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Marko Marin (l.) und Claudio Pizarro (r.) machten für Werder Bremen den Sieg klar © getty

Die Grün-Weißen feiern zum Vereinsjubiläum mit dem knappen Sieg gegen Hertha BSC die vorläufige Auferstehung aus der Krise.

Bremen - Nach der Arbeit kam bei Werder Bremen das Vergnügen.

Gelöst und entspannt durften die Spieler des deutschen Pokalsiegers den 2:1 (0:0)-Erfolg gegen Hertha BSC Berlin auf der grün-weißen Gala zum 111-jährigen Bestehen des Traditionsvereins feiern.

Kurzes kollektives Durchatmen bei einem glamourösen Festabend, mehr allerdings wollte Trainer Thomas Schaaf seinen Profis nicht zugestehen und ordnete einen Zapfenstreich an.

Schließlich war der erste Bundesligasieg nach einer 76-tägigen Durststrecke mit fünf Niederlagen nacheinander von Kampf und Krampf geprägt, die Spielkultur blieb vor 35.600 Zuschauern im Weserstadion fast vollständig auf der Strecke.

Pizarro herzt Schaaf

"Die Mannschaft hat ihr Ziel intensiv gesucht und wollte den Sieg unbedingt. Aber es sind nur drei Punkte, mehr nicht", sagte der Coach, der sich in seiner Gelassenheit angesichts der langen Durststrecke bestätigt fühlte:

"Wir sind ruhig damit umgegangen und werden das auch so beibehalten." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dennoch wird sich der 48-Jährige gefreut haben, dass Claudio Pizarro nach seinem entscheidenden Treffer in der 81. Minute schnurstracks zur Trainerbank lief und den Fußball-Lehrer nach Leibeskräften herzte.

"Trainer war immer ruhig"

Ein symbolischer Dank im Namen des gesamten Teams, wie Nationalspieler Clemens Fritz erläuterte: "In einer schweren Zeit ist der Trainer immer ruhig und geduldig geblieben. Schön, dass sich das ausgezahlt hat."

Ähnliche Beobachtungen hatte man auch in der Vereinsspitze gemacht. "Thomas Schaaf ist es gelungen, die Mannschaft neu einzustellen", sagte der frühere Manager und heutige Aufsichtsrats-Boss Willi Lemke.

Und indirekt räumte Pizarro ein, woran es beim deutschen Pokalsieger in den vergangenen Wochen gehapert hatte: "Nur mit Fußball allein gewinnt man manchmal nicht."

Herthas Abstieg rückt näher

Nur mit Kampf allein aber werden die Gäste den immer näher rückenden Abstieg kaum vermeiden können. Von einer bis zum Führungstor von Marko Marin (66.) verunsicherten und nervösen Bremer Mannschaft ließen sich die Berliner mehr und mehr in die Defensive zurückdrängen.

Dass sie überhaupt in die Nähe eines Punktgewinns kamen, hatten sie einem Patzer von Werder-Torhüter Tim Wiese zu verdanken, der Theofanis Gekas in der 68. Minute den Ausgleichstreffer quasi auf dem Fuß servierte.

"Wir haben lange Paroli geboten, aber das war schon das einzig Positive. Ich wiederhole mich, aber uns helfen nur noch Siege weiter", sagte Mannschaftskapitän Arne Friedrich, dessen Körpersprache aber verriet, dass seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt von Woche zu Woche schwinden.

Funkel optimistisch

Mehr Optimismus strahlte da schon Coach Friedhelm Funkel aus, der gezielt auf Entwicklungen hinwies, die Hoffnung machen könnten: "Wir haben uns sehr gut verkauft, die Niederlage war unglücklich. Meine Mannschaft hat das Spiel zwar verloren, aber sie ist weiter intakt und hat sich stabilisiert. Unter dem Strich liegen wir nur zwei Punkte hinter meinem ganz persönlichen Plan."

Aber eben auch immer noch deutlich hinter den Abstiegskonkurrenten aus Nürnberg, Hannover und Freiburg...

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