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Karl-Heinz Rummenigge (r.) liegt mit Louis van Gaal derzeit auf einer Wellenlänge © getty

Nach seiner Spielerkritik erhält Bayern-Coach van Gaal Rückendeckung von Rummenigge. Van Bommel wartet auf ein Angebot.

Von Martin van de Flierdt

München - Er hatte für Unverständnis gesorgt.

Wie im Herbst, als der Bayern-Motor noch stotterte und nicht reihenweise erstklassige Auftritte hinlegte.

Damals hatte sich Louis van Gaal am Rande der Beurlaubung bewegt, weil er mit seiner kantigen Rhetorik Defizite klar angesprochen hatte.

"Ich bin sehr böse", meinte der Trainer nun nach dem souveränen Münchner 3:1-Erfolg in Wolfsburg und kreidete seinen Schützlingen eine arrogante Spielweise an, weil sie dem Meister einige hochkarätige Torchancen erlaubt hatten.

Als "Louis van Groll", bezeichnete die Münchner "tz" daher den Chefcoach.

Voll Rückendeckung von oben

Die Spieler - allen voran Arjen Robben - wiesen den Vorwurf zunächst brüsk zurück.

Schließlich sahen sie bei inzwischen acht Ligasiegen in Serie keinen Grund für einen derartigen Vorstoß van Gaals.

Doch der Trainer erhielt volle Rückendeckung von Karl-Heinz Rummenigge.

"Ich warne vor Euphorie. Auf Champions-League-Niveau darf man sich solche Fehler in der Abwehr nicht leisten", sagte der Vorstandsboss vor dem vermeintlichen Selbstgänger im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth (Mi., ab 18.45 Uhr LIVE).

"Weiter beißen"

"Louis ist ein Mensch, der den Finger auch mal nach Siegen in die Wunde legt und nicht erst, wenn man verliert."

Es gebe für die nächsten Spiele nur das Motto "weiter beißen".

"Wichtig ist, jedes Spiel voll konzentriert zu spielen", dozierte van Gaal. "Ich weiß, dass in einem Spiel alles vorbei sein kann."

Die Botschaft ist angekommen, wenn man Kapitän Mark van Bommel glaubt: "Das ist keine Show, er meint das so."

Er räumte auch ein, dass seine Mannschaft das Spiel in Wolfsburg "nicht so dominant zu Ende gebracht" habe.

Unterdessen rückt die persönliche Zukunft des 32-Jährigen vermehrt in den Fokus des Interesses.

Quartett ohne neuen Vertrag

Nachdem in der Vorwochen die Verträge mit Daniel van Buyten, Thomas Müller und Holger Badstuber verlängert wurden, sind nur noch van Bommel, Torwart Jörg Butt, Hamit Altintop und Michael Rensing ohne Kontrakt für die kommende Spielzeit.

Bei letzterem ist klar, dass die Zusammenarbeit im Sommer endet. Auch bei Altintop, der nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinauskommt, stehen die Zeichen auf Abschied.

Besser sieht es dagegen bei den beiden "Oldies" aus. Über van Bommel hatte Rummenigge gesagt, dass "zu einem geeigneten Zeitpunkt Gespräche aufgenommen" würden.

Immer vorausgesetzt, "dass wir in diesem Jahr die Ziele erreichen müssen".

Der sportliche Kurs stimmt. "Und Mark spielt jetzt anders als im Oktober", räumt Rummenigge ein. Gute Vorzeichen also für einen Verbleib des Kapitäns in München.

Zum Karriereabschluss nach Eindhoven

"Ich kann mir das gut vorstellen und bin ganz ruhig", behauptet dieser. "Und wenn der Verein mit einem Angebot kommt, werde ich darüber nachdenken."

Sein letzter Profi-Vertrag würde es ohnehin wohl nicht.

"Ich habe damals versprochen, dass ich noch einmal zur PSV Eindhoven zurückkehre", erläutert van Bommel. "Und das habe ich auch fest vor."

Butt hingegen könnte seine Karriere bei den Bayern beschließen, auch bei ihm spricht alles für eine Vertragsverlängerung.

"Er spielt eine extrem stabile und gute Saison", lobt Rummenigge. "Jörg ist ein guter Typ, wir sind sehr zufrieden mit ihm."

Letzteres gilt inzwischen ebenfalls für van Gaal. Auch wenn seine Äußerungen auch in Zukunft hin und wieder für Unverständnis sorgen werden.

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