schon aus Eigeninteresse bis Ende März festlegen zu wollen: "Ich möchte unbelastet in die Weltmeisterschaft gehen."

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