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Während Ruud van Nistelrooy (M.) auf seine Einwechslung wartet, trifft Chihi © imago

Der FC krönt eine tolle Aufholjagd genau in dem Moment, als Hamburgs Superstar Ruud van Nistelrooy eingewechselt wird.

Von Christian Stüwe

München - In der Halbzeitpause hatte Hamburgs neuer Superstar Ruud van Nistelrooy bereits mit lockeren Aufwärmübungen begonnen.

Aber erst in der 89. Minute war es dann soweit, der Niederländer betrat die Bühne der Bundesliga.

Doch die turbulenten Ereignisse auf dem Platz stellten das im Vorfeld mit großer Spannung erwartete Debüt von Hamburgs neuem Superstar in den Schatten.

Adil Chihi hatte Sekunden zuvor eine irre Aufholjagd des 1. FC Köln mit einem abgefälschten Schuss zum 3:3 (1:2) gekrönt.

Van Nistelrooy, der an der Seitenlinie auf seine Einwechselung wartete, schüttelte den Kopf und fluchte.

"Ich war an der Linie und bereit, reinzukommen. Das ist natürlich ein schlechter Moment", erklärte "Van the Man": "Ich habe gedacht: Okay, vielleicht bekomme ich noch die Chance, ein Tor zu schießen. Aber dafür war ein bisschen wenig Zeit."

So blieb der einzige Ballkontakt des von Real Madrid gewechselten Stürmers der Anstoß nach dem Gegentreffer. Dementsprechend fiel sein Fazit auch aus.

"Ich kann mich nicht so richtig freuen", sagte der 33-Jährige: "Es fühlt sich an wie eine Niederlage. Ein solches Spiel noch aus der Hand zu geben, tut weh."

Er bemängelte vor allem das Verhalten seiner neuen Mitspieler bei Standards.

"Die zwei Standards kosten uns hier die drei Punkte", analysierte der Niederländer: "Ein Standard, okay, aber zwei, das kann natürlich nicht sein."

Ganz anders war die Gefühlslage der Kölner und insbesondere die von Matchwinner Chihi.

Chihi: "Das war etwas ganz Besonderes"

"Jedes Tor in der Bundesliga fühlt sich unglaublich an. Aber das war etwas ganz Besonderes", freute sich der Kölner Offensivmann nach dem Abpfiff.

Sebastian Freis brachte die Befindlichkeit der Rheinländer auf den Punkt.

"Am meisten Spaß macht es, als Sieger vom Platz zu gehen", erklärte er Kölner Stürmer: "Aber heute sind wir der gefühlte Sieger."

Dabei hatten die "Geißböcke" mehrfach wie die sicheren Verlierer ausgesehen.

Bereits in der zweiten Minute brachte der überragende Marcell Jansen die Hamburger in Führung, Youssef Mohamad glich jedoch aus.

Offener Schlagabtausch in Hälfte zwei

Das zweite Tor durch Mladen Petric bereitete wiederum Jansen mustergültig vor, der Nationalspieler ist somit an acht der letzten elf Hamburger Tore direkt beteiligt vier Tore, vier Vorlagen).

Als Petric nach einem von Pedro Geromel verursachten Handelfmeter das 3:1 erzielte, schien die Partie endgültig gelaufen.

Allerdings steckte keines der beiden Teams auf, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams erspielten sich Chancen fast im Minutentakt.

Doch vor allem der HSV ließ beste Möglichkeiten aus.

Petric bemängelt Chancenverwertung

"Wir haben uns nach dem 3:1 noch mehrere hochkarätige Chancen herausgespielt, sind aber fahrlässig damit umgegangen", ärgerte sich Petric: "Das ist total ärgerlich, wenn man dann am Ende noch den Ausgleich kriegt."

Ähnlich sah es Trainer Bruno Labbadia: "Wir sind wahnsinnig enttäuscht über den Verlauf des Spiels und das Ergebnis. Wir hätten das 4:1 oder 5:1 machen müssen."

Labbadia warf seiner Elf Zögerlichkeit vor: "Die Dominanz, die uns sonst ausgezeichnet hat, fehlte heute auf dem Platz."

Ganz anders die Kölner. Nachdem Milivoje Novakovic (75.) den Anschluss geschafft hatte, drehte die "Geißbock-Elf" angefeuert vom begeisterten Publikum auf.

Und wurde letztlich durch Chihi belohnt.

Köln erfolgreich ohne Podolski

"Die Atmosphäre hier ist einfach unglaublich", sagte der marokkanische Nationalspieler: "Wir kämpfen und tun alles und die Zuschauer stehen zu tausend Prozent hinter uns. Es ist einfach toll hier spielen zu dürfen."

In der Tat scheinen die Kölner einen neuen Kampfgeist entdeckt zu haben. Zuletzt gab es zwei Siege, nun den gefühlten Sieg gegen Hamburg - interessanterweise ohne Lukas Podolski.

Seit drei Spielen fehlt der Kölner Superstar, seit drei Spielen läuft es beim FC.

Mit einer Fußprellung lahmgelegt, musste der Nationalspieler mit ansehen, wie seine Kollegen auch ohne ihn glänzten.

Kein guter Tag für die Stars

Es war kein angenehmer Tag für die Stars, weder van Nistelrooy noch Podolski dürften über den Verlauf des Nachmittags in Köln sehr erfreut sein.

Dafür bekamen die Zuschauer um so mehr geboten.

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