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Bremens Claudio Pizarro (r.) erzielte gegen die Hertha seinen achten Saisontreffer © getty

Im vierten Rückrundenspiel gelingt den Bremern gegen Schlusslicht Berlin der erste Sieg. Allerdings ist der Erfolg ein hartes Stück Arbeit.

Bremen - Ein Zittersieg zum Jubiläum: Mitten in den Feierlichkeiten zum 111-jährigen Vereinsbestehen hat Werder Bremen seine Niederlagenserie stoppen können.

Dank des achten Saisontreffers von Claudio Pizarro in der 81. Minute gelang dem Pokalsieger gegen das Tabellenschlusslicht Hertha BSC Berlin ein knappes 2:1 (0:0) und damit der erste Sieg nach zuvor fünf Niederlagen in Serie.

Zuvor war Pizarro mehrfach am stark spielenden Hertha-Keeper Jaroslav Drobny gescheitert.

"Wir wissen um Claudios Qualitäten. Er weiß, dass er es immer wieder probieren muss und hat sich dann selbst belohnt", erklärte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach dem Spiel.

Für die Gäste war das Resultat angesichts der prekären Tabellensituation ein weiterer schwerer Rückschlag.

Trainer Friedhelm Funkel ärgerte sich vor allem über Entstehung des entscheidenden Gegentreffers.

Funkel: "Abgerechnet wird am Schluss"

"Das war eine sehr unglückliche Niederlage. Ramos hat den Ball vor dem 1:2 selber nach hinten verlängert, Pizarro fällt der Ball vor die Füße und er macht das Tor", sagte Funkel nach dem Spiel.

Doch aufstecken wollte er nicht: "Wir haben noch eine Chance. Die werden wir nutzen. Abgerechnet wird am Schluss." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In der 66. Minute hatte zuvor Nationalspieler Marko Marin seine gute Vorstellung mit dem Führungstor für die Norddeutschen gekrönt.

Doch nur 120 Sekunden später konnte Theofanis Gekas einen Fehler von Werder-Torwart Tim Wiese nutzen und aus kurzer Distanz ausgleichen.

"Wir sind glücklich, dass wir die drei Punkte geholt haben. Nach so einer Negativserie ist das wichtig für das Selbstvertrauen. Das gibt nochmal einen Ruck durch die Mannschaft. Wir wollen jetzt die nächsten Wochen erfolgreich gestalten", sagte Torschütze Marin.

Drobny mit starker Leistung

Vor 35.600 Zuschauern im Weserstadion hielt in erster Linie Torhüter Drobny seine Mannschaft lange Zeit im Spiel.

Der tschechische Keeper, dessen Einsatz wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel lange auf der Kippe gestanden hatte, erwies sich insbesondere vor dem Seitenwechsel als sicherer Rückhalt.

Weder Mesut Özil in der sechsten noch Aaron Hunt in der 20. Minute brachten den Ball aus kurzer Distanz am Berliner Keeper vorbei, in der 34. Minute scheiterte Pizarro.

"Jaro ist schon seit Monaten ein großer Rückhalt für uns", lobte Funkel nach der Partie.

Pizarro trifft den Pfosten

In der 20. Minute allerdings half ihm bei einem Kopfball des Südamerikaners das Glück des Tüchtigen, der Ball klatschte an den rechten Pfosten. In der zweiten Halbzeit dauerte es nur vier Minuten, bis Drobny erneut im Blickpunkt stand.

Diesmal rettete er binnen Sekundenbruchteilen erst gegen Pizarro, dann gegen Hunt.

Nach der Niederlagen-Serie waren die Platzherren bemüht, schnell die Kontrolle auf dem Platz zu gewinnen. Dies gelang zwar weitgehend, doch wirkliche Torgefahr konnte der Pokalsieger zunächst nicht entwickeln.

Die Offensivaktionen waren zu durchsichtig angelegt und stellten die Berliner Abwehrspieler vor keine großen Probleme.

Niemeyer spielt im defensiven Mittelfeld

Auch eine taktische Umstellung von Trainer Thomas Schaaf, der am Freitag mit der Ehrenmitgliedschaft bei den Hanseaten ausgezeichnet worden war, brachte zunächst nicht den gewünschten Erfolg.

Zusätzlich zu Kapitän Torsten Frings sicherte Peter Niemeyer nach hinten ab.

Schaaf: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie wollte"

Der Tabellenletzte konnte die Partie nur eine Viertelstunde lang offen gestalten. Danach zogen sich die Hertha-Spieler mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück.

"Es ging heute in erster Linie darum, Punkte einzufahren. Das ist uns gelungen", zog Schaaf ein alles in allem positives Fazit: "Insgesamt war es eine durchwachsene Partie, aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie wollte.

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