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David Alaba wechselte 2008 von Austria Wien zum FC Bayern © imago

Ein 17-Jähriger drängt sich beim FC Bayern Louis van Gaal auf. Experten prophezeien David Alaba eine große Zukunft. Das Porträt.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - In feinem Wiener Schmäh beantwortet er die Fragen der Reporter schon wie ein Alter.

Dabei ist David Alaba erst zarte 17 Jahre alt und betrat die große Bühne zum ersten Mal 202403(Diashow: "Das ist Alaba!").

Mit seinem Pflichtspieldebüt für den FC Bayern im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth machte der Österreicher auf sich aufmerksam 201631(die Bilder).

In der 59. Minute - beim Zwischenstand von 2:2 - wechselte ihn Münchens Trainer Louis van Gaal für Anatoliy Tymoshchuk ein.

Der Linksfuß rückte für den Elf-Millionen-Einkauf ins zentrale Mittelfeld.

Und nur drei Minuten später bereitete Alaba das 3:2 durch Franck Ribery vor. Der FC Bayern drehte damit das Spiel und versohlte den zuvor frechen Zweitligisten noch mit 6:2 (DATENCENTER: Das Viertelfinale).

"Ein bisschen nervös"

"Ganz cool war ich nicht. Ein bisschen Nervosität war schon dabei. In jedem Fall habe ich mich gefreut", diktierte der Youngster der Presse danach in die Blöcke.

Erst kurz vor der Abfahrt ins Trainingslager am Dienstag hatte er erfahren, dass er dabei ist.

"Um 19.30 Uhr war Treffpunkt. Gegen 19 Uhr hat mich Herr Gerland angerufen und gesagt, dass Ivica Olic krank ist. Kleiner, pack deine Sachen, du bist dabei, hat er gesagt", schmunzelt Alaba.

Eloquent und selbstsicher

Er wirkt für sein Alter überraschend eloquent, selbstsicher und reif. "Meine Kraft liegt in Jesus", sagt er.

Mit 14 Jahren ging er aufs Jugendinternat von Austria Wien, mit 15 stand er im Profikader, ehe er im Sommer 2008 zu Bayern wechselte 202403(Diashow: "Das ist Alaba!").

Seine ersten Schritte ging er dort in der Jugend, dann wurde er schnell Stammspieler bei den Amateuren in der Dritten Liga unter Mehmet Scholl, seinem Idol aus der Kindheit.

In der Heimat nennen sie ihn das "Jahrhunderttalent". Und er hätte wohl auch ohne weiteres nach Italien, Spanien und Frankreich gehen können.

Jüngster österreichischer A-Nationalspieler

Die Nähe zu Wien, der Familie und den Freunden gaben am Ende jedoch den Ausschlag für München.

Trotz seines Amateur-Status feiert er am 14. Oktober 2009 im WM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich sein Debüt in der A-Nationalmannschaft - damit war er früher dran als jemals ein anderer Österreicher zuvor.

Weil sein Vater George Nigerianer ist und seine Mutter Gina von den Philippinen stammt, streckten auch diese Länder die Fühler nach ihm aus.

Aber Alaba ist durch und durch Österreicher.

Das gewisse Etwas

Seine Hobbys sind laut eigenem Bekunden Musik hören, Freunde treffen oder "chillen". Er hat die Schule mit der Mittleren Reife abgeschlossen.

Aber Alaba hat das gewisse Etwas. Vielleicht ist das bei den besonderen Eltern auch nicht verwunderlich.

Der Papa war Rapper und landete Ende der 90er-Jahre mit dem Duo "Two in One" in den österreichischen Charts auf Platz zwei. Heute arbeitet er als DJ in der Wiener Tabledance-Bar "Beverly Hills".

Die Mutter war in den 80er Jahren "Miss Philippinen" und arbeitet mittlerweile als Krankenschwester.

Seine Familie gibt Alaba Rückhalt und Kraft. Wieviel Potenzial er hat, kann er täglich im Training beweisen.

Gute Chancen bei van Gaal

Mit ihm zusammen kämpfen auch die Nachwuchsakteure Diego Contento, der ebenfalls gegen Fürth seine Pflichtspielpremiere verbuchte, und Mehmet Ekici um eine Chance, um eventuell den Durchbruch wie Holger Badstuber und Thomas Müller zu schaffen.

Bei van Gaal, der ein Auge für Talente hat, wittern sie ihre Chance.

"Sie spielen in der Zweiten Mannschaft und trainieren mit der Ersten Mannschaft. Ich will sie kennenlernen, das kann ich besser, wenn sie bei mir trainieren", sagt der Niederländer zu Sport1.de.

Er fügt an: "Ich werde sie aufstellen, wenn wir sie brauchen. Sie können das, sonst hätte ich sie nicht befördert." 202403(Diashow: "Das ist Alaba!")

Bringt van Gaal Alaba vor dem 16. März, dann wäre der Österreicher gar vor Toni Kroos der jüngste in der Bundesliga eingesetzte Bayern-Spieler.

Profivertrag winkt

Erst nahm ihn der Coach mit nach Dubai ins Trainingslager, dann setzte er ihn in Testspielen ein, ehe das Pflichtspieldebüt im DFB-Pokal kam, der Profivertrag soll im Sommer unterschrieben werden.

Zunächst will Alaba jedoch nur in den Kader kommen.

"Das sollte das nächste Ziel sein. Von einem Einsatz von Beginn an bin ich noch sehr weit weg. Ich muss am Boden bleiben und Gas geben, der Rest kommt von selber", weiß er.

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