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Stefan Kiessling (r.) hatte gegen Bochums Christian Fuchs einen schweren Stand © getty

Nach dem Remis in Bochum untermauert Trainer Heynckes die ursprünglichen Saisonziele. Sportchef Völler kündigt den nächsten Sieg an.

Bochum - Nach der "gefühlten Niederlage" wollte bei Bayer Leverkusen von der Meisterschaft niemand mehr reden.

"Wir haben vor der Saison das Ziel Europacup ausgeben.

Vielleicht ist es auch möglich, sich für die Champions League zu qualifizieren.

Das ist ein Ziel, das wir hartnäckig verfolgen", sagte Trainer Jupp Heynckes nach dem unnötigen 1:1 (1:0) beim VfL Bochum.(DATENCENTER: Die Tabelle)

Ernüchterung beim Tabellenführer

Die Tabelle führt die Werkself zwar weiterhin an, die Serie von nunmehr 21 Spielen ohne Niederlage hielt auch, doch angesichts der Souveränität von Rekordmeister Bayern München hat sich auch Sportchef Rudi Völler gedanklich von den Titelträumen verabschiedet: 200406(die Bilder)

"Die Bayern gehören zu den vier, fünf besten Mannschaften in Europa. Wenn die zehn Spiele hintereinander gewinnen, ist das kein Zufall."

Defizite aufgezeigt

Hatten sich die Leverkusener in den vergangenen Wochen fast schelmisch darüber gefreut, die Bayern-Attacken in schöner Regelmäßigkeit zu kontern, bekamen sie in Bochum ihre Defizite aufgezeigt.

Als Tabellenführer bei einer 1:0-Führung ausgekontert zu werden, war wahrlich nicht meisterlich.

Doch Heynckes gab sich nachsichtig: "Es ist normal, dass solche Spiele passieren. Wir haben eine junge Mannschaft. Das ist nicht so schlimm. Wir können aber aus dem Spiel lernen."

Heynckes stellt Rekord ein

Trotz des ernüchternden 1:1 konnte Heynckes immerhin seinen persönlichen Rekord einstellen.

Seit 27 Meisterschaftsspielen in Folge ist "Don Jupp" bereits ungeschlagen, was ihm letztmals vom 3. Mai 1988 bis zum 1. April 1989 mit den Bayern gelang.

Zum Bundesliga-Rekord von Ernst Happel ist es aber noch weit. Der österreichische Erfolgscoach hatte zwischen 1982 und 1983 insgesamt 36-mal in Folge mit dem Hamburger SV nicht verloren.

"Hopp oder Top" in der Schlussphase

Viel gefehlt hätte aber nicht und Bayer hätte sogar mit leeren Händen dagestanden.

In der Schlussphase spielten die Leverkusener "Hopp oder Top" und wären fast durch einen Konter von Stanislav Sestak auf die Verliererstraße geraten.

Zuvor hatte Zlatko Dedic (68.) vor 22.176 Zuschauern die Bayer-Führung von Eren Derdiyok (45. ) ausgeglichen.

Für den Schweizer war das neunte Saisontor die letzte Aktion, mit einem Bluterguss blieb Derdiyok ("Für ein Tor hat es noch gereicht") nach der Halbzeitpause in der Kabine.

Völler bleibt gelassen

"Wir sind offensiv ausgerichtet und wollen nach vorne spielen. Wir können uns nicht hinten reinstellen, aber wir haben insgesamt zu schlecht von der Offensive auf die Defensive umgeschaltet", sagte Bayer-Abwehrspieler Manuel Friedrich.

Völler und Heynckes demonstrierten indes unisono Gelassenheit.

Es sei doch nichts passiert, meinte Völler: "Der Punkt wirft uns nicht um. Wir sind stabil. Nächste Woche geht die Post wieder ab."

Und auch Heynckes merkte an, dass man nicht so vermessen sein könnte zu glauben, "dass wir jedes Spiel gewinnen".

Bochum mit Eichhörnchen-Taktik

So vermessen ist der VfL auch nicht.

Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich ist mit der "Eichhörnchen-Taktik" weiter auf dem besten Weg zum Klassenerhalt.

Und der junge Coach, der in der Hinrunde die Nachfolge von Marcel Koller angetreten hatte, sieht bereits große Fortschritte.

Verlorene Punkte

"In der Kabine war eine gewisse Unzufriedenheit über zwei verlorene Punkte zu spüren. Das zeigt mir, dass langsam ein Anspruchsdenken reinkommt", sagte Herrlich.

Immerhin haben die Westfalen eine kleine Serie vorzuweisen.

Seit fünf Spielen ist der VfL ungeschlagen und als Tabellen-14. existiert bereits ein kleines Punkte-Polster zu den Abstiegsrängen.

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