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Jürgen Klopp (l.) holte Mats Hummels (M.) vom FC Bayern zum BVB © imago

Nach der erneuten Pleite droht der zuvor zwölf Spiele unbesiegte BVB den Anschluss zu verlieren. Die Wende soll her. Schon in München.

München/Dortmund - Die zweite Niederlage in Folge, die erste Heimpleite seit vier Monaten und das schwere Spiel bei Bayern München vor der Brust:

Nach dem 2:3 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt ist Borussia Dortmund auf dem Boden der Realität angekommen und droht die gute Ausgangsposition im Kampf um die Europapokalplätze zu verspielen.

"Ich war froh, dass wir nicht gegen die Bayern gespielt haben. Wer weiß, was die mit uns gemacht hätten", sagte ein sichtlich ernüchterter BVB-Trainer Jürgen Klopp über die Leistung seiner Mannschaft. "Wir waren heute einfach nicht gut genug." 200406(die Bilder)

"Das ist eine Kopfsache"

Besonders die in den vergangenen Wochen so gelobte kompakte Defensive war gegen die Hessen die Achillesferse der Gastgeber.

"Wir waren zu naiv. Das ist eine Kopfsache", meinte Mats Hummels, der in der 17. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte.

"Wir haben eine ganz schwache erste Halbzeit hingelegt und froh sein, nicht mit zwei, drei Toren Rückstand in die Kabine gegangen zu sein", erklärte der Dortmunder Innenverteidiger.

"Wir haben es den Frankfurtern so einfach gemacht, davon hätten sie im Vorfeld noch nicht einmal geträumt."

Hibbelige Westfalen

Das 0:1 durch Benjamin Köhler (7.) und das entscheidende 2:3 durch Alexander Meier (74.) fielen nach einem Konter und einer 3:1-Überzahlsituation, lediglich Sebastian Jung erzielte den 2:2-Ausgleich nach einer Ecke (65.).

Die Tore von Hummels und dem zum elften Mal erfolgreichen Torjäger Lucas Barrios (57.) reichten dem BVB nicht.

"Uns hat der ruhige Blick in den Situationen gefehlt", sagte Klopp auch mit Hinblick auf das teils kopflose Anrennen in der Offensive.

Taktische Grundordnung fehlt

"Es passt im Moment das ganze Konstrukt nicht", erklärte Hummels. "Wir haben nicht mehr diese taktische Grundordnung, die uns so stark gemacht hat. Wir sind auch nicht mehr so aggressiv im Pressing."

Nun beträgt der Abstand des BVB auf den Tabellendritten und Erzrivalen Schalke 04 auf dem Qualifikationsplatz zur Champions League bereits sechs Punkte. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Schwere Auswärtsspiele vor der Brust

Der Hamburger SV verdrängte die Dortmunder auf Platz fünf und Verfolger Werder Bremen verkürzte den Rückstand auf fünf Zähler.

Keine guten Aussichten vor den schweren Auswärtsspielen bei den derzeit unschlagbar scheinenden Bayern und zwei Wochen später im Derby auf Schalke.

Wende ausgerechnet in München?

Auch in der Hinrunde starteten die Westfalen mit sechs Punkten aus sieben Spielen verhalten. Nach dem 0:1 gegen Schalke blieben sie bis zum 1:4 in Stuttgart vor einer Woche zwölf Spiele lang unbesiegt.

"Jetzt haben wir zweimal negativ überrascht, vielleicht überraschen wir ja mal positiv", sagte Klopp.

Die verlorenen Punkte wollen sich die Dortmunder so schnell wie möglich zurückholen - am besten schon am Samstag in München.

"Wir glauben an den Dreier"

"Wir wollen gewinnen, das ist doch klar. Wir sind die einzigen verwegenen Kämpfer, die an einen Dreier in München glauben", blickte Hummels auf das Duell bei seinem Ex-Klub.

"Wir müssen uns beweisen, dass wir es besser können, als wir es in den vergangen zwei Spielen gezeigt haben. Das ist erste Pflicht."

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