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Mirko Slomka war von 2001 bis 2004 Co-Trainer bei Hannover unter Rangnick © imago

Am Samstag treffen Slomka und Rangnick aufeinander. Bei Sport1.de spricht Hannovers Trainer über das brisante Wiedersehen.

Von Christian Paschwitz

München - Herzlich wird das Wiedersehen nicht.

Am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) treffen zwar zwei alte Freunde aufeinander, doch grün sind sie sich nicht mehr.

Ralf Rangnick empfängt mit 1899 Hoffenheim Mirko Slomka und dessen Klub Hannover 96 (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Von der Verbundenheit alter Tage ist nicht mehr viel geblieben. Es herrscht Eiszeit vor der Reunion des einstigen 96-Trainerteams.Es ist das erste Mal, dass sich Slomka und Rangnick als Trainer in der Bundesliga gegenüberstehen.

Gründe für die so abrupt auf der Strecke gebliebene Freundschaft wollte Slomka nicht nennen, das sei "privat". Auch Rangnick will nichts mehr von einem "Kumpel Slomka" wissen.

"Das Verhältnis ist anders, als es vor fünf Jahren war. Es gehen auch Ehen auseinander, obwohl man sich am Anfang richtig gut verstanden hat", meinte der Hoffenheimer Trainer.

Der Anfang vom Ende war offenbar besiegelt, als Slomka im Januar 2006 zum Cheftrainer bei Schalke 04 befördert wurde und dort die Nachfolge von Rangnick antrat.

Dabei teilen die ehemaligen Kumpels so viel in diesen Tagen. Ihre Klubs stecken in der Krise. Und sie sind die Hoffnungsträger auf dem anvisierten Weg zurück in die Zukunft.

Nach zwei Niederlagen seit seinem Amtsantritt bei den Niedersachsen (nur zwei Punkte aus den vergangenen neun Partien) will Slomka gegen Hoffenheim die Wende erzwingen.

Im Sport1.de-Interview spricht der 96-Coach über seine Herausforderungen.

Sport1.de: Herr Slomka, das Verhältnis zwischen Ihnen und Ralf Rangnick gilt als zerrüttet. Werden Sie auf ihn zugehen?

Mirko Slomka: Wir werden gemeinsam aufeinander zugehen. Wir hatten eine außergewöhnlich intensive und erfolgreiche Zeit. Für mich bleibt die Zusammenarbeit unvergessen und unantastbar.

Sport1.de: Sie stecken im Abstiegskampf. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass es nach neun Spielen ohne Sieg jetzt gegen Hoffenheim besser läuft?

Slomka: Wir arbeiten sehr intensiv und konzentriert. Die Mannschaft zieht engagiert mit. Und wir haben starke neue Spieler dazu bekommen. Das wird sich auch im Spiel bemerkbar machen. Davon bin ich überzeugt.

Sport1.de: Inwiefern sind die Neuen, Kone und Elson, Heilsbringer?

Slomka: Die beiden sind keine Heilsbringer, dieser Begriff überhöht Spieler grundsätzlich. Aber die beiden setzen schon im Training wichtige neue Impulse. Das sollen sie auch gegen Hoffenheim zeigen. Passgenauigkeit und Torgefahr - dafür stehen Elson und Kone.

Sport1.de: Neue Leute entfachen auch neuen Konkurrenzkampf. Hat demnach nicht mal mehr Kapitän Arno Bruggink seine Position sicher?

Slomka: Ich werde die mögliche Aufstellung natürlich immer erstmal der Mannschaft mitteilen. Aber es stimmt: Aus einem gesunden Konkurrenzkampf kann viel Energie auf dem Platz entstehen.

Sport1.de: Gibt es ein Problem mit Florian Fromlowitz aufgrund des zwischenzeitlichen "Flirts" mit Gerhard Tremmel?

Slomka: Die Geschichte wurde viel zu hoch gehängt. Ich habe mit Florian gesprochen, er lässt sich davon nicht irritieren sondern geht konzentriert und kämpferisch die nächsten Aufgaben an.

Sport1.de: Die Mannschaft wirkt seit dem Tod von Robert Enke immer noch verunsichert. Umgeben Sie sich mit professionellen Helfern wie einem Mentaltrainer, wie er Ihnen auf Schalke zur Seite stand?

Slomka: Wir haben das noch mal intensiv diskutiert, auch mit der Mannschaft. Der Einsatz eines Mentaltrainers ist danach nicht geplant.

Sport1.de: Sie gelten als Trainer, der für Visionen steht, nun müssen Sie als Feuerwehrmann einspringen. Wie innerlich zerrissen fühlen Sie sich dabei?

Slomka: Die Aufgabe hier bei Hannover 96 hat ganz klar zwei Ziele: Zunächst den Abstieg verhindern, dann eine Mannschaft entwickeln, die dauerhaft erfolgreich in der Bundesliga spielt. Das sind zwei Aufgaben, die konzentriert hintereinander zu erledigen sind. Das hat nichts mit Zerrissenheit zu tun.

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