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Borussia Dortmund kaufte Leihgabe Mats Hummels 2009 für 4,5 Millionen Euro © getty

Mats Hummels spricht bei Sport1.de darüber, wie der BVB die Bayern knacken will und wie er in die Nationalmannschaft will.

Von Martin Hoffmann und Mathias Frohnapfel

München - Als Mats Hummels Anfang 2008 den FC Bayern verließ, nahmen davon nicht viele Notiz.

Er war ein Talent unter vielen, das sein Glück woanders versuchte.

Zwei Jahre später kehrt er zurück als einer der besten Verteidiger der Liga, als angehender Nationalspieler.

Und als der Mann, von dem sich Borussia Dortmund erhofft, dass er am Samstag (ab 18 Uhr LIVE) die auf Hochtouren laufende Bayern-Offensive lahmlegen kann 65576(DIASHOW: Die besten Bilder vergangener Duelle).

"Den Weg von Fürth gehen"

Der 21-Jährige weiß um die Größe der Herausforderung. Als "stärkste Mannschaft der Bundesliga" bezeichnet der Sohn des FCB-Jugendtrainers Hermann Hummels seinen Ex-Verein im Gespräch mit Sport1.de.

Und sein Team muss dem Rekordmeister nach den Niederlagen gegen Stuttgart und Frankfurt mit angeknackstem Selbstvertrauen gegenübertreten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Aber Hummels hat auch registriert, dass die Van-Gaal-Elf verwundbar ist. Schöpft Hoffnung aus den Problemen, die Bayern unter der Woche im Pokal offenbart hat.

"In der ersten Halbzeit haben die Fürther ja gezeigt, wie man die Bayern stoppen kann, konnten aber das Tempo nicht halten", so Hummels: "Wir werden den Weg von Fürth versuchen über zwei Halbzeiten zu gehen."

Schmerzhafte Erinnerung

Dass das so einfach nicht ist, haben die BVBler noch in schmerzhafter Erinnerung.

Das Hinspiel in Dortmund, das Bayern trotz der Dortmunder Führung durch Hummels gewann, lief schließlich ganz ähnlich wie der 6:2-Sieg gegen Fürth.

"Wir haben die erste halbe Stunde richtig gut gespielt und waren gefährlich", erinnert sich Hummels: "Die Bayern wussten nicht, wie sie reagieren sollten. Wir haben dann durch ein irreguläres Gegentor unsere Sicherheit verloren und kamen in der 2. Halbzeit nicht mehr zurück ins Spiel."

Hummels' Rezept gegen die Bayern für den Samstag: "Räume eng machen, damit ihre individuelle Qualität nicht zum Tragen kommt und dann selber Nadelstiche setzen."

Ritterschlag von Gerland

Schafft es Hummels, die starbesetzte Bayern-Offensive auszubremsen, er würde weiteres Prestige gewinnen.

Wobei das diesmal schon im Vorfeld des Spiels passiert ist.

Van-Gaal-Assistent Hermann Gerland, der langjährige Talentwächter des FCB, adelte ihn als "Bombe", den die Bayern am besten nie hätten gehen lassen sollen.

Großer Dank an den "Tiger"

Es sind Worte, die bei Hummels heruntergehen wie Öl.

"Das freut mich sehr", bedankt er sich für das Lob seines ehemaligen Trainers, dem er viel zu verdanken habe: "Er hat viel dazu beigetragen, dass es jetzt so gut läuft."

Dass "Tiger" Gerland ihm nun noch einmal so öffentlichkeitswirksam huldigt, hört Hummels umso lieber "gerade weil ich auch kein Spieler mehr unter ihm bin."

Nationalelf-Debatte wird immer lauter

Gerland lobt Hummels nicht nur, er hatte sich auch jüngst bei einer Trainertagung bei DFB-Coach Joachim Löw für ihn eingesetzt.

Wobei fraglich ist, ob das überhaupt noch nötig ist. Die Stimmen, die nach seinem DFB-Debüt rufen waren immer lauter.

Und die Verwunderung war schon recht groß, als Hummels nicht zum ausgedehnten Leistungstest der Nationalelf eingeladen wurde.

Löw plant mit Hummels wohl erst nach der WM, wie er dem Jungstar nach Hummels' Schilderung in einem Gespräch mitgeteilt hat. Andere hätten derzeit die Nase vorn.

"Versuche mich da rauszuhalten"

Hummels selbst geht das Thema mit der unter Jungprofis üblich gewordenen Zurückhaltung an.

Klar sei es sein Ziel, "diesen Schritt zu machen". Aber er sagt, er lasse alles auf sich zu kommen, er könne "ja nicht mehr machen als Fußball zu spielen". Solche Sachen.

Gerade weil zuletzt so viel über das Thema geredet wurde "versuche ich mich da rauszuhalten und meine Leistung zu bringen".

Mehr muss er wohl auch nicht tun.

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