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Dieter Hoeneß (l.) berief Lorenz-Günther Kösten von der U23 zu den Profis © imago

Im DSF-Doppelpass spricht Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß über die aktuelle Lage, die Trainerfrage, Transfers und den Wirbel beim DFB.

München - Nach dem 1:3 gegen den FC Bayern ist der VfL Wolfsburg noch tiefer abgerutscht und hat elf Punkte Punkte Rückstand auf einen Europapokalplatz. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Im DSF-Doppelpass spricht Manager Dieter Hoeneß über die aktuelle Situation der Niedersachsen, die weiterhin offene Trainerfrage, getätigte und geplatzte Transfers sowie über die Vertragssituation von Bundestrainer Joachim Löw.

Zudem nimmt der ehemalige "Wölfe"-Coach Jürgen Röber Stellung zur momentanen Lage und erklärt, warum er nicht zum VfL zurückkehren wird.

Dieter Hoeneß über...

die aktuelle Situation des VfL Wolfsburg:

"Selbstüberschätzung ist einer der Punkte. Einige Spieler haben im letzten Jahr über ihre Verhältnisse gespielt und einige bleiben jetzt unter ihren Möglichkeiten. Daher kommt die große Diskrepanz.

Es ist klar - Armin Veh ist ein anderer Typ und setzt mehr auf Eigenverantwortung. Damit hatte die Mannschaft ein großes Problem. Der eine oder andere ist schlichtweg bequem geworden.

Ich schaue mir selten die Statistik an, aber was eine Katastrophe ist, ist die zu geringe Prozentzahl an Ballbesitz.

Wir müssen aggressiver werden. Die Spieler sind zu brav, wir tun uns selbst nicht weh und vor allem dem Gegner nicht weh."

die Niederlage gegen den FC Bayern:

"Das war verdient. Die Bayern haben mehr Zweikämpfe gewonnen und man muss ihnen zugestehen, dass sie im Moment stark sind.

Die Mannschaft ist nach dem 0:1 zurück gekommen und das war stark. Wir hatten ein Chancenplus über 90 Minuten, aber so hat man das nicht verdient, bei so viel verlorenen Zweikämpfen."

die Trainerfrage nach der Entlassung von Armin Veh:

"Möglicherweise wäre Veh noch in der Lage gewesen, früher umzustellen, wenn er die Doppelbelastung im Verein nicht gehabt hätte. Zu diesem Zeitpunkt war es aber jetzt einfach zu spät. Lorenz-Günther Köstner wird die Saison zu Ende bringen.

Wir wollen mit dieser Stabilisierung Zeit und Ruhe haben, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Es muss nicht unbedingt ein großer Name richten - das ist nicht ausschlaggebend. Es muss passen. Hans Meyer wird es nicht, das kann ich mit Sicherheit sagen.

Vielleicht haben wir schon Ende März eine Entscheidung. Nur, wenn wir wirklich Probleme bekommen, müssen wir kurzfristig handeln.

Aber wir gehen davon aus, dass wir das so hinbekommen. Wir werden keine Anforderungsprofile veröffentlichen. Wir haben ein klare Vorstellung und werden nach und nach Kontakt aufnehmen."

die Verpflichtung des Brasilianers Rever:

"Allein kann er die Abwehr nicht stabilisieren. Das wäre zu einfach zu sagen, es kommt ein neuer Spieler und alles wird besser. Was jetzt passiert, ist auch ein Vorgriff auf die kommende Saison - die Mannschaft wieder dahin zu führen, wo sie hergekommen ist."

den geplatzten Rafinha-Transfer:

"In dem Fall habe ich an einem gewissen Punkt einfach Nein gesagt. Wir haben Gespräche geführt, aber wir waren nicht bereit, Preise zu bezahlen, die nicht marktgerecht sind. Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass der VfL Fantasiepreise bezahlt."

die Diskussionen um die Vertragsverlängerung von Jogi Löw:

"Überraschend ist das schon. Mit der Situation hat keiner gerechnet. Ich hoffe, sie bekommen das schnell vom Tisch, sonst sehe ich schwarz für die WM. Der deutsche Fußball kann so was jetzt nicht gebrauchen.

Zwei Dinge wundern mich schon: Wenn es diesen Handschlag-Vertrag nicht gab, ist das jetzt eine schlechte Verhandlungsposition für Jogi Löw. Und dass man jetzt über einen Oliver Bierhoff mitverhandelt, finde ich auch seltsam.

Das Wichtigste ist, dass wir einen Trainer haben, der weiß, wie es weiter geht. Es ist ein Fehler des Präsidenten, zu sagen, es gäbe eine Einigung, wenn es keine gibt und ein Riesenfehler, dass Bierhoff für Löw verhandelt."

Jürgen Röber über...

das 1:3 gegen den FC Bayern:

"Nach dem 0:1 haben die Wolfsburger so gut in der Offensive gespielt. Da hat man auch gesehen, was für Probleme die Bayern hinten haben. Wenn man ein 1:1 schafft, sind die Zuschauer wieder da. Das wirkt dann gleich ganz anders."

die Situation des VfL:

"Nach dem Spiel gegen Bayern habe ich schon gesehen, dass sie im Moment nicht spielen, was sie letztes Jahr stark gemacht hat. Aber wenn du Meister wirst, weißt du was danach auf dich zukommt.

Es läuft einfach nicht rund. Für Veh war es nicht leicht, so eine Hypothek zu übernehmen. Du musst von Anfang an kratzen, beißen und dran bleiben."

ob er sich vorstellen könne, noch mal Trainer beim VfL zu werden:

"Ich denke, die Situation ist jetzt besser als bei mir damals, auch finanziell. Aber bei Dieter Hoeneß und den Verantwortlichen sind andere Personen in den Köpfen, und wenn man mal in einem Verein war, sollte man da vielleicht auch nicht mehr hingehen."

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