vergrößernverkleinern
Massimilian Porcello (M.) hat einen Vertrag bis 2011 beim KSC © imago

Ein Ex-Armine schießt Karlsruhe zum Sieg. Beide Trainer sehen aber nur Kleinigkeiten, die aber den Ausschlag ausmachen.

Bielefeld - Er brachte den Karlsruher SC aus dem Nichts auf die Siegerstraße, doch richtige Freude wollte bei Massimilian Porcello nicht aufkommen. Allenfalls professionelle Zufriedenheit.

"Dass ich nicht gejubelt habe, ist eine Respektssache", sagte der Mittelfeldspieler. Er hatte mit seinem Tor in der 16. Minute das 2:1 (1:0) des KSC bei Arminia Bielefeld zum Auftakt des 7. Spieltages der Bundesliga eingeleitet.

"Ich bin hier praktisch aufgewachsen, nachdem ich als junges Talent in den Verein gekommen bin und habe hier noch viele Freunde."

Frontzeck geknickt

Sofern diese unter den 20.900 Zuschauern auf der Alm saßen, mussten sie miterleben, wie Bielefeld für einen zu Beginn engagierten Auftritt nicht belohnt wurde.

"Zunächst haben wir Druck aufgebaut, doch nach dem 0:1 haben wir den Faden verloren", sagte Arminen-Trainer Michael Frontzeck sichtlich geknickt: "Wenn bei uns ein Rädchen nicht ins andere greift, kommt so ein Spiel dabei heraus."

Arminia in Abstiegsgefahr

"Wir haben schon oft Rückschläge erlebt und es gab schlimmere Niederlagen für uns", sagte Kapitän Rüdiger Kauf. "Für uns ist jedes Spiel nicht leicht."

Bielefeld muss nun einen sorgenvollen Blick nach unten werfen muss, da durch die Heimniederlage die direkten Konkurrenten vorbeiziehen konnten.

Becker warnt

Karlsruhe hat sich mit neun Punkten ins Mittelfeld vorgearbeitet und kann im Nachholspiel bei Eintracht Frankfurt (22. Oktober) nachlegen.

"Wir dürfen uns von den drei Punkten nicht einlullen lassen und müssen höllisch aufpassen und hochkonzentriert bleiben", warnte KSC-Trainer Edmund Becker, dessen Team nach der Länderspielpause Bayern München empfängt.

Ärger über das 1:2

Für die Vorentscheidung auf dem Weg zum ersten Sieg auf der Alm seit März 1997 und dem zweiten überhaupt sorgte Sebastian Freis (52.), nachdem Karlsruhe mit viel Schwung aus der Pause gekommen war.

"Das war dann der Meilenstein zum Sieg. Wobei wir auch das 3:0 hätten nachlegen und uns das 1:2 sparen können", sagte Becker, der nach dem Anschlusstreffer von Nico Herzig (86.) noch etwas zittern musste. "Wenn dann der Ausglich fällt, ist es eine gefühlte Niederlage."

Lob über die Defensive

Dass die Karlsruher nach anfänglichen Schwierigkeiten noch eine souveräne Vorstellung ablieferten, lag auch an der Abwehr um den zweikampfstarken Maik Franz.

"Das ist ganz klar unser Prunkstück", sagte Becker, der sich erneut gegen den schlechten Ruf seines Innenverteidigers wehrte: "Zwei seiner vier Gelben Karten in dieser Saison gab es nur wegen der Kampagne, die gegen ihn gefahren wird."

Porcello zieht Joker

Im Mittelfeld fällt die Zusammenstellung schon schwieriger. "Das sind Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben." Doch wenn ein Spieler wie Porcello "seine Chance nutzt, kann ich ihn ja schlecht rausnehmen".

Der 28 Jahre alte Torschütze zog stattdessen seinen Joker.

"Einmal pro Saison dürfen wir entscheiden, nach einem Auswärtsspiel nicht mit zurückzufahren", erklärte Porcello.

Steigt Bielefeld am Ende der Saison ab? Jetzt hier mitdiskutieren!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel